Autor: admin

  • aus Liebe

    Texte zum Tag aus dem Schott.

  • Im Reich der Liebe

    Dankt dem Vater mit Freude! Er hat euch fähig gemacht, Anteil zu haben am Los der Heiligen, die im Licht sind. Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes.

    Kol 1, 12–13

  • Amor vincit

    Vor 41 Jahren verließ sie Wien und ging als Au pair nach Südfrankreich.
    Es sollte nur für ein halbes Jahr sein.

    Sie wollte Abstand gewinnen.
    Von ihrer Schwester.
    Von einer tiefen Verletzung.

    Erst viele Jahre später – beim Gebet am Grab der Mutter – löste sich die Verbitterung. 

    Und ihre Tränen wurden zu Tränen der Versöhnung.

    Amor vincit – die Liebe siegt.

  • Respekt? Liebe?

    Stellen Sie sich vor, der Papst gratuliert Menschen zu ihrem christlichen Verhalten, die nie in die Kirche gehen…

    Impuls von P. Johannes Paul Abrahamowicz OSB aus Stift Göttweig zum Evangelium vom ungläubigen Thomas am Sonntag der Barmherzigkeit 2026.

  • Siegt wirklich David über Goliath?

    Es gibt Szenen, die man nicht vergisst.

    In der Finalfolge von »House of David« (Amazon Prime Video, Staffel 1, Episode 8) kämpft David gegen Goliath — und verliert. Eine Lanze trifft ihn, er bricht zusammen. Die Menge verstummt.

    Dann erscheint der Prophet Samuel auf dem Berg. Sichtbar für alle. Er betet — still, unbeirrbar, mit einer Würde, die den Lärm des Schlachtfelds übersteigt.

    Und David steht auf.


    Aber wer steht hier eigentlich auf?

    David ist zu diesem Zeitpunkt längst der von Samuel gesalbte König von Israel — nur noch im Verborgenen. Doch nicht er besiegt Goliath. Gott selbst tut das. David ist sein Werkzeug. Und erst als er am Boden liegt, am Ende seiner menschlichen Kraft, wirkt Gott durch ihn. Samuel auf dem Berg öffnet dafür gleichsam die Tür.

    Das ist keine Heldengeschichte. Das ist Theologie.


    Die Kernaussagen der ersten Staffel:

    Gott wählt den Jüngsten, den Randständigen, den Unscheinbaren — nicht den Starken. Der Mensch sieht das Äußere, Gott das Herz.

    Macht ohne Gottesbeziehung ist letztlich Selbstbedienung — und zerstört, was sie zu erhalten vorgibt. Königin Ahinoam ist dafür das stärkste Beispiel der Staffel: intelligent, willensstark, politisch versiert — und doch scheitert sie. Nicht an mangelnden Fähigkeiten, sondern daran, dass sie Gott durch Aberglaube ersetzt und Kontrolle nie abgeben kann.

    Führung ohne echten Glauben hat keine tragfähige Mitte.

    Und schließlich: Das Verborgene ist das eigentlich Wirksame. David trägt die Salbung bereits in sich — lange bevor die Welt es sieht.


    Woran erkennt man Führung, die wirklich trägt? Wer steht hinter der Macht — der Mensch oder Gott? Und wohin flüchten wir, wenn wir an unsere Grenzen stoßen — zu Gott oder zu unseren eigenen Mitteln?

    Diese Fragen stellt die Serie.

    »House of David«, Staffel 1 — für alle, die gute Erzählkunst und tiefe Bilder schätzen. Eine der beeindruckendsten Produktionen der letzten Jahre. Auf Amazon Prime Video.

