Kategorie: Gebete

  • Fürbitten

    Am Gedenktag des seligen Heinrich Seuse danken wir Gott für alle Menschen, die ihre eigenen Wege zu Gott gehen, sich nicht einengen und eingrenzen lassen und so Vorbilder für andere waren und sind:

    V: Lebendiger Gott,   A: höre unser Rufen.
    – Wir bitten für die Menschen in unserer Gegenwart, die auf ihre persönliche Weise Wege zu Gott suchen und dabei Widerstände erfahren, dass sie sich nicht entmutigen lassen.
    – Wir bitten für die Lehrenden an Hochschulen und Universitäten, dass sie dem Geist Raum geben und zur Freiheit des Geistes beitragen.
    – Wir bitten für alle, die im Dienst der Verkündigung stehen, dass sie neue und glaubwürdige Worte für Gottes Gegenwart finden.
    – Wir bitten für alle, die zu Unrecht verfolgt und angeklagt werden, dass sie nicht im Dunkel des Vergessens und Verschweigens verschwinden.

    V: Lebendiger Gott,   A: höre unser Rufen.

    Quelle: Magnificat – das Stundenbuch, Abendgebet vom 23.1.2026

  • O Deus aeterne

    Ewiger, gütiger Gott,
    du Schöpfer und Herr aller Dinge:
    Innig umfaßt dich mein Geist
    und die ganze Kraft meiner Seele,
    du meine Liebe, mein Lob,
    du Zierde und Licht meines Herzens.

    Du hast den Leib mir erbaut,
    schufst mir Augen zum Schauen der Schöpfung,
    schenkst mir zum Hören das Ohr,
    zum Werken die wendigen Hände.

    Was die Erde auch birgt,
    was Meer und Himmel umschließen,
    und was immer sich regt,
    was atmet, begehrt und empfindet,
    all dies schuf deine Hand
    und trägt und erhält es im Dasein,
    gibt ihm Leben und Kraft
    und lenkt es mit Allmacht und Weisheit.

    Lass mich, gütiger Herr,
    mit ganzem Herzen dir dienen,
    dich verkünden im Wort,
    dich tiefer erfassen im Glauben
    und in freudigem Dank
    zu dir die Hände erheben.

    Du bist mein Weg, meine Kraft,
    der sprudelnde Quell meines Lebens,
    du meiner Mühsal Lohn,
    mein Schöpfer und gütiger Lehrer.

    Sieh meine Armut und Not
    und verzeih mir Torheit und Sünde;
    gib, dass ich Gutes nur will
    und mit deiner Kraft es vollbringe.
    Dann lass mich, deinen Knecht,
    beseligt dein Angesicht schauen
    und, von Wonne durchströmt,
    an dir mich ewig erfreuen.

    Quelle:
    Nach: O Deus aeterne (Ad Deum Oratio), Hrabanus Maurus († 856)


    Ein frühmittelalterlicher Hymnus von Hrabanus Maurus verbindet Schöpfung, Dank und menschliche Verantwortung zu einem zeitlosen Morgengebet. Ein Text, der Arbeit, Glaube und Leben als Einheit denkt.

  • Fürbitten

    Auch in unserer Zeit erleben wir, dass David den Goliat besiegt. So lasst uns Gott bitten:

    A: Stärke unsere Hoffnung.

    – Dass wir trotz unserer begrenzten Möglichkeiten beitragen können, Frieden und Gerechtigkeit voranzubringen
    – Dass Menschen, die einen Neuanfang wagen, im Leben wieder Fuß fassen können.
    – Dass auch kleine Unternehmen Chancen haben, in der Wirtschaftswelt zu bestehen.
    – Dass die Lebensfreude und die Solidarität der Armen unsere konsumorientierte Gesellschaft verwandeln helfen.
    – Dass niemand vergessen bleibt, der einsam und elend gestorben ist.

    A: Stärke unsere Hoffnung.

