Lasst uns, erfreut und ehrfurchtsvoll, für ihn singen dies Lied, für ihn, der lebt. Auf dass wir aufrichtig Liebe haben zueinander:
Wo Freundschaft ist und Liebe, da ist Gott.
An diesem Ort versammelt, lasst uns sein einig im Geiste, Herzen ungeteilt. Weg alle harten Worte, Groll und Zwiespalt. Dass Liebe wohne unter uns, Gott selbst.
Wo Freundschaft ist und Liebe, da ist Gott.
Mögen wir mit allen, die schon dort sind, im Licht verherrlicht, sehn dein Angesicht – Freude, die unermesslich ist, Sicherheit, die in Ewigkeit kein Ende findet.
Meine Großmutter in Bregenz war Schneiderin. Ihr Mann war im Weltkrieg gefallen. Sie musste zwei Kinder allein großziehen.
Sie nähte für viele Kundinnen – auch für Damen aus dem Umfeld der Liechtensteins. Und sie war ein großer Bewunderer des Fürsten. Nicht wegen des Glanzes, sondern wegen seiner Großzügigkeit und seines Denkens in Generationen. Davon hat sie mir als Kind oft erzählt.
Viele Jahre später lernte ich die verstorbene Fürstin persönlich kennen, als sie das renovierte Stadt-Palais für Mary’s Meals öffnete. Seitdem gehe ich fast jedes Jahr zumindest einmal in eine der Sonderausstellungen. Dass diese Ausstellungen frei zugänglich sind, ist für mich keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Zeichen von Großzügigkeit der fürstlichen Familie. Danke dafür!
Heute, am Valentinstag, war ich mit Yuliya in der Ausstellung „DEALING IN SPLENDOUR. A History of the European Art Market“ im Gartenpalais Liechtenstein.
Der Triumpf des Todes
Dort hängt ein berühmtes Gemälde von Jan Brueghel der Jüngere: „Der Triumph des Todes“.
Der Triumpf des Todes, Jan Brueghel der Jüngere, 1620, Fürstliche Sammlungen Liechtenstein
Das Bild ist dicht, fast übervoll. Überall Skelette, Feuer, Menschen in Angst. Der Tod scheint alles zu beherrschen.
Der Sieg der Liebe
Und ganz unten rechts zwei Details:
Ein Liebespaar. Und ein Backgammon-Brett.
Kein Schach.
Schach wäre reine Strategie. Backgammon ist anders. Es ist Strategie, Glück und Haltung zugleich. Man würfelt, man plant – und man nimmt an, was fällt.
Yuliya und ich spielen seit Jahren fast täglich Backgammon. Es ist unser Spiel. Schach wäre uns zu rein strategisch, zu anstrengend. Backgammon ist lebendig.
Im Bild scheint der Tod alles zu überrennen. Aber dieses Paar schaut gemeinsam in ein Buch. Völlig unbeeindruckt von den Skeletten ringsum.
Liebe verhindert nicht die Endlichkeit. Aber sie gibt dem Leben Bedeutung.
Am Abend sagte Yuliya zu mir: „Das war der schönste Valentinstag meines Lebens, mein Schatz.“
Heute vor 150 Jahren wurde in Dresden Paula Modersohn-Becker geboren, die den frühen deutschen Expressionismus maßgeblich geprägt hat. Ihre schlichte Formensprache und kontrastreiche Farbigkeit suchen ihresgleichen.
Paula Modersohn-Becker im Garten malend Otto Modersohn (1865 – 1943)
Bitten wir Gott, der uns mit unterschiedlichen Gaben beschenkt hat:
A: Bring unser Leben zum Leuchten. – Öffne unsere Augen für die Wirklichkeit, die uns umgibt – Lass uns die Farben, Töne und Gerüche aufnehmen und unser Herz erfüllen. – Bringe ihre Kraft in uns zur Entfaltung, dass wir unsere Welt für alle lebenswert gestalten. A: Bring unser Leben zum Leuchten.
