Wir vertrauen auf die Liebe Gottes – und sind damit schon im Paradies.
Im Denken des Hinduismus erscheint die Welt als Kreislauf großer Zeitalter – Aufstieg und Verfall folgen einander. Und doch kennt auch diese Tradition die Möglichkeit der Befreiung schon im Leben: Jivanmukti, die innere Freiheit eines Menschen, der nicht mehr gebunden ist.
Das Christentum geht einen anderen Weg. Es denkt Zeit nicht als Kreis, sondern als Beziehung. Nicht das Aufgehen im Ganzen erlöst – sondern das Getragen-Sein in der Liebe Gottes.
Darum ist Paradies kein später Ort. Es beginnt dort, wo ein Mensch vertraut.
Nicht weil alles gut ist. Sondern weil er sich gehalten weiß.
Arm und gebeugt stehen wir vor dir, du unser Vater. Wir bitten dich:
A: Schenk uns Vertrauen und Trost.
– Wenn wir vor unserer Endlichkeit erschrecken, lass uns spüren, dass du uns liebst – Wenn uns Zweifel und Versagen belasten, nimm uns bei der Hand und wende unser Leben zum Guten. – Wenn wir krank oder einsam sind, komm auf uns zu und lass uns dein Angesicht schauen.
Ewiger, gütiger Gott, du Schöpfer und Herr aller Dinge: Innig umfaßt dich mein Geist und die ganze Kraft meiner Seele, du meine Liebe, mein Lob, du Zierde und Licht meines Herzens.
Du hast den Leib mir erbaut, schufst mir Augen zum Schauen der Schöpfung, schenkst mir zum Hören das Ohr, zum Werken die wendigen Hände.
Was die Erde auch birgt, was Meer und Himmel umschließen, und was immer sich regt, was atmet, begehrt und empfindet, all dies schuf deine Hand und trägt und erhält es im Dasein, gibt ihm Leben und Kraft und lenkt es mit Allmacht und Weisheit.
Lass mich, gütiger Herr, mit ganzem Herzen dir dienen, dich verkünden im Wort, dich tiefer erfassen im Glauben und in freudigem Dank zu dir die Hände erheben.
Du bist mein Weg, meine Kraft, der sprudelnde Quell meines Lebens, du meiner Mühsal Lohn, mein Schöpfer und gütiger Lehrer.
Sieh meine Armut und Not und verzeih mir Torheit und Sünde; gib, dass ich Gutes nur will und mit deiner Kraft es vollbringe. Dann lass mich, deinen Knecht, beseligt dein Angesicht schauen und, von Wonne durchströmt, an dir mich ewig erfreuen.
Quelle: Nach: O Deus aeterne (Ad Deum Oratio), Hrabanus Maurus († 856)
Ein frühmittelalterlicher Hymnus von Hrabanus Maurus verbindet Schöpfung, Dank und menschliche Verantwortung zu einem zeitlosen Morgengebet. Ein Text, der Arbeit, Glaube und Leben als Einheit denkt.
Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar; der Wald steht schwarz und schweiget und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar.
Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold! Als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt.
Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn.
Wir stolzen Menschenkinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel.
Gott, lass dein Heil uns schauen, auf nichts Vergänglichs trauen, nicht Eitelkeit uns freun; lass uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein.
Wollst endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod; und wenn du uns genommen, lass uns in’ Himmel kommen, du unser Herr und unser Gott.
So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder; kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und lass uns ruhig schlafen und unsern kranken Nachbarn auch.
Matthias Claudius, Der Mond ist aufgegangen (1779)
Matthias Claudius (1740–1815) gehört zu jenen Dichtern der Aufklärung, die Einfachheit nicht als Naivität verstanden, sondern als geistige Reife. Seine Sprache ist bewusst schlicht, seine Bilder elementar – Nacht, Mond, Stille, Kindsein. Gerade darin liegt ihre Tiefe.
Das Gedicht ist kein romantisches Naturbild, sondern ein Abendgebet: eine stille Kritik am menschlichen Hochmut, eine Erinnerung an Begrenztheit – und ein sanftes Vertrauen darauf, dass Geborgenheit nicht aus Wissen, sondern aus Hingabe wächst.
