Autor: Harald R. Preyer

  • Demut – der Mut zum Dienen

    Als ich die Matura in der Tasche hatte, sagte mein Vater zu mir: „Du bist jetzt reif. Nun lerne Demut.“
    Damals verstand ich ihn nicht. Ich war stolz, das Reifezeugnis zu haben. Was sollte Demut schon heißen? Sich kleinmachen? Sich nicht freuen dürfen? Erst heute beginne ich zu ahnen, was er gemeint hat: Demut ist der Mut zum Dienen.

    Dieser Satz ist schlicht, aber er trägt. Grammatikalisch ist er sauber, theologisch ist er fest im Evangelium verankert – und etymologisch geht er bis zum Ursprung zurück. Denn das deutsche Wort Demut stammt aus dem Althochdeutschen diomuoti: die Haltung des Dienens. Demut war ursprünglich nicht Unterwürfigkeit, sondern die Kraft, sich für andere einzusetzen.

    Jesus selbst hat das vorgelebt. Im Evangelium dieses Sonntags (Lk 14,1.7–14) beobachtet er, wie sich die Gäste die Ehrenplätze sichern. Er sagt: „Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt; wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“
    Militärerzdekan Dr. Harald Tripp hat dazu das Bild von Leonard Bernstein aufgenommen: Die besten Orchester der Welt erkennt man daran, dass sie die besten zweiten Geiger haben.“ Nicht die, die glänzen, machen das Ganze stark, sondern jene, die bereit sind, den Dienstplatz einzunehmen.

    P. Johannes Paul Abrahamowicz OSB erklärt: In der Bibel meint „Demut“ oft „erniedrigt sein“. Menschen erniedrigen einander – Gott aber erhebt. Demut ist nicht Taktik, sondern Offenheit. Wie eine leere Schale, die fähig ist, Gutes zu empfangen und weiterzugeben.

    Kardinal Christoph Schönborn betont: Rangordnungen sind an sich nichts Schlechtes. Doch sobald Eitelkeit regiert, wird es lächerlich. Echte Freundschaft entsteht, wenn wir einander als Menschen begegnen, nicht als Nutznießer.

    Und Papst Johannes Paul II. hat es vor fast vierzig Jahren in Anagni gesagt: Wer groß werden will, soll bei den kleinsten Dingen beginnen. Das Fundament unseres Lebensbaus ist die Demut.

    So spannt sich ein weiter Bogen:
    Mein Vater, der mich nach der Matura ermahnt hat.
    Bernstein, der die zweite Geige würdigt.
    Der Kardinal, der die Eitelkeit entlarvt.
    Der Benediktiner, der Demut als offene Schale deutet.
    Und der Papst, der sie zum Fundament erklärt.

    Demut ist kein Kleinmachen, sondern ein Freiwerden – für Gott, für den anderen, für das Ganze.
    Sie ist kein Verlust an Würde, sondern ein Gewinn an Menschlichkeit.
    Und vielleicht wirklich: der Mut zum Dienen.


    Quellen

    • Evangelium Lk 14,1.7–14
    • Predigtgedanken P. Johannes Paul Abrahamowicz OSB
    • Gedanken Kardinal Christoph Schönborn
    • Papst Johannes Paul II., Predigt in Anagni, 31. August 1986
    • Einleitung Militärerzdekan Dr. Harald Tripp
  • Die zweite Geige

    Von der Bedeutung der Demut

    Predigt am 22. SONNTAG IM JAHRESKREIS von
    Militärerzdekan Dr. Harald Tripp im Wiener Stephansdom

    Sir 3,17-18.20.28; Hebr 12,18-19.22-24a; Lk 14,1.7-14

    Von dem berühmten Komponisten und Orchesterdirigenten Leonardo Bernstein gibt es eine Interessante Aussage. Die Letzte Frage in einem Interview schien sehr naiv zu sein: „Welches Instrument wird im Symphonieorchester am wenigsten gerne gespielt?“ Verschwitzt lächelnd antwortet der Meister, ohne zu zögern: „Die zweite Geige. Jeder möchte furchtbar gerne die erste Geige spielen, und es gibt nur wenige, welche die gleiche Begeisterung und das gleiche Interesse für die zweite Geige aufbringen. Alle sterben nur nach der Stellung des ersten Geigers, und nur wenige verstehen, wie wichtig der zweite Geiger ist. Die berühmtesten Orchester der Welt sind die, welche die besten zweiten Geiger haben – denn alle Orchester haben ausgezeichnete erste Geiger. Ohne die zweite Geige aber gibt es keine Harmonie!“

