Autor: Harald R. Preyer

  • Liebe, dir ergeb ich mich

    Liebe, die du mich zum Bilde
    deiner Gottheit hast gemacht,
    Liebe, die du mich so milde
    nach dem Fall hast wiederbracht:
    Liebe, dir ergeb ich mich,
    dein zu bleiben ewiglich.

    Liebe, die du mich erkoren,
    eh ich noch geschaffen war,
    Liebe, die du Mensch geboren
    und mir gleich wardst ganz und gar:
    Liebe, dir ergeb ich mich,
    dein zu bleiben ewiglich.

    Liebe, die für mich gelitten
    und gestorben in der Zeit,
    Liebe, die mir hat erstritten
    ewge Lust und Seligkeit:
    Liebe, dir ergeb ich mich,
    dein zu bleiben ewiglich.

    Liebe, die mich hat gebunden
    an ihr Joch mit Leib und Sinn;
    Liebe, die mich überwunden
    und mein Herz hat ganz dahin:
    Liebe, dir ergeb ich mich,
    dein zu bleiben ewiglich.

    Liebe, die mich ewig liebet
    und für meine Seele bitt’,
    Liebe, die das Lösgeld gibet
    und mich kräftiglich vertritt:
    Liebe, dir ergeb ich mich,
    dein zu bleiben ewiglich.

    Liebe, die mich wird erwecken
    aus dem Grab der Sterblichkeit,
    Liebe, die mich wird umstecken
    mit dem Laub der Herrlichkeit:
    Liebe, dir ergeb ich mich,
    dein zu bleiben ewiglich.

    Angelus Silesius 1657 – GL 787 (Anhang Köln)

  • Warum ist Christus König?

    Diese Predigt von P. Johannes Paul Abrahamowicz zum heutigen Christkönigssonntag hat mich tief berührt. Ich habe zusammengefasst, was ich verstanden habe.

    Der letzte Satz ist eigentlich ein alter Gruß, den wir heute selten hören. In dieser Predigt ist er viel mehr. Und klingt mit tiefer Ehrfurcht nach.

    Am Christkönigssonntag hören wir, warum Gott wirklich König ist:
    weil niemand so lieben kann wie er.

    Jesus hängt am Kreuz – verspottet von religiösen Führern, Soldaten und einem der Verbrecher.
    Er antwortet nicht mit Macht, nicht mit Stärke, nicht mit Selbstrettung.
    Er antwortet mit Liebe, die schweigt.

    Sein Schweigen ist keine Ohnmacht, sondern die größte Würde.
    Es ist das Schweigen eines Königs, der sich nicht beweisen muss,
    weil seine Liebe stärker ist als jede Gewalt.

    Und zu dem Verbrecher, der seine eigene Schuld bereut, sagt er nur einen Satz:
    „Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein.“

    Gott ist König, weil er liebt –
    und weil seine Liebe uns verwandelt,
    selbst im allerletzten Augenblick.

  • Geschützt: … dann wird mein Leben Sinn gemacht haben

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  • Vom Wert der Dinge

    Eine Reflexion in drei Teilen von Harald Preyer

    Es gibt Momente, in denen sich die Frage nach dem Wert eines Lebens, eines Gegenstandes oder einer Erfahrung unerwartet scharf stellt. Spätestens dann, wenn Auktionshäuser erneut Rekordpreise verkünden und ein Bild für eine dreistellige Millionensumme den Besitzer wechselt. Solche Ereignisse lenken den Blick auf die Frage, wie und woran wir Wert eigentlich messen. Und ob wir ihn überhaupt messen können.

    Die beiden teuersten jemals in Auktionen verkauften Gemälde: Gustav Klimt und der zugeschriebene Leonardo da Vinci.

    Die folgenden Thesen markieren einen Weg durch dieses Gelände – nicht als endgültige Antworten, sondern als seismografische Punkte einer Gesellschaft, die sich immer tiefer in symbolische Preisrekorde verstrickt.


    Teil 1 – drei Thesen zum Wert der Dinge

    **These 1

    Was wirklich wertvoll ist, kann niemand kaufen – mit keinem Geld der Welt.**

    Der Satz klingt schlicht, ist aber radikal. Denn er verschiebt den Fokus weg von allem, was handelbar ist, hin zu dem, was sich dem Markt entzieht: Zeit, Liebe, Vertrauen, Würde, innere Ruhe. Das sind Werte, die nicht produziert, nicht gelagert und nicht verkauft werden können. Sie entstehen nur, wo Menschen einander begegnen, sich zeigen, sich öffnen.