Die Texte dieses Sonntags sprechen überraschend deutlich in unsere Gegenwart. Sie treffen eine Welt, die zwischen Selbstoptimierung und Resignation schwankt: zwischen dem Druck, immer besser werden zu müssen, und der Versuchung, innerlich aufzugeben.
Die Bibel setzt dem kein Programm und keine Moral entgegen, sondern ein Versprechen: Heil ist möglich.
Heil meint mehr als Fehlerlosigkeit oder religiöse Korrektheit. Es ist das Gegenbild zu Schuld und innerer Absonderung. Schuld zieht nach unten, lässt Menschen glauben, sie müssten sich fernhalten – von Gott, von anderen, von sich selbst.
Heil dagegen sagt: Du darfst kommen. Du bist gemeint. Du musst dich nicht verstecken.
Darum weitet Gott im Buch Jesaja den Blick: Es ist ihm „zu wenig“, dass sein Heil nur einem Volk gilt. Es soll Licht für alle sein, bis an die Enden der Erde. Und Paulus greift diesen Gedanken auf: Zugehörigkeit zu Christus entsteht nicht durch Herkunft oder Leistung, sondern durch Beziehung und Vertrauen.
Im Evangelium verdichtet sich alles im Ruf Johannes des Täufers: „Seht, das Lamm Gottes.“
Jesus wird nicht als Sieger oder Machthaber gezeigt, sondern als der, der Schuld trägt, und ohne Gewalt antwortet. Das Lamm steht für eine Liebe, die sich nicht durchsetzt, sondern hingibt. Eine Liebe, die das Böse nicht überbietet, sondern aushält – und gerade so verwandelt.
Für heute heißt das: Heil geschieht nicht durch Leistung, sondern durch Vertrauen. Nicht durch Abgrenzung, sondern durch Öffnung. Nicht durch Macht, sondern durch Liebe.
„Seht, das Lamm Gottes“ – dieser Ruf gilt auch heute. Er lädt ein, hinzusehen. Und bereit zu sein.
zur Predigt von P. Johannes Paul Abrahamwicz OSB am Fest der Heiligen Familie 2025 in der Pfarrkirche St. Veit im Gölsental
ein Kommentar von Harald R. Preyer
Diese Predigt löst das Fest der Heiligen Familie aus dem engen Rahmen eines Ideals. Die biblische Familie ist keine heile Welt, sondern eine gefährdete: Flucht, Unsicherheit, Improvisation. Gerade darin liegt ihre Wahrheit.
Was früher verschwiegen wurde, wird heute tröstlich: dass Familien unvollkommen sein dürfen – und Kirche ebenso. Der Pfarrverband als Patchwork-Kirche ist kein Mangel, sondern eine ehrliche Gestalt von Gegenwart. Heiligkeit zeigt sich nicht im Perfekten, sondern im Annehmen dessen, was uns zufällt. Die Metapher vom Kochtopf ist pastoral klug: Konflikte brauchen Sprache, bevor sie eskalieren. Annahme braucht Kommunikation. Und Vertrauen findet seine Form im Gebet – nicht als Ersatz fürs Handeln, sondern als geteilte Verantwortung.
Entspricht nicht von jeher das Bild von Kirche eher dem, was wir heute als Patchwork-Familie kennen denn der idyllischen Trias von Vater – Mutter – Kind?
Südaltar mit großem spätgotisches Kruzifix um 1510/1520 Pfarrkirche St. Veith an der Gölsen
Nach seinem Tod hinterlässt Jesus in unserer Welt: eine Mutter Maria in großer Trauer, einen vermutlich traurigen Stiefvater Josef, viele enttäuschte Freunde, die an ihn geglaubt haben und ein trügerisches Gerücht: er sei von den Toten auferstanden…
Dann kommt Ostern. Dann kommt Auferstehung. Dann kommt Heiliger Geist. Und so entsteht Kirche – als eine stetig wachsende Gruppe von Menschen, die an die Liebe glauben, diesen Glauben teilen und erlebbar machen. Bis heute.
Es gibt Kolleginnen und Kollegen, die ich sehr schätze, obwohl sie eigentlich auch Mitbewerber sein könnten.