    Die Herausforderung von erster zur zweiten Geige

    „Die zweite Geige zu spielen“ – das ist etwas, was eigentlich nicht „in“ ist. Es bedeutet, dass jemand anderes den Ton vorgibt; dass man sich nach einem anderen zu richten hat. In den Medien wird nur von den Stars und selten von den Zweiten oder Dritten berichtet. Es wird berichtet von Reichen und Schönen – aber auch davon, dass das Stehen im Rampenlicht nicht zugleich bedeutet, dass diese Menschen glücklicher sind. Auch das Spielen der ersten Geige hat so seine ganz eigene Herausforderung, der auch nicht jeder gleich gewachsen ist.

    Die Bedeutung der Bescheidenheit

    Von solchen Erfahrungen weiß auch das Buch Jesus Sirach zu berichten: Es ist ein Erziehungsbuch; eine Sammlung von Weisheiten für Lehrer und für Eltern. Der Rat, den wir in der heutigen Lesung gehört haben, lautet: „Bei all deinem Tun bleibe bescheiden, und du wirst geliebt werden. Je größer du bist, um so mehr bescheide dich, dann wirst du Gnade bei Gott.“ (Sir 3,17f) Und genau das hat auch Jesus verkündet und vorgelebt: Das Vermächtnis an seine Jünger war (nach dem Johannesevangelium) die Fußwaschung (Joh 13,1-20), der Dienst der Nächte. Jesus sagt: Den Kleinen gehört das Himmelreich; er spricht jene selig, die leiden, unterdrückt werden, trauern… Und er warnt alle, die Macht haben, dass diese Macht, dass ihr Reichtum sie hindern kann, ins Himmelreich zu kommen. Für bescheidene, einfache Menschen ist der Weg ins Himmelreich zu kommen. Für bescheidene, einfache Menschen ist der Weg ins Himmelreich anscheinend viel leichter als für Reiche und Mächtige.

    Die Tugend der Demut

    Die Tugend der Demut wird sehr leicht gering geschätzt – weil sie nicht laut ist; weil man ihr vorwerfen kann, dass sie sich nur anpasst; weil sie die Gefahr mit sich bringt, Unterdrückung zu fördern. Demut meint aber nicht Unterwürfigkeit – es geht vielmehr eine Gesinnung des Dienens, die sich ableitet vom Wissen, dass letztlich alles von Gott abhängt, dem Schöpfer und Erlöser. Im Lateinischen sieht man diesen Zusammenhang sehr schön: Demut heißt da „humilitas“ – und das hat dieselbe Wurzel wie „Humus“, Erde. Demut meint also eine Erdverbundenheit und wehrt jeglichem Abgehobensein. 

    Demut als Weg zur Harmonie

    Und diese Demut ist es, die Zusammenleben erst möglich macht. Wenn im Zusammenleben alle die erste Geige spielen wollten, dann gäbe es keine Familien und keine Gesellschaft – denn auch hier bedarf es der vielen, die zum Konzert beitragen, damit Harmonie im Zusammenleben entsteht. Und von dieser Demut sagt schon das Alte Testament im Buch der Sprüche: „Wo aber Demut ist, da ist auch Weisheit“ (Spr 11,2). Noch einmal: Es geht nicht darum, nur still zu sein und nicht aufzumucken – das wäre falsch verstanden Demut. Nicht Kadavergehorsam ist von uns Christen gefordert, sondern das Einstehen für unsere Überzeugungen – aber eben im Wissen, dass es nicht um die eigene Größe geht, sondern um die Größe Gottes. Und es braucht die Haltung, alle gleich zu achten, die ihren Beitrag zu diesem Orchester leisten – ob in erster, zweiter oder in letzter Reihe.