    Und heute beginne ich mit der 2. Staffel…

  • Vom Sehen zum Glauben

    Predigt von Militär-Erzdekan Dr. Harald Tripp, Stephansdom WIen, Ostersonntag, 5. April 2026, Orgelmesse um 12:00 Uhr

    00:00 Erste Lesung
    03:19 Zweite Lesung
    06:20 Hallelujah
    07:15 Evangelium
    09:35 Homilie / Predigt
    17:08 Glaubensbekenntnis
    18:10 Fürbitten

    Kernsynopse

    Die zentrale Botschaft dieses Ostergottesdienstes ist die Neudefinition des Todes durch die Auferstehung Christi. Während die menschliche Erfahrung – die Schwerkraft der Sorge, der Schuld und des Verfalls – diktiert, dass alles endet, stellt die Auferstehung diese Realität in Frage. Die Erzählung verfolgt den Übergang von einem rein physischen „Sehen“ (Maria Magdalena am leeren Grab) über ein nachdenkliches „Betrachten“ (Petrus, der die Grabtücher untersucht) bis hin zu einem transformativen „Glauben“ (der andere Jünger, der erkennt). Diese Entwicklung dient als Modell für die Gläubigen: Der Osterglaube ist kein plötzliches Ereignis, sondern ein innerer Weg vom Wahrnehmen über das Fragen zum Vertrauen. Die Auferstehung wird somit nicht als eine Wiederherstellung des alten Lebens dargestellt, sondern als ein Durchbruch in eine neue Wirklichkeit, in der die endgültige Macht des Todes gebrochen ist.

    Pietro Perugino (1445-1523) Die Auferstehung Christi,
    Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Alte Pinakothek

    Die Logik der Auferstehung: Vom Sehen zum Glauben

    1. Das Zeugnis der Schrift

    Die Lesungen begründen die theologische Grundlage für das Osterereignis. Die Apostelgeschichte legt das Fundament, indem sie Petrus‘ Zeugnis von Jesu Wirken, seiner Kreuzigung und der von Gott bewirkten Auferstehung wiedergibt. Der Kolosserbrief gibt diesem Ereignis eine spirituelle Anwendung, indem er die Gläubigen auffordert, ihren Sinn „auf das, was oben ist“ zu richten, da ihr altes Leben gestorben und mit Christus in Gott verborgen ist. Diese Texte positionieren die Auferstehung nicht als isoliertes historisches Ereignis, sondern als zentrale Achse des christlichen Glaubens und Lebens.

    2. Der Weg zum Glauben: Eine dreifache Seh-Erfahrung

    Das Evangelium nach Johannes schildert einen stufenweisen Prozess der Erkenntnis, der die innere Reise des Glaubens widerspiegelt:

    • Stufe 1: Das Wahrnehmen (Maria Magdalena): Sie sieht nur eine Tatsache – „dass der Stein vom Grab weggenommen war“. Dies ist ein rein physisches Sehen ohne Verständnis, das zu einer schnellen, aber falschen Schlussfolgerung führt („Sie haben den Herrn aus dem Grab weggenommen“).
    • Stufe 2: Das Betrachten (Petrus): Er geht in das Grab hinein und untersucht die Details genauer – die liegenden Leinenbinden und das ordentlich zusammengelegte Schweißtuch. Dies ist ein suchendes, überlegendes Sehen, das Fragen aufwirft, aber noch keine endgültige Antwort findet.
    • Stufe 3: Das Erkennen (Der andere Jünger): Nachdem er die gleichen Beweise gesehen hat, kommt er zum Glauben. Sein Sehen transzendiert die physische Beobachtung und wird zu einer inneren Erkenntnis, einem Durchbruch zum Vertrauen in die Auferstehung.

    3. Die theologische Deutung: Der Tod des Todes

    Die Predigt synthetisiert diese biblischen Erzählungen zu einer zentralen These, die auf ein Zitat von Meliton von Sardes zurückgreift: „Er ist es, der den Tod getötet hat.“ Ostern wird als ein Ereignis interpretiert, das die „Schwerkraft“ der Existenz – die unaufhaltsame Tendenz zu Verfall und Tod – durchbricht. Christi Auferstehung ist keine Rückkehr ins alte Leben, sondern der Beginn einer neuen Wirklichkeit, in der die Gesetze von Tod und Endgültigkeit überwunden sind. Dieses Ereignis ist nicht nur historisch, sondern eine gegenwärtige Verheißung für die Gläubigen, die sie einlädt, über ihre eigenen Sorgen und Grenzen hinaus auf eine neue, von Gott geschaffene Realität zu vertrauen.