Hannes Benedetto Pircher ist für mich ein solcher Mensch.
Wir kommen beide aus Tirol und begegnen einander an den Rändern des Unaussprechlichen – dort, wo Worte verletzen können, aber manchmal auch heilen. Hannes ist ein Meister der behutsamen Sprache und ein feiner Zuhörer. Viele Familien, die auch ich begleite, kennen ihn als jemanden, der Trost schenken kann, ohne je zu vereinfachen.
Ich empfehle Hannes von Herzen weiter – und wüßte meine eigenen Familien bei ihm in guten Händen, wenn ich verhindert bin und Menschen in ihren schwersten Stunden einen verlässlichen Begleiter brauchen.
Trost ist kein Produkt unserer Sprache, sondern unserer Haltung. Bevor ein einziges Wort gesprochen wird, spüren Trauernde, ob jemand erreichbar ist. Der erste Anruf, die erste Stimme nach einem Verlust, kann ein ganzes inneres System beruhigen. Trost beginnt dort, wo jemand den Mut hat, zuzuhören, ohne zu erklären oder zu korrigieren.
Das Interview mit meinem Tiroler Kollegen Hannes Benedetto Pircher erinnert daran, dass Trost auf drei Pfeilern ruht: Präsenz. Vertrauen. Wahrhaftigkeit.
Wir sprechen nicht, um Stille zu füllen, sondern um einen Raum zu öffnen, in dem Tränen, Dankbarkeit, Liebe und Fragen ihren Platz finden dürfen. Worte kommen erst später – und dann nur jene, die die Angehörigen selbst tragen können.
Trost geschieht im Ankommen. Die Trauerrede ist erst die sichtbare Form eines viel früheren, viel stilleren Dienstes.
Jesus, du Urgrund unseres Glaubens, wir bitten dich:
A: Erfülle uns mit deiner Liebe. – Dass alle, die deinen Namen tragen, glaubhafte Zeugen deiner Güte sind – Dass die Suchenden den Weg zum Sinn ihres Daseins finden. – Dass die Armen und Unterdrückten Helfer und Fürsprecher finden. – Dass die Glaubenden aller Kulturen gemeinsam dem Frieden dienen. – Dass unsere Verstorbenen unvergängliche Freude genießen. A: Erfülle uns mit deiner Liebe.
Gott des Erbarmens, du hast allen Völkern der Erde das Heil zugesagt. Lass uns voll Freude das Fest der Geburt Christi erwarten und das große Geheimnis seiner Menschwerdung feiern, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Quelle: Magnificat – das Stundenbuch, Abendgebet vom 9.12.2025
In letzter Zeit haben mich einige Menschen gefragt, warum, was und wie ich bete. Manchmal sage ich darauf: „Dankbar, voller Vertrauen und wie ich manchmal mit meinem Vater oder meiner Mutter gesprochen habe.“ Wenn die Fragestellerin dann mehrmals nachfragt und es genauer wissen will, dann zeige ich ihr auf meinem Handy diese Rosette.
Es gibt Orte, an denen Glauben plötzlich sichtbar wird — nicht als Satz, nicht als Gedanke, sondern als Licht. Die moderne Trinitätsrosette der neoromanischen Kirche von Saint-Antoine-des-Quinze-Vingts in Paris gehört für mich zu diesen Orten. Ich öffne dieses Bild manchmal auf meinem Bildschirm. Es ist ein Foto auf schwarzem Hintergrund, das leuchtet. Ich habe es hier in voller Auflösung gespeichert. Wenn Du darauf klickst, kannst Du alle Details sehen oder einfach im Vollbild eben nur die Rosette und alles andere auf dem Bildschirm wird dunkel – wird unwichtig.
Ein Kreis aus Glas, aus Farben, aus Symbolen: die Gnadenstuhl-Trinität im Zentrum, umgeben von Engeln und den Evangelisten. Eine ganze Theologie in einem einzigen Blick. Den Heiligen Geist sehe ich mehrfach. Explizit als Taube zu Füssen des Vaters, aber auch überall, wo der Künstler die Farbe Rosa verwendet.
