Kategorie: Gedanken

  • Gott hat ein Gesicht

    „Götter haben viele Gesichter, aber wahre Göttlichkeit hat kein Gesicht“, heißt es in einer taoistischen Meditation. Der Satz will trösten, will Vielfalt ehren – doch er lässt uns am Ende im Ungefähren zurück.

    Jesus Christus sagt etwas anderes.

    „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“ (Joh 14,9)

    Gott bleibt nicht im Nebel. Er tritt hervor – mit einem Gesicht, mit Augen, die weinen können, mit Händen, die berühren. Mit einem Herzen, das liebt bis ans Kreuz.

    Die Weltreligionen kennen viele Bilder von Gott. Die Bibel aber kennt nicht nur Bilder, sondern Begegnung. Nicht nur ein Ahnen, sondern ein Antworten.

    Jesus nennt Gott nicht „das Absolute“ oder „das Formlose“. Er nennt ihn Vater – und lädt auch uns ein, ihn so zu nennen:

    „Abba!“ – Papa. (Mk 14,36)

    Wer trauert, sucht keine Philosophie. Wer leidet, will kein Prinzip.

    Er oder sie sehnt sich nach Nähe. Nach einem Blick, einer Stimme, einer Umarmung.

    „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“ (Joh 14,6)

    Jesus zeigt uns den Weg – und er ist der Weg und die Liebe.

    Nicht anonym. Nicht verschwommen. Sondern ganz Mensch. Ganz Gott.

    Mit einem Gesicht.

  • Trauerrede für Beethoven

    Wenn man das Grab nicht kennt, in dem er Ruh erworben

    von Franz Grillparzer

    Wenn man das Grab nicht kennt, in dem er Ruh erworben,
    wen, Freunde, ängstet das? Ist er doch nicht gestorben!
    Er lebt in aller Herzen, aller Sinn
    und schreitet jetzt durch unsre Reihen hin.

    Deshalb dem Lebenden, der sich am Dasein freute,
    ihm sei kein leblos Totenopfer heute.
    Hebt auf das Glas, das Mut und Frohsinn gibt,
    und sprecht, es leerend, wie ers selbst geliebt:

    »Dem großen Meister in dem Reich der Töne,
    der nie zu wenig tat und nie zu viel,
    der stets erreicht, nie überschritt sein Ziel,
    das mit ihm eins und einig war: das Schöne!«

    Ehrengrab Ludwig van Beethoven, Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 32A, Grab 29). Die hohe weiße Obelisk‑Stele mit goldener Lyra markiert die letzte Ruhestätte eines der größten Komponisten der Musikgeschichte.

    Dieses ergreifende Gedicht stammt aus der Feder von Franz Grillparzer (1791–1872). Es war ursprünglich Teil seiner Rede zur Beisetzung Ludwig van Beethovens (1770–1827), gehalten am 29. März 1827 auf dem damaligen Währinger Ortsfriedhof in Wien.

    Ehrengrab Franz Grillparzer, Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 32A, Grab 14). Der bedeutende Dichter ruht unweit von Beethoven, Schubert & Co. – mitten im Komponistenfeld des Zentralfriedhofs.

    Grillparzer, selbst ein Meister des Wortes, würdigte mit diesen Zeilen einen Meister der Töne. Er sprach nicht von Trauer, sondern von bleibender Gegenwart, nicht von Tod, sondern von Schönheit, Kunst und Ewigkeit.

    Beethoven wurde später auf den Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 32A) umgebettet – in der Nähe seines musikalischen Bruders Franz Schubert. Auch Grillparzer fand dort seine letzte Ruhe – nur wenige Schritte entfernt.

    Die Inspiration zu diesem Posting verdanke ich einem Gespräch mit Barbara M. Fischer, die mir das Gedicht mit feinem Gespür für Sprache und Gefühle in Erinnerung rief. Danke dafür.

    Die beiden Fotos der Ehrengräber hat Hedwig Abraham gemacht, die mich 2024 mit Ihrem Fachwissen beeindruckt und durch den Zentralfriedhof geführt hat. Ich halte sie für eine hochkompetente und besonders engagierte Führerin durch Wien.