    Und vor der Hl. Messe haben wir andächtig staunend der Pummerin gelauscht.

  • Wer hat den Stein weg gewälzt?

    Nur Matthäus sagt es uns: Ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab und wälzte den Stein weg. Markus, Lukas und Johannes finden ihn einfach fort – ohne Erklärung, ohne Zeugen.

    Vielleicht ist das kein Widerspruch. Vielleicht ist es eine Einladung: Der Auferstandene braucht keinen offenen Eingang. Er erscheint später durch verschlossene Türen. Der Stein wurde nicht für ihn weggerollt – sondern für uns. Damit wir hineinsehen, begreifen, glauben können.

    „Gott braucht keinen Engel. Aber wir brauchen ein Zeichen.“

    Am 8. Dezember 2019, dem Fest Mariä Empfängnis, lag ich in einem Krankenhaus in Kiew auf der Intensivstation. Ein Chirurg trat an mein Bett – mitten in der Nacht, ein einfaches silbernes Franziskuskreuz um den Hals. Er sagte zu mir: „Operation now or tomorrow dead.“ Ich sah das kleine Kreuz. Und ich sagte: „Operation now.“

    Am Morgen um sieben Uhr lächelte er mich an und sagte: „You are not in heaven. Operation was successful.“

    Ich weiß seitdem: Steine werden weggerollt. Nicht immer spektakulär. Manchmal durch Vertrauen in das Herz eines Chirurgen in der Nacht. Manchmal durch einen Satz, der Leben rettet. Manchmal schweigend, unsichtbar – und wir finden sie einfach fort, wie Maria von Magdala am ersten Tag der Woche.

    Das Grab war leer. Das Leben war stärker. Das gilt heute noch.

    Seit zwei Jahren begleite ich als freier Einsegner Menschen und Familien auf ihrem letzten gemeinsamen Weg. Viele von ihnen haben der Kirche den Rücken gekehrt – aber nicht dem Leben, nicht der Hoffnung, nicht Gott. Sie glauben. Nur anders. Auch darin höre ich Ostern. Und manchen konnte ich helfen, den Stein aus ihrem Leben wegzurollen. Dafür bin ich sehr dankbar.

    Frohe Ostern. Möge auch in Ihrem Leben ein Stein weggerollt sein – einer, von dem Sie vielleicht noch gar nicht wussten, dass er da lag.

    Ihr

    Harald R. Preyer
    freier Einsegner

  • Gottes Liebe ist mächtiger

    Kann ich gemeinsam mit Gott meine Feinde lieben?

    Predigt von P. Johannes Paul Abrahamowicz in der Osternacht 2026

    Predigt P. Johannes Paul Abrahamowicz

    Freuen wir uns nicht nur, dass Jesus auferweckt wurde, sondern freuen wir uns auch darüber, warum er auferweckt wurde und darüber, was das mit uns macht.

    Er wurde nämlich aus Liebe auferweckt und das macht uns dazu fähig, dass auch wir gemeinsam mit ihm lieben können. Es war nämlich lieblos von Judas, dass er Jesus den Hohepriestern ausgeliefert hat, und es war lieblos von den Hohepriestern, dass sie Jesus dem Pontius Pilatus ausgeliefert haben. Es war auch lieblos von ihnen, dass sie dann die Menge aufgewiegelt haben.

    Es war aber auch lieblos von Pontius Pilatus, dass er sich aus Feigheit überreden ließ, Jesus zu kreuzigen. Es war lieblos und gehässig von den römischen Soldaten, dass sie mit Jesus alles gemacht haben, was sie wollten, bis er tot war.