So wie diese Rosette die Dreifaltigkeit ins Licht setzt, so setzt das tägliche Gebet mein eigenes Leben in ein ruhiges, verlässliches Licht.
Am Morgen bete ich mit dem Magnificat. Dieses monatlich erscheinende dünne Büchlein habe ich abonniert. Früher in Papierform, seit einigen Jahren digital, weil ich die größer einstellbare Schrift am Handy besser lesen kann.
Das ist keine Routine — eher eine sanfte Ausrichtung, bevor der Tag sich öffnet. Die Legenden der Tagesheiligen und Erklärungen zu den Festtagen, die Psalmen, die Lesungen, das Evangelium und die kurzen Betrachtungen erinnern mich daran, dass Gott zuerst spricht und ich erst danach handle.
Mittags bete ich den Angelus. Wenn Yuliya und ich zuhause sind, tun wir das gerne gemeinsam. Das erinnert uns an das Dreieck unseres Lebens: Gott – Yuliya – Harald. Innerhalb dieses „Herzens-Dreiecks“ sind unsere Lieben. Und rundum haben wir beide im Stillen die Menschen, die wir sonst noch kennen – außerhalb aber immer noch im Blick und im Gebet verbunden.
Für einen Moment wird die Welt still. Das Gebet unterbricht nicht — es sammelt. Es holt mich zurück zur Mitte.
Irgendwann im Laufe des Tages, wenn gerade Raum ist, lese ich die Texte der Eucharistiefeier. Dann höre ich die Worte, die ich sonst im Gottesdienst mitvollziehe: das Evangelium, die Lesungen, die Gebete. Die Liturgie wird zu einem inneren Grundklang, der auch außerhalb des Kirchraums weiterklingt. Mir fällt es leichter, diese Texte in ihrer ganzen Tiefe annähernd zu erfassen, wenn ich sie inmitten einer Gottesdienst Gemeinschaft höre und dann eine gute Predigt dazu Stellung nimmt.
In diesen Minuten mache ich mir gerne bewusst, dass viele Millionen Menschen heute in ihren Sprachen genau die gleichen Texte gelesen haben oder noch lesen werden wie ich. Einer der mehr als einer Milliarde Katholiken betet sie vermutlich gerade jetzt gleichzeitig irgendwo auf dieser Welt. Und ich fühle mich besonders mit jenen Freunden, die Diakone oder Priester sind, eng verbunden. Als hauptamtliche Mitarbeiter der Kirche haben sie sich bei ihrer Weihe verpflichtet, die täglich wechselnden Texte der Eucharistiefeier zu lesen. Ich bin als Laie dazu nicht verpflichtet. Und vielleicht lese und bete ich gerade deshalb so gerne: Weil ich das nicht tun muss, sondern tun darf und dabei spüre, dass es mir gut tut.
Abends, im Wohnzimmer, frage ich mich, wofür ich heute dankbar bin und manchmal notiere ich mir die Antworten am Handy. Diese Notiz habe ich angepinnt. Sie kommt daher als eine der ersten, wenn ich die Notizen öffne und sie hat schon mehrere hundert Einträge.
Dann bete ich das Abendgebet aus dem Magnificat. Es ist mein täglicher Rückblick: Nicht streng, nicht prüfend, sondern dankbar. Ein guter Tag, ein schwieriger Tag — beides darf sein.
Und kurz vor dem Einschlafen spreche ich die vertrauten Worte, die mich seit meiner Kindheit begleiten: ein Vater unser, ein Ave Maria, ein Kindheitsgebet und das Gebet des Jabez. Mehr braucht es nicht. Oft schlafe ich nach wenigen Sekunden ein. Vielleicht, weil diese Worte nicht nur Gebet sind, sondern Geborgenheit. Sonst bete ich diese Worte bis ich einschlafe. Ich kann mich in den letzten Jahrzehnten an keinen einzigen Tag erinnern, an dem ich nicht nach spätestens drei Minuten gut schlafe.