  • Der Tod geht mit der Zeit

    Auch knapp sieben Jahre nach seinem Erscheinen ist dieser Artikel eine Fundgrube für Vieles, das sich in Wien – und nicht nur hier – an der Bestattungskultur verändert hat.

    Als christlicher Trauerredner spüre ich allerdings auch eine große Sehnsucht der Angehörigen nach bleibendem Trost. Es ist noch gar nicht lange her, dass kirchliche und weltliche „Verabschieder“ kurz vor dem letzten Weg die Angehörigen um eine nette Geschichte aus dem Leben des lieben verstorbenen Menschen gebeten haben und dann aus dem Zusammenhang gerissen, diese Geschichte in der Aufbahrungshalle in ihre Standardreden eingebaut haben.

    Heute ist es bei guten Trauerredner üblich, die Angehörigen wenigstens ein paar Tage vor der Einsegnung zu besuchen und in einem einfühlsamen Gespräch zu spüren, was den lieben verstorbenen Menschen ausgemacht hat. Dann gelingt es auch, bei der Trauerrede die Zeit anzuhalten und ein letztes Mal den Toten in Gedanken lebendig zu erleben. Dieser großartige Mensch ist uns vorausgegangen und richtet schon eine Wohnung für uns her. Niemand weiß, wo diese neue Heimat sein wird und niemand weiß, wann und wie wir uns dort wiedersehen werden. Bis dahin können wir uns beim Friedensgruß nach dem Vater Unser umarmen und dürfen dankbar sein für die Freunde, die uns begleiten und für Gott, der uns liebt.

    Und am Wiener Zentralfriedhof hören wir manchmal leise den Chor unserer Lieben singen: „Wir sind nicht tot. Wir sind bei Gott. Auf Wieder-Sehen!“

  • Ich bin nicht tot

    „Beklagt mich nicht wie einen Toten,
    wenn ich vor Gottes Angesicht lebe.“

    – Redaktion Magnificat nach Aloisius von Gonzaga

    Wer liebt, trauert.
    Wer glaubt, hofft.

    Wenn wir Abschied nehmen,
    sehen wir nur das Äußere:
    den leeren Platz, die Stille, die Leere.

    Aber der Glaube sieht mehr:
    eine Seele, die angekommen ist.

    Ein Herz, das jetzt schlägt im Rhythmus der Liebe Gottes.
    Ein Leben, das vollendet wurde – nicht beendet.

    „Denn wir wissen:
    Wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird,
    dann haben wir von Gott ein ewiges Haus im Himmel.“

    (2 Korinther 5,1)

    Ich bin nicht tot – Ich bin bei Gott

  • Sonnenwende

    Tag 172. Wenn das wahre Licht erscheint, wendet sich der ganze Planet ihm zu. Die Sommersonnenwende ist die Zeit des stärksten Lichts. Sie ist ein enorm kraftvoller Tag. Der ganze Planet wendet sich dem Strahlen der Sonne zu.

    Diese mächtige Kulmination ist weder statisch noch dauerhaft. Die Sonnenwende als Zeit der Kulmination ist tatsächlich ein kaum wahrnehmbarer Punkt. Die Sonne scheint stillzustehen. Ihre tägliche Bewegung scheint beinahe anzuhalten. Gestern war sie noch auf dem Weg zu diesem Punkt; morgen wird sie eine neue Phase ihres Zyklus beginnen.

    Jene, die Tao folgen, feiern diesen Tag, um sich an die Zyklen der Existenz zu erinnern. Sie erinnern sich daran, dass alle Zyklen ein Links und ein Rechts haben, ein Oben und ein Unten, einen Höhepunkt und einen Tiefpunkt.

    Heute überwiegt der Tag die Nacht und trotzdem wird sich die Nacht langsam durchsetzen. Alles Leben verläuft in Zyklen. Alles Leben ist Harmonie. Deshalb sollten wir feiern, aber nicht hochmütig sein. Denn immer, wenn man einen großen Erfolg feiert, nähert sich auch die Antithese.