    Aber größer als alle diese Lieblosigkeiten ist die Liebe des Vaters. Wir nennen das die Vergebung. Nicht aus Hokuspokus hat er Jesus auferweckt, sondern aus Liebe, trotz aller Lieblosigkeiten. Er hat dem Judas verziehen, den Hohepriestern, dem Pontius Pilatus und den römischen Soldaten hat er vergeben durch die Auferweckung seines Sohnes.

    Wenn wir aber diese Liebe, diese Vergebung nur verstehen, ist das zwar schön. Aber dann bleibt Ostern bloß ein gesellschaftliches Freudenfest innerhalb der Kirchenmauern.

    Und während wir und alle Christen auf der Welt feiern, dass die allmächtige Liebe Gottes über das gehässige Töten gesiegt hat, verzweifeln wir trotzdem über die Nachrichten von Toten durch Kriege. Während wir Halleluja singen, weil Gott seinen Sohn wirklich auferweckt hat, sind wir weiterhin ratlos über das Bombardieren und Töten zwischen Russland und Ukraine und zwischen Israel und Iran.

    Außerdem gibt es auf der Erde noch 25 weitere Kriege, die es gar nicht in die Nachrichten schaffen. Sie schaffen es zumindest in die höchste Stufe der Reisewarnungen auf der Internetseite unseres Außenministeriums. Und ein Christ, der heute mit uns feiert, der versteht, dass die Liebe Gottes mächtiger als der Tod ist, der das immerhin versteht, aber leider nur versteht, es nur mit dem Verstand erfasst, der fragt sich mit Recht, wer hier der Sieger ist. Gott mit seiner allmächtigen Liebe, der vor 2000 Jahren den toten Jesus erweckt hat. Oder die Menschen, die heute weiterhin Krieg führen und über Leichen gehen?

    Wenn wir verstehen, dass Gottes Liebe zu Judas und zu den Hohepriestern und zu Pontius Pilatus und zu den römischen Soldaten größer ist als deren Lieblosigkeiten, dann ist das schon sehr schön.

    Wenn aber auch wir mit Gott gemeinsam diesen zwielichtigen Judas lieben wollen, diese heuchlerischen Hohepriester, diesen feigen Pontus Pilatus und diese brutalen römischen Soldaten mit Gott gemeinsam zumindest lieben wollen, dann ist Ostern in uns.

    Dann brennt das Osterfeuer in uns. Dann brennt die Osterkerze in uns. Das heißt, dann kommt Vergebung aus uns heraus.

    Nicht nur im Freundeskreis der Kirchen hier, sondern auch in den Kleinkriegen in unserer Umgebung.

    Und bevor ich ratlos bin über die militärischen Konflikte in der Welt, weiß ich jetzt, dass ich die persönliche Chance habe, mit den Militanten in meinem Umfeld umzugehen. Denn einen Judas hat auch jeder von uns in seiner näheren Umgebung. Und auch frömmelnde Scheinheilige, wie die Hohepriester, hat auch jeder von uns zu Hause oder in der Schule oder am Arbeitsplatz.

    Und Feiglinge, die Unheil zulassen wie Pontus Pilatus und ständig unzufriedene Menschen wie die römischen Soldaten, all diese Tücken samt all deren Lieblosigkeiten hat jeder von uns in seinem Umfeld.

    Und jedes Mal, wenn ich einen von diesen Typen trotz all seiner Lieblosigkeiten gemeinsam mit Gott lieben kann, erlebe ich, dass Gottes Liebe mächtiger ist als die Menschen, die Krieg führen.

    Und ich erlebe es persönlich in meiner Umgebung.

    Ich freue mich also nicht nur darüber, dass vor 2000 Jahren Jesus aus Liebe auferweckt wurde, sondern auch darüber, dass die Liebe Gottes heute in mir Ostern erneuert.