Vaterunser
Oration
Gott, unser Vater, wir sind dein Eigentum und setzen unsere Hoffnung allein auf deine Gnade. Bleibe uns nahe in jeder Not und Gefahr und schütze uns. Darum bitten wir durch Jesus Christus. Das Licht Jesu Christi mache unsere Herzen hell und schenke uns ewige Freude.
Text: Magnificat – das Stundenbuch, Morgengebet vom 8.2.2026
Allmächtiger Gott, du wahres Licht und ewiger Tag, du schenkst uns im Kreislauf der Zeit immer wieder einen neuen Morgen. Vertreibe die Nacht des Bösen und erleuchte unser Herz durch den hellen Glanz deines Kommens. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil und führe uns zum ewigen Leben.
Oration aus dem Morgengebet zum 7.2.2026 in Magnificat – das Stundenbuch 2026 – 02
Lothar Zenetti (* 6. Februar 1926 in Frankfurt am Main; † 24. Februar 2019 ebenda) war ein deutscher römisch-katholischer Theologe, Priester und Schriftsteller. Er erkannte im 2. Weltkrieg seine Berufung und besuchte das „Stacheldraht-Seminar“.
Heute vor 100 Jahren wurde der Priester und Dichter Lothar Zenetti geboren, der uns mit einem kostbaren Schatz geistlicher Lieder beschenkt hat. Wir bitten Gott, der uns in seine Nähe ruft:
A: Gib uns die Gabe der Sprache.
– Bring uns die Bibel nah, dass wir regelmäßig in ihr lesen, und lass uns auch sonst Zeit für gute Lektüre finden.
– Dass wir treffend ins Wort fassen, was uns bewegt.
– Dass wir unsere Stimme erheben, wenn anderen Unrecht geschieht.
„Die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Kinder Gottes.“
Röm 8,19
Die Heilige Agatha (5.2.) erinnert heute nicht an Heldentum, sondern an Treue. Treue zum eigenen Gewissen. Treue zur Würde des Lebens. Treue zu Gott – auch dort, wo es weh tut.
Paulus weitet den Blick: Nicht nur der Mensch leidet. Auch die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen – und zugleich voller Hoffnung. Hoffnung darauf, dass Leid nicht das letzte Wort behält. Dass das Zerbrechliche nicht verloren ist. Dass Freiheit und Herrlichkeit größer sind als Angst und Gewalt.
Darum ist dieser Tag nicht nur ein Gedenktag für Agatha. Er ist auch ein stiller Gruß an alle, die heute Namenstag haben: Adelheid. Heidi. Heidrun. Albina. Albuin. Namen von Menschen, die getragen sind – nicht von Stärke, sondern von Beziehung.
Und wir alle dürfen darauf vertrauen, dass Gott uns liebt. Auch wenn wir das manchmal im Augenblick nicht verstehen und deuten können. Am Ende wird immer alles gut.
Glaube zeigt sich nicht im Lauten. Sondern im Bleiben. Im Aushalten. Im Vertrauen, dass Gott auch dort nahe ist, wo wir selbst keinen Halt mehr spüren.
Faksimile der Legende: Magnificat – das Stundenbuch 2026/02
Wie eine Mutter sorgt für Kinder, die ihr anvertraut, und einsteht, dass sie leben: So wirkt ein Gott der Liebe, keine Stund verlässt er uns. Nicht mehr verstummt das Wort, das er uns hat gegeben.
Es nimmt uns bei der Hand, das Wort, geduldig führt es uns aus Angstland weg zur Freiheit. So trocken, heiß, so unbegehbar schräg, so hoch der Weg – zwing mich nicht, ihn zu gehn, wenn nicht du selbst mir nah bleibst.
Ein Wasserfall von Licht, von Freude und bewährter Hoffnung, Einsicht und Vertrauen. So kommst du über Menschen und dein Wort treibt mich nun fort. Noch weiß ich nichts von dir, einst werde ich dich schauen.