    Philosophen aller Zeiten wussten das. Die antiken Stoiker nannten es das „in unserer Macht Stehende“ – jene inneren Güter, die unabhängig von Umstand und Schicksal bestehen. Christliche Traditionen sprechen von Gnade, Hingabe, geistiger Freiheit. Auch moderne Ökonomen wissen um den „intrinsischen Wert“, der jedem Preisschild entzogen bleibt.

    Paradoxerweise wird das Unbezahlbare gerade in einer Zeit inflationärer Preise wieder sichtbar. Je teurer die Dinge werden, desto deutlicher wird, was sich ihrer Logik entzieht. Der eigentliche Wert beginnt dort, wo Geld keine Sprache mehr hat.


    **These 2

    Bereits ab einem relativ geringen Wert entkoppelt sich der Preis vom realen Wert.**

    Der Markt tut selten das, was wir intuitiv annehmen. Er misst nicht den Gebrauch, sondern die Begehrlichkeit. Ein Bild, das 300 Millionen Euro kostet, erhellt keinen Raum mehr als eines für 300 Euro. Eine Uhr für 80.000 Euro zeigt die Zeit nicht präziser an als eine für 80. Und ein Auto für den Preis einer Wohnung bringt uns nicht schneller ans Ziel als eines für den Preis einer Küche.

    Ab einer gewissen Schwelle repräsentiert der Preis nicht mehr das Objekt, sondern das Umfeld des Objekts: den Status, die Geschichte, die Seltenheit, die Rolle in einem sozialen Ritual. Menschen kaufen nicht Dinge, sondern Bedeutungen.

    Die Entkoppelung von Preis und Wert ist daher keine Anomalie, sondern das Normalverhalten eines Marktes, der nicht Bedarfe misst, sondern Zeichen. Jedes Preisschild über ein paar tausend Euro erzählt weniger vom Gegenstand als vom Käufer.


    **These 3

    Das Verhältnis zwischen dem Auktionswert eines Bildes und seinem realen Wert ist – wie das Verhältnis zwischen Spitzengehältern und Durchschnittsgehältern – ein Maß für Realitätsverlust. Und ein Indiz fortschreitender Dekadenz.**

    Wenn ein CEO das 300-Fache eines Mitarbeiters verdient, sagt das nichts über Produktivität, sondern viel über Machtverteilung. Und wenn ein Gemälde auf einer Auktion für eine halbe Milliarde verkauft wird, sagt das – ebenso – mehr über das Bedürfnis nach Symbolik aus als über künstlerische Bedeutung.

    Auktionsrekorde sind Inszenierungen einer globalen Elite, die sich durch spektakuläre Preise gegenseitig ihre Präsenz bestätigt. Sie sind weniger Ausdruck von Kunstwert als Ausdruck von Hybris. Der Kunstmarkt ist nicht krank; er ist symptomatisch für eine Gesellschaft, die Wert und Preis zunehmend verwechselt.

    Wo aber Preis und Realität auseinanderdriften, verliert eine Kultur ihren Boden. Das war im Rom der Spätantike nicht anders als im Paris der Belle Époque. Dekadenz zeigt sich nicht zuerst in Lastern, sondern in der Unfähigkeit, zwischen dem Wesentlichen und dem Schmückenden zu unterscheiden.


    Teil 2 – Der Wert von Treue

    Zwischen Standfestigkeit und Toleranz

    Die heutige Lesung ist lange – mehr als drei Minuten.
    1 Makk 2, 15–29.
    Es geht darin um Standfestigkeit, um Treue.

    In alter Zeit um eine Treue, für die ein Weiser sogar bereit ist, zu töten. „Dieser Mord entspricht nicht mehr unserem Empfinden für Verhältnismässigkeit“ meinte Dompfarrer Toni Faber. Und das meine ich auch.

    Aber die Frage dahinter bleibt bestehen:
    Wo beginnt meine Standfestigkeit? Wo endet meine Toleranz?

    Was akzeptiere ich gerade noch – und wo sage ich klar Nein?
    Diese Fragen sind im 21. Jahrhundert nicht geringer geworden, sondern subtiler.
    Treue ist heute keine militante Tugend mehr, sondern eine alltägliche Entscheidung: zu Menschen, zu Werten, zu sich selbst.
    Vielleicht ist gerade diese stille Form der Treue die schwerste.


    Teil 3 – Was wollen Trauernde zurück? Den Toten?

