Diese Predigt zum 2. Sonntag der Fastenzeit (Verklärung Jesu) im Stift Göttweig 2026, gehalten von P. Johannes Paul Abrahamowicz OSB, kreist um eine einzige Bewegung: vom Chaos der Welt zur Hoffnung, die den Tod übersteigt.
Ausgangspunkt ist die irritierende Weltlage: Kriege, Machtspiele, moralische Doppelstandards. Doch die Frage bleibt nicht bei der „Weltpolitik“, sondern wird persönlich: Wohin führt unsere Wohnzimmerpolitik? Wo tragen wir selbst Streit, Angst und Verhärtung weiter?
Die Schriftlesungen antworten dreifach:
- Abram (Gen 12,1–4a) soll aufbrechen – ohne Zielangabe, nur mit der Zusage des Segens. Loslassen des Vergänglichen.
- Jesus (Mt 17,1–9 im Kontext der Leidensankündigung) geht bewusst nach Jerusalem. Die Verklärung ist kein Ausweichen vor dem Kreuz, sondern ein Vorgeschmack auf die Verwandlung durch den Tod hindurch.
- Paulus an Timotheus (2 Tim 1,8b–10) bekennt: Christus hat dem Tod die Macht genommen. Wer keine Hoffnung hat, stirbt innerlich; wer hofft, dem stirbt die Angst vor dem Tod.
Der Kern der Predigt: Wir glauben nicht an eine diffuse Hoffnung, sondern an die Liebe, die Gott selbst ist (vgl. 1 Kor 13; 1 Joh 4,8). Diese Liebe ist stärker als der Tod – und alles, was stärker ist als der Tod, gehört bereits zu den „ewigen Freuden“.
In der Eucharistie wird diese Liebe nicht nur gedacht, sondern gesehen, gehört und empfangen.
So ruft die Predigt dazu auf, das Vergängliche loszulassen und sich in die Wandlung Christi hineinnehmen zu lassen – mitten in einer unruhigen Welt.
Quelle: Predigt von P. Johannes Paul Abrahamowicz OSB, 2. Sonntag der Fastenzeit (Verklärung Jesu), Stift Göttweig, 2026.
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