    Quelle: Magnificat – das Stundengebt 2026/01

  • In Not

    Lasst uns beten für alle, die sich in einer Notlage befinden:

    V: Herr, erbarme dich.   A: Christus, erbarme dich.

    – Dass sie mit deiner Hilfe finden, was ihre Not wende
    – Dass sie aus der Nähe zu dir ein starkes Selbstwertgefühl empfangen.
    – Dass sie durch die Begegnung mit Menschen, die ein Leben in Armut gewählt haben, innerlich reich werden.
    – Dass sie in der Solidarität mit anderen Menschen Halt und Lebenssinn finden.
    – Dass sie dir am Ende ihres Lebens getröstet entgegengehen.

    V: Herr, erbarme dich.   A: Christus, erbarme dich.

    Quelle: Magnificat – das Stundenbuch 2026/01

  • Visionen hören

    Gepriesen sei Gott, der heute wie jeden Tag zu uns sprechen will. Lasst uns bereit sein für ihn und rufen:

    V: Rede, Herr, A: dein Diener hört.

    In unserer Zeit sind deine Worte selten geworden;
    – gib, dass wir dein Wort annehmen und es weitersagen.
    Menschen mit Visionen braucht unsere Zeit mehr denn je;
    – gib uns Einsicht in das, was du mit uns vorhast.
    Dein Licht ist noch nicht erloschen;
    – öffne uns die Augen für deine Gegenwart auch dort, wo wir dich nicht vermuten.

    V: Rede, Herr, A: dein Diener hört.


    Diese Bitten sind kein lautes Fordern, sondern ein stilles Bereitsein. Sie gehen davon aus, dass Gott spricht – nicht nur gestern oder in außergewöhnlichen Momenten, sondern heute, im Gewöhnlichen. Die eigentliche Frage richtet sich nicht an Gott, sondern an uns: Sind wir hörfähig geworden?
    In einer Zeit, die von Meinungen übervoll ist, wird Hören zur geistigen Disziplin. Visionen entstehen nicht aus Lautstärke, sondern aus Aufmerksamkeit. Wer sich dem Licht anvertraut, lernt, Gegenwart auch dort zu erkennen, wo sie nicht erwartet wird. Glaube zeigt sich hier nicht im Besitz von Antworten, sondern im Mut, Zeuge zu sein – durch Haltung, Wahrhaftigkeit und ein Leben, das aus dem Licht kommt.

  • Bitten am frühen Morgen

    A: Erfülle uns mit dem Glanz deines Lichtes.

    Lass uns Wege finden, den Tag nicht im Druck, sondern in deiner Nähe zu beginnen,
    – damit unser Tun aus Beziehung wächst.

    Lass uns innehalten, wenn der Morgen leise ist,
    – damit wir die Kraft der erwachenden Schöpfung in uns aufnehmen.

    Lass uns in frohen Tagen mit den Lachenden lachen
    – und in schweren Zeiten mit den Trauernden trauern.

    A: Erfülle uns mit dem Glanz deines Lichtes.

  • Alma redemptoris mater

    Alma redemptoris mater ist die marianische Antiphon, die im Stundengebet der katholischen Kirche in der Advents- und Weihnachtszeit entweder zum Abschluss der Vesper oder der Komplet gesungen wird, je nachdem, welche dieser beiden Horen die letzte ist, die in Gemeinschaft gefeiert wird.

    Jan van Eyck, Madonna in der Kirche (1426), Gemäldegalerie Berlin

    Alma Redemptoris Mater,
    quae pervia caeli | porta manes
    et stella maris,
    succurre cadenti, |
    surgere qui curat, populo:
    tu quae genuisti, | natura mirante,
    tuum sanctum Genitorem, |
    Virgo prius ac posterius,
    Gabrielis ab ore | sumens illud Ave,
    peccatorum miserere.

