Autor: Harald R. Preyer

  • Heiliger Geist

    Allmächtiger, ewiger Gott, durch das Geheimnis des heutigen Tages heiligst du deine Kirche in allen Völkern und Nationen.

    Erfülle die ganze Welt mit den Gaben des Heiligen Geistes, und was deine Liebe am Anfang der Kirche gewirkt hat, das wirke sie auch heute in den Herzen aller, die an dich glauben. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

    Der Lebensatem des ewigen Gottes erquicke uns mit seinem Wehen und leite uns auf Wegen des Friedens.

    Quelle: Abschluss des Morgengebetes in Magnificat – das Stundenbuch vom heutigen Pfingstsonntag 2025.

    Pfingsten – der Moment, in dem die Liebe zu sprechen begann.
    Es ist das Fest, an dem Gottes Geist die Kirche ins Leben rief – aber nicht für sich selbst.
    Diese Liebe, von der die Oration spricht, wirkt in allen, die glauben.
    Nicht nur in den Reihen der Getauften, sondern überall dort, wo Menschen ihr Herz öffnen für den Gott der Liebe.

    Sein Geist ist wie ein stiller Wind, der Frieden bringt, wo Streit war.
    Wie ein Lichtstrahl, der uns erkennen lässt:

    Du bist nicht allein.

    Die Liebe lebt. Und sie wirkt

  • Requiem

    In der wunderbaren Servitenkirche durfte ich im Mai 2025 die Trauerrede für eine verstorbene Tirolerin halten, die uns im 92. Lebensjahr vorausgegangen ist.

    Ursprünglich wollte ich über den Heiligen Augustinus – den heutigen Tagesheiligen – eine schöne Brücke zur Verstorbenen finden. Dann kam ich eine Stunde vor Beginn des Requiems in die Kirche und betete still vor dem Sarg den Angelus. Es war noch niemand da und es war so schön, an diesem Sarg zu stehen und das Bild dieser liebevollen segnenden Mutter zu meditieren.

    Und dann schweifte mein Blick zum Hochaltar und dort verkündet der Engel Maria genau das, was ich gerade gebetet habe: Dass sie ein Kind gebären wird vom Heiligen Geist. Und Sie sagte einfach „Ja“ zu diesem Gnadengeschenk.

    Und genau dieses JA hat auch die Verstorbene zu ihrem Leben gesagt, das sie so aufopfernd und liebevoll für Ihre Kinder, vor allem für ihre behinderte Tochter gelebt hat. Noch im hohen Alter war sie fit, mit dem Rechen im Garten unterwegs und immer für alle Menschen da, die sie gebraucht haben.

    Genau mit diesem Blick zum Hochaltar habe ich dann auch diese hoffnungsfrohe Trauerrede begonnen, die mit Genehmigung der Hinterbliebenen hier nachhörbar ist und am Ende in großen Dank mündet.

    In mehreren langen Gesprächen hat mir ihr Sohn viel über seine Mutter erzählt. Und als gebürtiger Tiroler konnte ich auch sehr genau beschreiben, wo sie gelebt hat, was sie in ihrer Jugend erlebt hat und dass sie vielleicht sogar beim Debütantenball in Innsbruck mit meinem Vater getanzt hat. Die beiden waren nahezu gleich alt und sind nicht weit entfernt voneinander aufgewachsen.

    Der Sohn hat in seiner Jugend beim Chor gesungen und so haben ausgezeichnete Sänger die Messe liebevoll und romantisch gestaltet.

    Eine halbe Stunde vor Beginn des Requiems hat der Chor noch geprobt. Ich haben einen Teil des bekannten SANCTUS von Schubert mit dem handy aufgenommen. Leider nicht ganz von Anfang an.

    Die beiden Söhne haben sich vor Jahren zerstritten. Heute ging beim Friedensgruß der Jüngere auf den Älteren zu und hat ihm die Hand gegeben. Eine große Geste aus tiefem Herzen. So hat diese großartige Frau noch über den Tod hinaus einen kräftigen Impuls für Frieden, Liebe und Vergebung gesendet. Die Ehefrau meines Auftraggebers hat Psalm 139 als Lesung würdig und liebevoll vorgetragen und die Familie hat die Fürbitten berührend gelesen, in denen auch diese Aussöhnung eine Bitte war. Herr erbarme Dich unser!