Das Glaubensbekenntnis bete ich nur einmal in der Woche — bei der Sonntagsmesse. Welches Credo gesprochen wird, entscheidet der Priester. Aber das Nicäno-Konstantinopolitanische berührt mich am meisten: feierlich, weit, meditativ. Es trägt die Größe und die Schönheit einer Glaubenserfahrung, die älter ist als jede Kathedrale — und doch jeden Sonntag neu wird.
Die Rosette, das Credo und der Rhythmus des Tages
Wenn ich die Trinitätsrosette betrachte, sehe ich mein eigenes Beten darin wieder:
Im Zentrum die Dreifaltigkeit — wie das Credo, das mich trägt.
Rundherum die Evangelisten — wie die Worte der Schrift, die täglich zu mir sprechen.
Und ein Kranz von Engeln — wie die kleinen, wiederkehrenden Gebetsmomente des Tages, die mein Leben eher begleiten als unterbrechen.
Die Rosette ist ein Bild des Glaubens, aber auch ein Bild der Treue Gottes. Sie erzählt, in Farbe und Licht, was das Glaubensbekenntnis in Worten sagt: Gott ist Ursprung, Weg und Vollendung. Er geht mit — im Rhythmus jedes Tages.
Ich bete nicht, weil ich es muss. Ich bete, weil es mich sammelt. Weil es mir einen inneren Raum eröffnet, in dem ich bei mir selbst und bei Gott bin. Nicht außergewöhnlich, nicht spektakulär — eher wie ein regelmäßiger Atemzug.
Jeder Mensch braucht eine Mitte. Für mich ist es das tägliche Gebet — und manchmal eine Rosette aus Glas, die mich daran erinnert, wer das Licht ist, das meinen Tag trägt.
Und wenn ich merke, dass ich beginne, mich zu ärgern – über den Autofahrer vor mir, über jemanden, der einen Termin nicht einhält, über eine offene Rechnung – dann wird mir in letzter Zeit immer öfter bewusst, dass ich mich letztlich über mich ärgere, weil ich mich zu wichtig nehme.
Dann bete ich: Herr, danke für Deine Liebe! Hilf mir, diesen Menschen zu segnen anstatt ihm böse zu sein. Das hilft mir sofort, ruhig und liebevoller zu werden.
Vater Unser
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Gegrüßet seist du, Maria
Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.
Der Engel des Herrn
Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft. – Und sie empfing vom Heiligen Geist.
Gegrüßet seist du, Maria …
Maria sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn. – Mir geschehe nach deinem Wort.
Gegrüßet seist du, Maria …
Und das Wort ist Fleisch geworden. – Und hat unter uns gewohnt.
Gegrüßet seist du, Maria …
Bitte für uns, heilige Gottesmutter. Dass wir würdig werden der Verheißungen Christi.
Lasset uns beten.
Allmächtiger Gott, gieße deine Gnade in unsere Herzen ein. Durch die Botschaft des Engels haben wir die Menschwerdung Christi, deines Sohnes, erkannt. Führe uns durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn. Amen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.
Mein Kindheitsgebet
Heiliger Schutzengel mein, lass mich Dir empfohlen sein, diesen Tag und jede Stund‘ – bis meine Seele in den Himmel kommt.
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen
Das Gebet des Jabez
Vater segne uns und erweitere unsere Gebiete. Halte Unglück und Schmerzen von uns fern.
Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn. Amen.
Quelle
Die Grundgebete sind der offiziellen Medienseite des Vatikan entnommen. Mein Kindheitsgebet habe ich von meiner Mutter gelernt und nirgendwo in dieser Form offiziell gefunden. Das „Gebet des Jabez“ bete ich seit 2004 nach dem Erscheinen des gleichnamigen Buches in dieser meiner eigenen Version. Jabez kommt in der Bibel unbedeutend im ersten Buch der Chronik vor: 1 Chr 4, 9-11.
Die Inspiration zu diesem Artikel kam mir durch einen Beitrag in der aktuellen Ausgabe des magazin KLASSIK (Nr. 39) von Radio Klassik Stephansdom. Dort ist diese Rosette als Illustration eines lesenswerten Artikel über das 1700 jährige Jubiläum des Konzils von Nizäa abgebildet.
Doppelseite 10 und 11 in magazin KLASSIK Nr. 39. Download des Heftes.