    Genauso gilt, nicht in Trauer zu verfallen, wenn man im Unglück ist. Denn wenn man trauert, nähert sich die Antithese ebenso. Jene, die wissen, wie man den Höhepunkt eines jeden Zyklus erreicht und sein Strahlen bewahrt, sind die Weisesten von allen.

    Inspiration: Deng, Ming-Dao. 365 Tao: Meditationen für jeden Tag des Jahres

  • Der wahre Schatz des Schreins

    Gedanken zu Fronleichnam

    „Nicht der Ort ist das, was letztlich zählt;
    was man spürt, ist das, was bleibt.“

    (Taoistische Meditation, Tag 170 – Schrein)

    Wenn wir an Fronleichnam das Allerheiligste in goldener Monstranz durch die Straßen tragen, dann ehren wir nicht einfach einen Schrein. Wir ehren eine Gegenwart, die uns innerlich berührt.

    Wie im Taoismus der Schrein nicht bloß ein exotischer Ort ist, sondern ein Spiegel des Herzens, so ist auch Fronleichnam kein Spektakel, sondern eine Einladung: 

    Gott wohnt unter uns. In uns.

    Wurzel Jesse Monstranz, Dom Museum Wien

    Ob du den Schrein im Tao oder das Allerheiligste in der katholischen Liturgie suchst – beide feiern das Heilige als Gegenwart. Was zählt, ist nicht, wohin du gehst, sondern wie du gehstMit offenem Herzen.

    Alltagssorgen fallen auf den kristallenen Boden.
    Buchstaben aus Feuer zeigen sich in der Luft.
    Und erscheinen wieder in deinem Herzen.

    Deng, Ming-Dao. 365 Tao: Meditationen für jeden Tag des Jahres

    Dann geschieht Wandlung.
    In der Trauer wie im Glauben gibt es heilige Orte.
    Nicht, weil sie geweiht sind –
    sondern weil sie uns verwandeln.

  • Gebt Ihr ihnen zu essen

    Gedanken zu Fronleichnam

    Dieses Bild begleitet mich an Fronleichnam – ebenso wie die Worte von Kardinal Christoph Schönborn:

    „Der ganze Aufwand, aller Schmuck an Blumen, alle die Festlichkeit haben nur diesen einen Sinn: Dass hier Jesus selber gegenwärtig ist.“

    Gezeigt ist die Speisung der Fünftausend: Ein Wunder, das in allen vier Evangelien überliefert ist. Aus nur fünf Broten und zwei Fischen werden Tausende satt – weil ein Kind teilt, weil Jesus segnet, weil die Jünger weitergeben. Das scheinbar Unmögliche wird möglich. Und: Es bleibt noch übrig.

    Ikonendarstellung der Speisung der Fünftausend. In der Mitte steht Christus, zweimal dargestellt – beim Entgegennehmen und Austeilen der Brote. Links kniet ein Junge mit fünf Broten und zwei Fischen. Rechts empfangen die Menschen das Wunder des Überflusses.

    Das Spruchband in rumänischer Sprache über der Szene lautet:

    „Hristos binecuvântând pâinile“ – „Christus segnet die Brote“.

    Fronleichnam ist das Hochfest des „Leibes und Blutes Christi“ – ein Fest der Gegenwart Jesu in der Eucharistie. Das alte Wort „Fronleichnam“ stammt aus dem Mittelhochdeutschen: vron = „des Herrn“ und lichnam = „lebendiger Leib“. Was wir am Gründonnerstag im Gedenken an das Letzte Abendmahl feiern, wird an Fronleichnam öffentlich bezeugt: Jesus Christus ist mitten unter uns – lebendig und gegenwärtig im gewandelten Brot.

    So ist auch das Evangelium dieses Tages mehr als eine Erinnerung. Es ist ein Auftrag:

    „Gebt ihr ihnen zu essen!“ (Lk 9,13)

    Für mich bedeutet das: Ich teile, was ich habe. Worte, Zeit, Trost. In der Hoffnung, dass Christus selbst gegenwärtig ist, wenn wir in seinem Namen handeln.

  • Wozu gibt es Leid?