    Der Verlust, der bleibt – und der Wert der Zeit

    In Gesprächen mit Trauernden kurz nach dem Tod eines geliebten Menschen begegnen mir oft die Sätze:
    „Ich hätte den Toten so gerne zurück. Wie konnte das geschehen? Warum so früh?“

    Das ist der rohe Schmerz des Verlustes, das Entsetzen der ersten Tage, das leere Zimmer, die plötzliche Unerreichbarkeit eines geliebten Menschen. Das tut weh und es dauert manchmal lange bis die Zeit die Wunden heilt.

    Wenn ich dieselben Menschen zehn Jahre später wiedersehe, manchmal an der Seite eines neuen Partners, dann erzählt ihr Blick eine andere Wirklichkeit.

    Sie wünschen sich nicht mehr den Toten zurück.
    Sondern die gemeinsame Zeit, die ihnen gefehlt hat.

    Die Fragen, die sie damals nicht gestellt haben.
    Die Wege, die sie nicht mehr miteinander gegangen sind.
    Der Rosenstrauch, den sie immer pflanzen wollten, aber nie kauften.
    Das Bild, das sie gemeinsam geliebt, aber nie erworben haben.
    Die Entschuldigung, die unausgesprochen blieb.

    Diese Gespräche mahnen mich an die Achtsamkeit im Umgang mit meiner Zeit.
    Und an die Behutsamkeit im Umgang mit der gemeinsamen Zeit von Yuliya und mir – gerade heute, an ihrem 41. Geburtstag.

    Vielleicht ist es das, was Trauer uns lehrt:
    Der wahre Wert eines Menschen ist nicht seine Anwesenheit, sondern die Intensität der gemeinsam gelebten Augenblicke.


    Was ist also das Wertvollste?

    Vielleicht ist die Frage leichter gestellt als beantwortet. Doch jede Antwort, die nicht käuflich ist, weist in dieselbe Richtung:

    Das Wertvollste ist das,

    • was sich nicht anhäufen lässt,
    • was nur in Beziehung existiert,
    • was sich nicht verkaufen und nicht vererben lässt,
    • was mit dem Menschen wächst und mit ihm vergeht.

    Zeit. Liebe. Vertrauen. Würde. Bewusstheit. Mitgefühl.
    Und die Treue zu dem, was uns wirklich betrifft.

    (Und natürlich die Gesundheit. Ein eigenes Thema für eine eigene Reflexion.)

    All das sind Werte, die nicht an Märkte gebunden sind.
    Und vielleicht liegt genau darin ihre stille Kraft:
    Sie lassen sich nicht besitzen, sondern nur dankbar leben.

  • In der Liebe, die alles umfängt

    Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht
    und das Wort, das wir sprechen, als Lied erklingt,

    dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut,
    dann wohnt er schon in unserer Welt.
    Ja, dann schauen wir heut schon sein Angesicht
    in der Liebe, die alles umfängt.

    Wenn das Leid jedes Armen uns Christus zeigt,
    und die Not, die wir lindern, zur Freude wird,
    dann hat Gott unter uns …

    Wenn die Hand, die wir halten, uns selber hält,
    und das Kleid, das wir schenken, auch uns bedeckt,
    dann hat Gott unter uns …

    Wenn der Trost, den wir geben, uns weiterträgt,
    und der Schmerz, den wir teilen, zur Hoffnung wird,
    dann hat Gott unter uns …

    Wenn das Leid, das wir tragen, den Weg uns weist,
    und der Tod, den wir sterben, vom Leben singt,
    dann hat Gott unter uns …

    Claus Peter März (1947 – 1921), © Rechtenachfolge – GL 470


    Screenshot von Magnificat – das Stundenbuch
    Ausgabe November 2025
    Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer

  • Abba – Vater


    Seht, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat: Wir heißen Kinder Gottes, und wir sind es. Liebe Brüder, jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.


    1 Joh 3, la.2


    Wir wissen nicht mit Sicherheit, ob Jesus von Nazareth vor etwa zweitausend Jahren diese Worte genau so gesagt hat. Wir spüren aber, dass die meisten Eltern ihre Kinder lieben. Auch heute noch. Und wir sagen zu GOTT: „Abba – Vater“.

  • Geborgen in dir

    Geborgen in dir, Gott, atme ich ein,
    schöpfe ich Hoffnung aus Brot und Wein.
    Geborgen in dir, Gott, lasse ich los
    und liege sicher in Mutters Schoß.
    Geborgen in dir, Gott, ruhe ich aus,
    bin ich zufrieden, bei dir zu Haus.

    Gerufen von dir, Gott, horche ich hin,
    frage ich staunend, wer ich wohl bin.
    Gerufen von dir, Gott, bin ich genannt
    bei meinem Namen in deiner Hand.
    Gerufen von dir, Gott, sage ich ja,
    mit dir verbunden, so bin ich da.

