Autor: admin

  • Christus, Retter der Welt

    Christus, Retter der Welt,
    in dunkler Zeit meines Lebens
    bist du da, bist du mein Licht,
    tröstest mich und machst mich frei.

    Christus, Herr, ich suche dich
    mit der ganzen Kraft meines Herzens,
    nach dir schaue ich aus.
    Herr, an dir mach ich mich fest.

    Christus, du nimmst mich mit
    auf dem Weg zum himmlischen Vater.
    Durch dich wirkt Gottes Kraft
    für mich und alle Menschen.

    Christus, eins mit dem Vater,
    im Heiligen Geist eine Liebe,
    dir sei Ehre und Preis
    Lob und Dank in Ewigkeit.

    © 2016 Raymund Weber

  • Ein Schweigen, in das Gott sein Licht spricht.

    Predigt von Militärerzdekan Dr. Harald Tripp zum 2. Sonntag der Fastenzeit, 1. März 2026, Stephansdom Wien

    „Ich bin ein großes Schweigen und weiß nicht, wer mich hört.“

    Dieser Satz stammt aus einem Brief der großen Kärntner Schriftstellerin Christine Lavant. Er bringt eine Erfahrung zum Ausdruck, die viele Menschen kennen: mit ihren Fragen, Hoffnungen und Zweifeln im Raum des Lebens zu stehen – und nicht zu wissen, ob sie gehört werden.

    Das Werk Lavants ist geprägt vom Schweigen, vom Leiden, aber auch von der Hoffnung und der Suche nach Sinn – gezeichnet durch Krankheit, Armut und Verunsicherung.

    Wenn wir den Bogen zu den heutigen Lesungen spannen, begegnen wir in der ersten Lesung aus dem Buch Genesis einem Menschen, der genau in eine solche Unsicherheit hinein von Gott angesprochen wird. Der Herr spricht zu Abraham: Zieh weg aus deinem Land, aus deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in ein Land, das ich dir zeigen werde.

    Abraham erhält keine detaillierte Wegbeschreibung. Keine Garantie. Keine Absicherung für ein leichtes Leben. Nur eine Verheißung des Segens.

    Und doch heißt es schlicht:
    „Abraham ging, wie der Herr es ihm gesagt hatte.“

    In diesem Gehen liegt bereits eine Verwandlung. Abraham bleibt nicht der, der er war. Sein Leben wird nicht mehr von Herkunft oder Sicherheiten bestimmt, sondern von einer Verheißung – von Gottes Zusage.

    Auch der Apostel Paulus greift diesen Gedanken auf, wenn er an Timotheus schreibt:
    „Gott hat uns gerufen mit einem heiligen Ruf, nicht aufgrund unserer Werke, sondern aus eigenem Entschluss und aus Gnade.“

    Der Anfang unseres Glaubens liegt nicht in moralischer Leistung oder religiöser Anstrengung, sondern im liebenden Ja Gottes zu uns.

    Gerade in der Fastenzeit kann der Eindruck entstehen, wir müssten uns Gottes Nähe verdienen – durch Verzicht, Disziplin oder besondere geistliche Anstrengung. Doch jede echte Verwandlung wächst aus Gottes Gnade, nicht aus Selbstoptimierung.

    Im Evangelium hören wir von der Verklärung Jesu auf dem Berg. Vor den Augen der Jünger wird er verwandelt – im Griechischen heißt es: metamorphosis. Das bedeutet nicht, dass etwas völlig Neues entsteht, sondern dass das innere Wesen sichtbar wird.

    Die Verklärung zeigt, wer Jesus in Wahrheit ist: der geliebte Sohn, vom göttlichen Licht durchdrungen.

    Früh dargestellt ist diese Szene im berühmten Mosaik des 6. Jahrhunderts im Katharinenkloster am Sinai. Dort steht Christus im Zentrum einer leuchtenden Mandorla. Das Licht geht von ihm selbst aus. Die Jünger sind überwältigt, geblendet, fast zu Boden geworfen.

    Das Licht war immer da – für einen Augenblick dürfen sie es sehen.

    Doch diese Szene steht im Zusammenhang mit der Leidensankündigung. Der heilige Augustinus von Hippo sagt: Christus zeigte ihnen seine Herrlichkeit, damit sie das Ärgernis des Kreuzes ertragen könnten.