    Danke lieber P. Giovanni für Dein ruhiges würdevolles Feiern des Requiems. Danke lieber Matthias für Deinen umsichtigen und hoch professionellen Dienst. Ich habe mich mit Freude an unsere Begegnungen in Göttweig erinnert.

    PS: Gut, dass ich auf Maria gehört habe. Den Hl. Augustinus, dessen Mutter die Hl. Monika ist, feiern wir nämlich erst am 27./28. August. Und natürlich sind die Wiltener Chorherren Prämonstratenser.

  • Das Sterbliche und die Heiterkeit

    Das Sterbliche an uns ist es, was uns vereinigt. Ich sage das auch mit einer gewissen Heiterkeit, denn es macht unsere Würde aus. Wir wissen, dass wir kommen und gehen.

    Hanns Dieter Hüsch

    • Wie wirkt mein Bewusstsein der Sterblichkeit in mein Leben hinein?
    • Auf welche Weise kann dieses Bewusstsein mein Leben sogar kostbarer machen?

    Quelle: Magnificat – das Stundenbuch, Innehalten am Abend, 6.5.2025

  • Liebe

    Die Liebe hört niemals auf.

    — 1 Korinther 13,8

    Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.

    — 1 Joh 4,16

    Liebt einander, denn die Liebe ist das Band, das alles zusammenhält und vollkommen macht. In eurem Herzen herrsche der Friede Christi; dazu seid ihr berufen als Glieder des einen Leibes. Seid dankbar!

    – Kol 3, 14–15

  • Übersiedlung

    1 Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich!

    2 Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?

    3 Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.


    – Johannes 14,1–3

  • Vorbereitung

    Wir werden uns demnächst persönlich sehen, um die Trauerfeier schön und würdevoll vorzubereiten. Dabei können wir folgende Fragen besprechen:


    Gestaltung und Ablauf

    • Soll die Trauerfeier eher weltlichen oder kirchlichen Charakter haben?
      (Wird ein Priester dabei sein? Wer? Wie ist er erreichbar?)
    • Wie soll der Ablauf sein?
      (Gebete, Musik, Ansprachen, Fürbitten, Segen, Weihwasser, Weihrauch, Kleidung)
    • Wann und wo wollen wir uns treffen?
      (Ich komme meist rund eine Stunde vorher und warte dann in der Aufbahrungshalle.)
    • Gibt es einen Leichenschmaus, den ich begleiten soll? Wann und wo?
      (Tischgebet, Gedanken)

    Inhalt

    Das harmonische und von Wertschätzung geprägte Miteinander aller Beteiligten ist ebenso wichtig wie der Inhalt.

    Bitte schicken Sie mir daher spätestens drei Tage vor der Feier Ihre Gedanken. Ausformulierter Text oder Stichworte. Ganz wie es für Sie besser passt.

    Folgende Fragen könnten Sie inspirieren.

    • Was hat den lieben verstorbenen Menschen ausgezeichnet?
    • Welche Erinnerungen verbinden Sie besonders mit ihr / ihm?
    • Welche Eigenschaften haben Sie sehr geschätzt?
    • Wofür sind Sie dankbar?
    • Gab es Leidenschaften, Hobbys oder besondere Interessen?
    • Gab es humorvolle oder prägende Momente?
    • Erinnern Sie sich an eine nette Episode, eine Geschichte?
    • Gibt es typische Aussprüche oder Lebensweisheiten?
    • Wie hat er / sie andere Menschen inspiriert oder geprägt?
    • Was möchten Sie, dass ich ganz sicher in der Trauerrede sage und was auf keinen Fall?
    • Was möchten Sie für den lieben verstorbenen Menschen erbitten?

    Es ist ein besonderes Zeichen von Liebe und Verbundenheit wenn Angehörige Teile der Grabrede selbst sprechen und die Fürbitten gestalten. Wenn das nicht gewünscht wird, kann ich das gerne übernehmen.

    Wenn Sie einige wenige typische Fotos von Ihrem lieben Menschen haben, hilft uns das bei der Vorbereitung einer sehr persönlichen Rede.