    Gehalten von dir, Gott, wache ich auf,
    wage ich tastend den Tageslauf.
    Gehalten von dir Gott, stehe ich fest,
    gehe und lebe, weil du mich lässt.
    Gehalten von dir, Gott, schlafe ich ein
    an jedem Abend, denn ich bin dein.

    Text: 1. Str.: Eckart Bücken, 2.–3. Str.: Raymund Weber; Musik: Christoph Lehmann, © Text (Bücken): Strube-Verlag, München, © Text (Weber) und Musik: tvd-Verlag Düsseldorf


    Dieser Hymnus „Geborgen in Dir“ ist für mich gleichermaßen Begleiter durch einen frohen Tag im Vertrauen auf Gottes mütterliche Güte und Heilszusage für alle, die uns vorausgegangen sind.

  • Die größte Armut ist, die Liebe Gottes nicht zu kennen.

    Gedanken zum 33. Sonntag im Jahreskreis (C)

    Welttag der Armen


    Heute wurde Yuliya und mir wieder einmal sehr deutlich, wie dankbar und glücklich wir sind. Die Gedanken von Papst Leo auf Radio Vatikan, die Predigt von Caritaspräsident Michael Landau auf Radio Klassik Stephansdom und die Begenung mit ihm heute in der Sakristei, das Mitfeiern der Orgel-Messe im Stephansdom um 12:00 und dann abends das Transkribieren der Predigt meines Freundes P. Johannes Paul OSB – all das macht das Herz weit und macht es uns leicht, Menschen froh und liebevoll zu begegnen und sie im Stillen zu segnen.

    Papst Leo XIV. –
    Botschaft zum Welttag der Armen (2025)

    Papst Leo XIV. eröffnet seine Botschaft mit dem Ruf des Psalmisten: „Du bist meine Hoffnung, Herr und Gott“ (Ps 71,5). Gerade der Arme, dessen Leben von „Entbehrungen, Gebrechlichkeit und Ausgrenzung“ geprägt ist, kann zum Zeugen einer starken und verlässlichen Hoffnung werden. Seine Hoffnung ruht nicht auf Besitz oder Macht, sondern auf Gott.

    Der Papst betont eine zentrale Wahrheit:
    „Die schlimmste Armut ist, Gott nicht zu kennen.“
    Reichtum ohne Gott mache leer; menschliche Sicherheiten seien täuschend. Hoffnung hingegen ist für Leo XIV. ein Anker, der im Versprechen Christi wurzelt.

    Entscheidend ist die Verbindung von Hoffnung und Verantwortung:
    Armut hat strukturelle Ursachen, die bekämpft werden müssen. Den Armen zu helfen ist „zuerst eine Frage der Gerechtigkeit, dann der Nächstenliebe“. Die Armen seien die „am meisten geliebten Brüder und Schwestern“ der Kirche – nicht Objekte, sondern Subjekte der Evangelisierung.

    Der Welttag der Armen ruft die ganze Kirche dazu auf, die Armen in das Zentrum von Liturgie, Verkündigung und Caritas zu stellen. Das Heilige Jahr 2025 solle Initiativen hervorbringen, die Menschen dauerhaft aus Armut führen: durch Arbeit, Wohnung, Bildung, Gesundheit – nicht durch Waffen oder Abschottung.

    Am Ende erinnert der Papst an den uralten Lobgesang des Vertrauens:
    „In Te, Domine, speravi – Auf dich, o Herr, habe ich meine Hoffnung gesetzt.“


    Michael Landau –
    Predigt zum Welttag der Armen

    (Domkustos & europäischer Caritas-Präsident)

    Michael Landau beschreibt die Gegenwart als Zeit eines „Einbruchs der Wirklichkeit“: Kriege, Klimakrise, soziale Verwerfungen, digitale Überforderung. Doch er widerspricht jeder Angstlogik:
    „Hoffnung ist ein Muskel.“
    Sie wächst, wenn wir sie üben und unsere Aufmerksamkeit auf Chancen statt Gefahren richten.

    Über Österreich spricht Landau in einem Satz, der hängen bleibt:
    „Wir haben in der Geburtsortslotterie einen Haupttreffer gezogen.“
    Dankbarkeit verpflichtet. Der „hohe Grundwasserspiegel der Solidarität“ sei ein Schatz, den es politisch und gesellschaftlich zu schützen gelte. Sparmaßnahmen müssten „sozial gerecht“ bleiben und das „soziale Augenmaß“ wahren.