    Amen.

    Kern-Synopse

    Die Auferstehung Christi ist nicht nur ein historisches Ereignis, das es intellektuell zu verstehen gilt, sondern ein aktives Prinzip der Vergebung, das in der Gegenwart umgesetzt werden muss. Der zentrale Punkt der Predigt ist, dass die Liebe Gottes, die sich in der Auferstehung manifestiert, mächtiger ist als jede menschliche Lieblosigkeit – von Judas‘ Verrat bis hin zu den heutigen Kriegen. Wenn dieses Prinzip jedoch nur als theologisches Konzept verstanden wird, bleibt es wirkungslos und führt zu einer Ratlosigkeit angesichts des weltweiten Leids. Die wahre Bedeutung von Ostern entfaltet sich erst, wenn wir die Vergebung aktiv praktizieren und lernen, die „Feinde“ in unserem persönlichen Umfeld – die Verräter, die Heuchler, die Feiglinge – bewusst mit Gott gemeinsam lieben zu wollen. Dadurch wird die Auferstehung zu einer persönlichen Erfahrung, die es uns ermöglicht, die Macht der göttlichen Liebe über die Logik des Konflikts im eigenen Leben zu erleben, anstatt nur über die Kriege in der Welt zu verzweifeln.

    Die Logik der Auferstehung: Vom Verstehen zum Handeln

    1. Die göttliche Antwort auf menschliche Lieblosigkeit

    Die Auferstehung Jesu wird nicht als isoliertes Wunder dargestellt, sondern als direkte Antwort auf eine Kette von lieblosen Taten:

    • Der Verrat durch Judas.
    • Die Auslieferung durch die Hohepriester an Pilatus.
    • Die Aufwiegelung der Menge.
    • Die feige Zustimmung des Pontius Pilatus.
    • Die brutale Misshandlung und Tötung durch die römischen Soldaten.

    Die Auferstehung ist demnach kein Akt der Machtdemonstration, sondern ein Akt der Liebe und Vergebung gegenüber all diesen Akteuren. Gott hat nicht aus Vergeltung gehandelt, sondern trotz all dieser Lieblosigkeiten aus Liebe vergeben.

    2. Die Kluft zwischen Glaubensfest und Realität

    Es wird eine scharfe Dissonanz zwischen dem österlichen Jubel der Christen und der ungelösten Gewalt in der Welt aufgezeigt.

    • Der intellektuelle Glaube: Christen feiern, dass Gottes Liebe den Tod besiegt hat, bleiben aber dennoch ratlos und verzweifelt angesichts von Kriegen in der Ukraine, zwischen Israel und Iran sowie 25 weiteren, medial kaum beachteten Konflikten.
    • Die Kernfrage: Wer ist der wahre Sieger? Gott, der vor 2000 Jahren einen Toten erweckte, oder die Menschen, die heute weiterhin Krieg führen und töten? Diese Frage bleibt unbeantwortet, solange die Auferstehung nur ein verstandenes Konzept bleibt.

    3. Die Aktivierung von Ostern: Vom Globalen ins Persönliche

    Die Lösung dieser Dissonanz liegt in der Verlagerung des Fokus vom abstrakten globalen Leid auf das konkrete persönliche Umfeld. Wir sind aufgefordert, die Prinzipien der Vergebung und Liebe dort anzuwenden, wo wir unmittelbaren Einfluss haben.