    Schon die Frage nach dem wozu? statt des warum? öffnet den Blick für Sinn – auch wenn sie das Dunkel nicht vollständig erhellt. Große Denkerinnen und Denker haben sich seit Jahrhunderten mit dieser existenziellen Frage beschäftigt. Ihre Antworten können auch heute noch trösten, stärken und den Horizont weiten.

    Und Musik kann dabei ein liebevoller Begleiter sein.


    Hiob (ca. 5. Jh. v. Chr.): Klage als Weg zu Gott
    Im biblischen Buch Hiob wird das Leid nicht beschönigt. Hiob klagt – laut, bitter, ehrlich. Und gerade diese Klage wird zur Begegnung mit Gott. Am Ende steht kein logisches Warum, sondern eine stille, tragende Beziehung.

    „Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; jetzt aber hat mein Auge dich geschaut.“ (Hiob 42,5)

    Musik-Tipp: J. S. Bach – „Ich habe genug“, BWV 82


    Jesus Christus (ca. 30 n. Chr.): Der Gott im Leid
    Für Christinnen und Christen ist Jesus der Inbegriff göttlicher Solidarität. Er flieht das Leid nicht, sondern nimmt es auf sich – aus Liebe. Am Kreuz stirbt nicht nur ein Mensch, sondern Gott mit uns. Die Auferstehung aber zeigt: Das Leid hat nicht das letzte Wort.

    „In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.“ (Joh 16,33)

    Musik-Tipp: Pergolesi – Stabat Mater

    Boethius (480–524): Das Leid als Schule der Weisheit
    Der spätantike Philosoph Boethius schrieb im Gefängnis sein Werk Trost der Philosophie. Für ihn liegt im Unglück die Chance, sich von äußeren Sicherheiten zu lösen und sich dem Guten, Wahren und Göttlichen zuzuwenden. Leid wird so zur Einladung, sich an das zu erinnern, was wirklich zählt.

    „Nichts ist elender als ein Mensch, der das verloren hat, was ihn zum Menschen macht.“


    Elisabeth Kübler-Ross (1926–2004): Wachsen durch Krisen
    Die Sterbeforscherin betonte, dass das Leid ein Teil des Lebens ist – und ein Ort der Reifung. Ihre Phasenmodelle der Trauer helfen bis heute vielen Menschen, schrittweise wieder Vertrauen zu fassen.

    „Die schönsten Menschen, die wir kennen, sind jene, die das Leid kennengelernt haben.“

    Musik-Tipp: Mahler – Adagietto aus der 5. Symphonie


    Viktor E. Frankl (1905–1997): Freiheit und Sinn trotz allem
    Der Wiener Psychiater und KZ-Überlebende erkannte: Der Mensch ist auch im Leid frei – nicht in den Umständen, aber in seiner inneren Haltung. Wer dem Leben trotz allem einen Sinn abgewinnt, bleibt innerlich ungebrochen.

    „Das Leben ist sinnvoll – immer, unter allen Umständen.“

    Frankls Logotherapie lädt ein, Leid nicht nur zu ertragen, sondern zu verwandeln – in Mitgefühl, Verantwortung und Tiefe.

    Musik-Tipp: Mendelssohn: 4. Sinfonie (»Italienische«)


    Und wir?
    Leid bleibt ein Geheimnis. Doch die Stimmen der Geschichte laden ein: nicht zu verzweifeln, sondern zu vertrauen. Und womöglich – ganz langsam – zu wachsen.

    Nicht das Leid macht bitter – sondern das Alleinsein im Leid. Gott ist immer da. Wer gut begleitet wird, kann ihn spüren.

  • Gott richtet nicht. Gott rettet.

    Auszug aus der Predigt von Domkustos DDr. Michael Landau am Ostermontag 2025, gehalten im Hohen Dom zu Stephan in Wien 

    Lassen wir los, was uns klein macht und bedrückt?
    Und handeln wir ohne Angst, denn wir sind nicht Knechte,
    sondern Töchter und Söhne – befreit, um in der Freiheit der Kinder Gottes zu leben und unseren Weg in innerer Freiheit zu gehen.