    Das Licht ist nicht zur Flucht aus der Wirklichkeit gegeben, sondern als Kraftquelle für den Weg durch das Dunkel.

    Am Ende tritt Jesus zu den erschrockenen Jüngern, berührt sie und sagt:
    „Steht auf, fürchtet euch nicht.“

    Gott nimmt uns die Herausforderungen nicht ab. Manche Kreuze sind schwer. Aber er lässt uns nicht allein.

    Fastenzeit führt nicht am Kreuz vorbei. Sie führt durch Fragen, durch Verzicht, durch innere Kämpfe – aber sie geht auf Ostern zu.

    Fastenzeit ist eine Metamorphose: Gott will sichtbar machen, was er längst in uns hineingelegt hat – sein Licht, seine Hoffnung, seine Liebe.

    Vielleicht fühlen wir uns dennoch manchmal wie ein großes Schweigen.

    Doch die Stimme vom Berg sagt:
    „Auf ihn sollt ihr hören.“

    Und Jesus sagt:
    „Fürchtet euch nicht.“

    Vielleicht verwandelt sich unser Schweigen langsam in Vertrauen. Nicht laut, nicht spektakulär – aber getragen vom Licht Christi.

    „Ich bin ein großes Schweigen“ – ja vielleicht.
    Aber ein Schweigen, das gehört wird.
    Ein Schweigen, in das Gott sein Licht spricht.

    Amen.

  • Alles, was stärker ist als der Tod, ist Teil der ewigen Freuden.

    Diese Predigt zum 2. Sonntag der Fastenzeit (Verklärung Jesu) im Stift Göttweig 2026, gehalten von P. Johannes Paul Abrahamowicz OSB, kreist um eine einzige Bewegung: vom Chaos der Welt zur Hoffnung, die den Tod übersteigt.

    Ausgangspunkt ist die irritierende Weltlage: Kriege, Machtspiele, moralische Doppelstandards. Doch die Frage bleibt nicht bei der „Weltpolitik“, sondern wird persönlich: Wohin führt unsere Wohnzimmerpolitik? Wo tragen wir selbst Streit, Angst und Verhärtung weiter?

    Die Schriftlesungen antworten dreifach:

    • Abram (Gen 12,1–4a) soll aufbrechen – ohne Zielangabe, nur mit der Zusage des Segens. Loslassen des Vergänglichen.
    • Jesus (Mt 17,1–9 im Kontext der Leidensankündigung) geht bewusst nach Jerusalem. Die Verklärung ist kein Ausweichen vor dem Kreuz, sondern ein Vorgeschmack auf die Verwandlung durch den Tod hindurch.
    • Paulus an Timotheus (2 Tim 1,8b–10) bekennt: Christus hat dem Tod die Macht genommen. Wer keine Hoffnung hat, stirbt innerlich; wer hofft, dem stirbt die Angst vor dem Tod.

    Der Kern der Predigt: Wir glauben nicht an eine diffuse Hoffnung, sondern an die Liebe, die Gott selbst ist (vgl. 1 Kor 13; 1 Joh 4,8). Diese Liebe ist stärker als der Tod – und alles, was stärker ist als der Tod, gehört bereits zu den „ewigen Freuden“.

    In der Eucharistie wird diese Liebe nicht nur gedacht, sondern gesehen, gehört und empfangen.

    So ruft die Predigt dazu auf, das Vergängliche loszulassen und sich in die Wandlung Christi hineinnehmen zu lassen – mitten in einer unruhigen Welt.

    Quelle: Predigt von P. Johannes Paul Abrahamowicz OSB, 2. Sonntag der Fastenzeit (Verklärung Jesu), Stift Göttweig, 2026.
    https://www.stiftgoettweig.at/portal/de/betenarbeiten/seelsorge/predigten


  • Wandlung

    Ganz durchdrungen vom Glanz Gottes,
    mit strahlendem Gesicht
    und von Licht leuchtender Gestalt
    sehen Petrus, Jakobus und Johannes Jesus.

    Manchmal verändert sich alles.
    Etwas leuchtet auf.
    Etwas leuchtet ein.
    Manchmal berühren sich Himmel und Erde.

    Das weiße Taufkleid steht für diese Berührung.
    Das weiße Taufkleid steht für diese Wandlung.
    Sie ist uns geschenkt.
    Uns allen.

