Gestern saß ich beim Leichenschmaus neben zwei Frauen.
Sie kannten einander gut – und doch war zwischen ihnen etwas Unausgesprochenes.
Die eine war die Mutter des Verstorbenen.
Die andere seine Frau.
Es war nicht laut an unserem Tisch.
Man hörte Besteck, leise Gespräche, irgendwo ein gedämpftes Lachen.
Dann fragte die Witwe, ganz vorsichtig:
„Glaubst du … dass dein Sohn jetzt im Himmel ist?“
Die Mutter antwortete nicht sofort.
Sie sah auf ihre Hände.
„Ich weiß es nicht …“, sagte sie schließlich.
„Ich habe oft gehadert …“
Es war kein Vorwurf mehr in ihrer Stimme.
Eher etwas wie Müdigkeit.
Eine Pause.
Dann sagte die Witwe:
„Ich habe heute einen Gedanken gehört …
Der Himmel beginnt nicht erst nach dem Tod …
sondern dort, wo ein Mensch der Liebe vertraut.“
Die Mutter hob den Blick.
„Und glaubst du, dass er das konnte?“
Die Antwort kam leise:
„Ich glaube, er hat geliebt.
Nicht immer leicht … aber echt.“
Wieder Stille.
Dann sagte die Mutter, kaum hörbar:
„Ja …“
Und nach einer Weile:
„Dann … ist er vielleicht schon dort.“
Am Abend habe ich dann noch einmal den Impuls von P. Johannes Paul aus 2023 angesehen.