    Im Zentrum seiner Predigt steht die Theologie der Armen:
    „Die Armen sind keine Zusatzbeschäftigung der Kirche.“
    Caritas ist Wesensausdruck der Kirche.
    Die steigende Zahl von Menschen, die in Wien Lebensmittelhilfe benötigen, zeigt die Dringlichkeit. Doch Landau sieht dort auch Hoffnung – dank Freiwilligen, Engagierten und Spendern.

    Für ihn verbindet sich die Erwartung Christi nicht mit Weltflucht, sondern mit Verantwortung:
    Diese Zeit ist uns anvertraut.
    Christlicher Glaube zeigt sich im Einsatz für Gerechtigkeit und im Mut zur Solidarität.

    🎧 Predigt Michael Landau

    Domkustos von St. Stephan & europäischer Caritas-Präsident


    P. Johannes Paul Abrahamowicz OSB –
    Predigt zum 33. Sonntag im Jahreskreis

    (Priestermönch im Stift Göttweig)

    P. Johannes Paul (JP) stellt klar: Die Bibeltexte dieses Sonntags wollen nicht Angst erzeugen. Angst entsteht dort, wo man nur die dunklen Verse liest. Doch das Evangelium spricht von Hoffnung:
    „Für euch aber, die ihr mich liebt, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen.“

    JP kritisiert die „Angstmacher“, die nur Drohverse zitieren. Die Botschaft Jesu sei jedoch eine der Gelassenheit: „Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.“
    Standhaftigkeit entsteht für JP nicht durch Selbstdisziplin, sondern durch Beziehung.
    Jesus sagt: „Ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben“ – aber nur, wenn man im Alltag mit ihm verbunden bleibt.

    Der Vergleich, den JP wählt, ist alltäglich und tief:
    Die Beziehung zu Gott ist wie die Liebe zu einem vertrauten Menschen, den man oft im Herzen trägt – so sehr, dass man manchmal spürt, wenn er anruft.
    Wer so mit Gott verbunden ist, fürchtet sich nicht, verliert nicht die Fassung und bleibt handlungsfähig.

    JP schließt: Es geht nicht um Angst. Es geht um Beziehung.
    Wer die Liebe Gottes annimmt, kann auch sich selbst annehmen – und frei leben.

    🎧 Predigt P. Johannes Paul Abrahamowicz

    Priestermönch in Göttweig


  • Salve regina

    Salve, Regina, mater misericordiae;
    vita, dulcedo et spes nostra, salve.
    Ad te clamamus, exsules filii Evae.
    Ad te suspiramus, gementes et flentes
    in hac lacrimarum valle.

    Eia ergo, advocata nostra,
    illos tuos misericordes oculos
    ad nos converte.
    Et Iesum, benedictum fructum ventris tui,
    nobis post hoc exsilium ostende.
    O clemens, o pia, o dulcis Virgo Maria.

    Sei gegrüßt, o Königin,
    Mutter der Barmherzigkeit;
    unser Leben, unsre Wonne
    und unsre Hoffnung, sei gegrüßt!
    Zu dir rufen wir verbannte Kinder Evas;
    zu dir seufzen wir
    trauernd und weinend in diesem Tal der Tränen.

    Wohlan denn, unsre Fürsprecherin,
    wende deine barmherzigen Augen uns zu
    und nach diesem Elend zeige uns Jesus,
    die gebenedeite Frucht deines Leibes!
    O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria!

  • voller Hoffnung

    Du allwissendes Wort
    des himmlischen Vaters,
    du König des Weltalls,
    der durch sein Bild
    das sterbliche Volk ehrte,
    gib uns Gnade
    und schenke uns
    segenspendenden Beistand!
    Auf dich schauen alle Augen
    voller Hoffnung.

    Anonymes griechisches Gedicht an den Erlöser, Übersetzung: Kyriakos Savvidis,
    aus: Anthologia Graeca, Band 1 (= Bibliothek der griechischen Literatur, Band 72), © Anton Hiersemann KG Verlag, Stuttgart 2011, gefunden in Magnificat – das Stundenbuch, Morgengebet vom 15.11.2025


    vergleiche dazu den Beginn des Evangeliums nach Johannes („Johannes-Prolog“)

    DER PROLOG: 1,1–18 1 1 

    Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. 2 Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne es wurde nichts, was geworden ist. 4 In ihm war Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst.

    6 Ein Mensch trat auf, von Gott gesandt; sein Name war Johannes. 7 Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. 8 Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht. 9 Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. 10 Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. 11 Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. 12 Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, 13 die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.

    14 Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit geschaut, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. 15 Johannes legt Zeugnis für ihn ab und ruft: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war. 16 Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade. 17 Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus. 18 Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.

    Die Bibel: Revidierte Einheitsübersetzung 2017