    Dorothee Sandherr-Klemp
    (zu Mt 17, 1–9, DIE VERKLÄRUNG JESU)
    aus Magnificat – das Stundenbuch
    von Woche zu Woche am 28.2.2026

  • Gott, Deine Güte

    Gott, deine Güte reicht so weit,
    so weit die Wolken gehen;
    du krönst uns mit Barmherzigkeit,
    und eilst, uns beizustehen.
    Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort,
    vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort;
    denn ich will vor dir beten!

    Ich bitte nicht um Überfluss
    und Schätze dieser Erden.
    Lass mir, so viel ich haben muss,
    nach deiner Gnade werden.
    Gib mir nur Weisheit und Verstand,
    dich, Gott, und den, den du gesandt,
    und mich selbst zu erkennen.

    Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm,
    so sehr sie Menschen rühren;
    des guten Namens Eigentum
    lass mich nur nicht verlieren.
    Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht,
    der Ruhm vor deinem Angesicht,
    und frommer Freunde Liebe.

    So bitt ich dich, Herr Zebaoth,
    auch nicht um langes Leben.
    Im Glücke Demut, Mut in Not,
    das wolltest du mir geben.
    In deiner Hand steht meine Zeit;
    lass du mich nur Barmherzigkeit
    vor dir im Tode finden.

    Christian Fürchtegott Gellert (1715–1769),
    Vertonung: Ludwig van Beethoven (1770–1827),
    in: Sechs Lieder von Gellert op. 48, 1

  • Fürbitten in der Fastenzeit


    Christus Jesus, du auferweckst uns schon hier zu deinem neuen Leben. Wir rufen zu dir:

    V: Kyrie, eleison.   A: Christe, eleison

    Bewahre deine Glaubenden davor, dich nur mit den Lippen zu bekennen;
    – lass sie ihren Mitmenschen deine Liebe erweisen.
    Berufe in unserer Zeit Männer und Frauen zum Dienst in der Kirche,
    – damit sie die Menschen auf dem Weg zu einem Leben in Fülle begleiten.
    Gewähre allen Trauernden die Gnade, die bleibende Gemeinschaft mit ihren Verstorbenen zu erfahren,
    – und sende ihnen Menschen, die ihnen neue Freude am Leben schenken.
    Vollende das neue Leben, das du deinen Glaubenden einpflanzt, an unseren Verstorbenen
    – und erwecke sie zu deiner Herrlichkeit.

    V: Kyrie, eleison.   A: Christe, eleison.

    Quelle: Magnificat – das Stundenbuch, Abendgebet vom 25.2.2069

  • Demut

    Lasst uns Gott bitten um die Gabe der Demut:

    A: Kyrie, eleison.

    – Dass uns bewusst bleibt, wie viel wir deiner Güte verdanken.
    – Dass wir uns nicht über andere erheben.
    – Dass wir voll Freude tun, was heute unsere Aufgabe ist, auch wenn es uns klein und unbedeutend vorkommt.

    A: Kyrie, eleison.

  • Sinn – Fürbitten

    Gott, unser Leben, viele Menschen suchen nach Sinn und finden ihn nicht. Wir bitten dich:

    A: Weise uns deine Wege.

    – Dass sie Menschen finden, die sie bei ihrer Suche begleiten.
    – Dass sie deine Stimme hören und deine Spuren erkennen lernen.
    – Dass sie deiner Fülle begegnen und innerlich fühlen, wie nah du ihnen bist.
    – Dass sie Mut finden, sich ganz auf dich zu verlassen.

    A: Weise uns deine Wege.

    Quelle: Fürbitten am 19.2.2026 aus dem Abendgebet in Magnificat – das Stundenbuch.

  • Aschermittwoch

    Asche erinnert an unsere Vergänglichkeit.
    Das Kreuz darin erinnert an Gottes Treue.

    Wir sind Staub – und doch geliebt.
    Wir gehen unseren Weg auf Ostern zu.

    Amor vincit.

  • Bitte um Humor

    Humor haben heißt, auch das Schwere leicht nehmen zu können. Im Blick auf unseren oft eingefahrenen Alltag bitten wir:

    A: Befreie uns, Gott.

    – Von allzu trockener Ernsthaftigkeit.
    – Zur Fähigkeit, über uns selbst zu lachen.
    – Durch einen lebhaften Sinn für Komik und Witz.

    A: Befreie uns, Gott.

    aus dem Morgengebet vom 17.2.2026 in Magnificat – das Stundenbuch