    • Die Archetypen im Alltag: Jeder von uns hat in seinem Umfeld einen „Judas“ (Verräter), „Hohepriester“ (scheinheilige Frömmler), einen „Pontius Pilatus“ (Feiglinge, die Unrecht zulassen) und „römische Soldaten“ (ständig unzufriedene, destruktive Menschen).
    • Der persönliche Sieg: Die wahre Erfahrung der österlichen Kraft geschieht, wenn es gelingt, diesen konkreten Menschen trotz ihrer Lieblosigkeiten mit Gott gemeinsam Liebe entgegenzubringen. In diesem Akt wird die abstrakte Wahrheit – „Gottes Liebe ist mächtiger als Krieg“ – zu einer persönlichen, gelebten Realität. So wird Ostern von einem jährlichen Fest zu einem inneren, sich ständig erneuernden Zustand.
  • Begegnung mit zwei Engeln aus Graz im Dom

    Heute haben mich nach der Orgelmesse zwei gut gelaunte Frauen beim Verlassen des Stephansdoms angesprochen: „Sind Sie nicht der Diakon von der Messe heute? Sie haben so eine gute Ausstrahlung. Sie sind uns aufgefallen…“

    Natürlich freut mich die Rückmeldung. Beim Austeilen der Kommunion heute habe ich eine Stimme ganz leise gespürt, die meinem Körper gesagt hat: „Richte Dich auf. Schau‘ voller Liebe den Menschen in die Augen. Du teilst hier nicht eine kleine runde Oblate aus, sondern einen Teil der Mensch gewordenen Liebe Gottes.“

    Ich sagte daher zu den beiden Damen: „Freut mich, dass Sie meine Freude gespürt haben. Ich bin kein Diakon. Ich teile hier nur mit Freude die Kommunion aus und der schönste Dank ist für mich, wenn Menschen durch mich als Werkzeug die Liebe Gottes spüren können.“

    Nach einem kurzen Gespräch voller Aufmerksamkeit, Interesse und Freude habe ich die beiden aus Graz angereisten Besucherinnen gefragt: „Waren Sie schon einmal oben auf der Orgelempore und haben die Stimmung dort gespürt?“ Erwartungsvoll, hoffnungsfroh, neugierig meinte die Lehrkrankenschwester: „Nein! Das muss großartig sein.“ Und die leitende Oberärztin sagte: „Warum fragen Sie?“

    „Kommen Sie mit. Ich zeige Ihnen etwas Schönes!“

    Ich führte die Beiden durch die schwarzen Eisentüren die 24 Stufen hinauf zur Orgelempore und spürte, wie beeindruckt sie diesen Raum und seine Energie erlebten. Dort ließ ich sie für ein paar Minuten allein und zu meinem Erstaunen machten sie nicht viele Fotos wie andere Besucher, sondern sie wurden still, dankbar und strahlten wie zwei Engel vor Freude.

    Wir sprachen gemeinsames ein offenes Gebet, dankten dem Herrn für diese wunderbare Begegnung und segneten einander. Die Freude des gemeinsamen Einziehens in Jerusalem wird noch lange in unseren Herzen sein.

  • Lazarus

    Bitten

    Christus Jesus, noch bevor du Lazarus wiedererwecktest, bekannte Marta dich als den König des Lebens. Dich bitten wir:

    A: Lass uns auf deine Hilfe vertrauen.

    Wenn wir uns in der Betrachtung deines Erlösungswerkes gesammelt und mit dir zum Vater gebetet haben,
    – hilf uns, in deinem Sinn zu handeln.

    Wenn ein lieber Mensch nicht mehr bei uns ist,
    – sei du uns nah mit deinem Trost.

    Wenn wir Trauernden begegnen,
    – gib, dass wir sie nicht vertrösten, sondern durch unser Dasein stärken.

    A: Lass uns auf deine Hilfe vertrauen.

    Vaterunser

    Oration

    Herr, unser Gott, dein Sohn hat sich aus Liebe zur Welt dem Tod überliefert. Lass uns in seiner Liebe bleiben und mit deiner Gnade aus ihr leben. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
    Der Herr lasse uns wachsen
    und reich werden an Liebe zueinander und mache unser Herz stark und untadelig in Heiligkeit vor unserem Gott und Vater.“

    Quelle: aus dem Morgengebet zum 5. Fastensonntag in Magnificat – das Stundenbuch vom März 2026