    Wahrheit im Tun – nicht nur im Sagen

    Im Evangelium heißt es:

    „Wer die Wahrheit tut, kommt zum Licht.“
    Nicht wer sie bloß kennt oder sagt.
    Nicht jeder, der „Herr, Herr“ sagt, wird ins Himmelreich kommen –
    sondern wer den Willen des Vaters tut.

    Das Evangelium ist Maßstab für unser Tun.
    Hält das, was wir tun, im Licht stand?

    „Herr, mach Du unsere Dunkelheit hell.“

    Christus richtet nicht, er rettet

    Gott hat seinen Sohn nicht gesandt, um zu richten,
    sondern um zu retten.
    Wir dürfen darauf vertrauen:

    Gott geht uns nach. Jede und jeder ist ihm wichtig.

    Unser Weg im Geist

    Öffnen wir unsere Augen und Herzen für Gottes Nähe.

    Wer hofft, zieht weiter.
    Gehen wir ohne Angst – gestärkt durch den Geist,
    der auch uns ruft und sendet.

    Amen.

    Michael Landau (*1960) ist Biochemiker, Theologe und Priester mit jüdisch-katholischem Elternhaus; seit 2020 Präsident der Caritas Europa.
    Er war langjähriger Caritasdirektor in Wien und Österreich, ist Domkustos am Stephansdom und Mitglied des Domkapitels.


    Im ersten Teil seiner Predigt, den ich leider nicht aufgenommen habe, dankte Domkustos Landau auch allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern für die großartige und einfühlsame Arbeit durch die ganze Zeit der Sedisvakanzen in Wien und Rom und hob explizit Sakristeidirektor Georg Rejda und Domkapellmeister Markus Landerer hervor.

  • Einer bleibt bei uns

    Ein Impuls für Menschen in dunklen Zeiten

    Viele erleben Zeiten, in denen nichts mehr geht: Die Kräfte schwinden, der Sinn ist verschwunden, das Leben fühlt sich leer an. Gerade dann stellen sich Fragen, die tiefer gehen als jedes Symptom: Gibt es einen Grund weiterzumachen? Gibt es jemanden, der bleibt – auch wenn ich selbst kaum noch kann?

    Christlicher Glaube antwortet nicht mit billigen Parolen, sondern mit einer Zusage: Gott bleibt. Nicht als abstrakte Idee, sondern als Gegenwart – mitten im Leben, im Schmerz, in der Dunkelheit. Auch wenn vieles zerbricht, bleibt einer da, der Dich kennt, der Dich liebt und der nicht weicht.

    „Er bleibt bei uns.“ (vgl. Joh 14,17)

    Diese Worte fassen die Erfahrung von Pfingsten zusammen: Der Heilige Geist ist Gottes Nähe inmitten unserer Welt. Nicht sichtbar, aber spürbar – wenn wir uns ihm öffnen. Für viele ist das schwer. Vertrauen braucht Mut. Aushalten braucht Kraft. Aber gerade darin liegt das Wunder: Wer bleibt, erfährt, dass er nicht allein bleibt.

    Ein junger Mensch, schwer krank, sagte vor seiner Operation:

    „Es ist alles gut. Gott ist da.“
    Wie viel Vertrauen, wie viel Hoffnung liegt in diesen wenigen Worten.

    Glaube heißt nicht: Alles wird leicht. Glaube heißt: Ich lasse mich nicht fallen, ich lasse mich halten. Ich bleibe offen – für einen Trost, der nicht von dieser Welt ist, aber mitten in dieser Welt zu finden ist.

    „Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch.“ (Joh 15,5)
    Wer das wagt, wird erfahren: Auch im tiefsten Dunkel leuchtet ein Licht. Auch in der größten Erschöpfung ruht ein Herz in Frieden. Nicht aus eigener Kraft, sondern durch ein Du, das da ist – und bleibt.

    Wenn Du spürst, dass diese Gedanken Dich berühren, ruf‘ mich an. Ich begleite ich Dich gerne ein Stück auf Deinem Weg – mit Herz, Ohr und Zeit.