    Erhabne Mutter des Erlösers,
    du allzeit offene Pforte des Himmels
    und Stern des Meeres,
    komm, hilf deinem Volke,
    das sich müht, vom Falle aufzustehn.
    Du hast geboren, der Natur zum Staunen,
    deinen heiligen Schöpfer.
    die du, Jungfrau davor und danach,
    aus Gabriels Mund vernahmst das selige Ave,
    o erbarme dich der Sünder.

  • Fürbitten vor Weihnachten

    Menschliches und Göttliches, die Logik der Macht und die Gabe der Liebe liegen in unserer Welt oft im Widerstreit. Josef öffnet sich dem göttlichen Bereich. Wir rufen zu Gott, der die Herzen kennt, und bitten um seinen Beistand:

    V: Du unsere Zukunft,   A: sende uns deine Engel.
    – Für alle, die in einer schweren Konfliktsituation stehen.
    – Für alle, die auf ihre innere Stimme hören wollen.
    – Für alle, die Widerstände zu überwinden haben.
    – Für alle, die die Logik der Macht und die Zwänge der Tradition überwinden und auf dein Wort hören.
    V: Du unsere Zukunft,   A: sende uns deine Engel.

    Vaterunser

    Oration

    Allmächtiger Gott, gieße deine Gnade in unsere Herzen ein. Durch die Botschaft des Engels haben wir die Menschwerdung Christi, deines Sohnes, erkannt. Führe uns durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.

    Der Herr des Friedens schenke uns den Frieden zu jeder Zeit und auf jede Weise. Der Herr sei mit uns allen.
    Vgl. 2 Thess 3, 16

    Quelle: Magnificat – das Stundenbuch 12/2025

  • Kurz vor Weihnachten

    Fürbitten

    Christus Jesus, Schöpferwort des ursprunglosen Gottes, wir bitten dich:
    A: Vollende das Werk der Erlösung.
    – Führe die Menschen, die in Schuld verstrickt sind, zur Umkehr.
    – Begeistere Menschen durch die Faszination deiner Gerechtigkeit und Liebe.
    – Richte gerade, was in Jahrtausenden Menschheitsgeschichte an Unheil geschehen ist.
    – Belebe die Leiber neu, die im Schoß der Erde auf unvergängliches Leben warten.
    A: Vollende das Werk der Erlösung.

    Vaterunser

    Oration

    Allmächtiger Gott, gieße deine Gnade in unsere Herzen ein. Durch die Botschaft des Engels haben wir die Menschwerdung Christi, deines Sohnes, erkannt. Führe uns durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.
    Die Gnade Jesu Christi, des Herrn, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen.
    Vgl. 2 Kor 13, 13

    Quelle: Aus dem Abendgebet vom 21.12.2025 in Magnificat – das Stundenbuch.

  • Selig durch Dich auf ewig

    Du, ewigen Lichtes Quell,
    hole mich heim, in dich zurück,
    von wo ich gekommen,
    du, tiefster Grund allen Lebens.

    Lass mich erkennen,
    wie ich erkannt bin, lieben,
    wie ich geliebt bin.

    Dich, mein Gott,
    werd ich sehen,
    wie du bist,
    werd dich schauen,
    genießen, besitzen,
    selig durch dich
    auf ewig.

    Gertrud von Helfta


    Die heilige Gertrud von Helfta, auch Gertrud die Große, (* 6. Januar 1256; † 17. November 1301 oder 1302) war eine Zisterzienserin und Mystikerin im Kloster Helfta bei Eisleben. Die hl. Gertrud gehört zu den herausragenden Frauen des Mittelalters; als einzige deutsche Heilige trägt sie den Beinamen die Große. Durch Gertrud von Helfta, ihre Lehrerin Mechthild von Hackeborn und ihre Mitschwester Mechthild von Magdeburg galt Helfta als „Krone der deutschen Frauenklöster“.In der katholischen Kirche wird Gertrud von Helfta als Heilige verehrt.