  • Mach uns bereit für Dich

    Erhabener Gott, uns bleibst du unerreichbar, doch kommst du selbst uns nahe. Vor dich bringen wir unsere Bitten:
     A: Mach uns bereit für dich.
     – Wenn wir Erfolg haben, lass uns erkennen, wie viel wir davon nicht uns selbst verdanken.
     – Bewahre uns vor Hochmut und Herablassung und lass uns stets zu unseren Mitmenschen finden.
     – Gib, dass wir auf dein verborgenes Wirken vertrauen und das Kleine und Unscheinbare wertschätzen.
     A: Mach uns bereit für dich.

    Quelle: Magnificat – das Stundenbuch, 31. August 2025


    Die Bereitschaft, auf Gott zu vertrauen, gibt Zuversicht und spendet Trost. Daher verwende ich Bilder wie diese gerne bei ganz persönlichen Abschiedsfeiern als christlicher Trauerredner. Im Mittelpunkt steht das ausführliche liebevolle Erinnern an all das, was den verstorbenen Menschen ausgemacht hat.

  • Werft alle eure Sorge auf ihn

    Begegnet einander in Demut. Denn Gott tritt den Stolzen entgegen, den Demütigen aber schenkt er seine Gnade. Beugt euch also in Demut unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöht, wenn die Zeit gekommen ist. Werft alle eure Sorge auf ihn, denn er kümmert sich um euch.

    1 Petr 5, 5b–7

    Ich habe ganz selten bei Begräbnissen stolze Menschen gesehen.
    Die meisten kommen traurig und gehen getröstet wieder nach Hause, weil sie im Kreis lieber Menschen ihre Sorgen auf den Herrn werfen konnten.

  • Die Liebe bleibt

    In jedem Herzen lebt ein reines Kind – unzerstörbar, voller Licht.
    Christus hat am Kreuz den Tod überwunden und uns gezeigt:
    Dieses Kind in uns bleibt lebendig.

    Darum gilt:
    Die Liebe stirbt nicht.
    Sie lebt.
    Sie siegt.

    Ist dieses Kind die Seele?
    Ist Gott diese Liebe?

    Zu diesen Gedanken hat mich der Impuls zur Herz-Meditation im heutigen Kapitel 242 von „365 Tao“ inspiriert. Wir lesen dieses Buch heuer in unserer Männerrunde.

    Stell dir dein Herz als eine sich öffnende Lotusblüte vor. Aus ihrer Mitte entsteigt ein purpurnes Kind, Rein, unberührt und unschuldig. Eine Meditation gibt diese Anweisung: Stell dir vor, dein Herz öffnet sich in einer roten Lotusblüte. Aus ihrer Mitte entsteigt ein purpurnes Kind. Bringe dieses Kind aus deinem Körper und stell dir vor, wie es über dir schwebt. Du, als Kind, hältst in jeder Hand eine Sonne, während deine Füße auf zwei Monden stehen. Halte dieses Bild so lange wie möglich. Es ist schwer, dieses Kind zum Vorschein zu bringen. Bei dem Versuch erkennt man, wie viele Mauern man um sich errichtet hat. Man erkennt auch, wie die Erfahrungen der Jugend und des Erwachsenenalters ihre Spuren hinterlassen haben. Manchmal bezweifelt man vielleicht, ob man überhaupt ein reines und unschuldiges Selbst hat, das man noch zum Vorschein bringen könnte. Aber es ist in jedem von uns. Jeder von uns muss dieses purpurne Kind finden und hervorholen. Weil dieses Kind eine Zeit verkörpert, in der unsere Energie heil war und unser Herz die Doppelzüngigkeit nicht kannte, die die Welt und uns trübt.

    Deng, Ming-Dao. 365 Tao: Meditationen für jeden Tag des Jahres (Tag 242).

  • Heiliger Augustinus (28.8.)

    – ein Herz brennt für Gott und sucht Ruhe

    Augustinus von Hippo (354–430) gehört zu den prägendsten Gestalten der Kirchengeschichte. Sein Leben ist ein Weg von der rastlosen Suche hin zur tiefen Begegnung mit Gott. Seine Worte klingen bis heute wie ein Gebet, das auch uns in unserer Unruhe und Sehnsucht berührt.

    Schon am Anfang seiner Bekenntnisse bekennt er:

    „Ich will dich suchen, Herr, dich anrufend, und will dich anrufen an dich glaubend; denn du bist uns verkündet.“

    Es ist dieser unstillbare Hunger nach Wahrheit und Nähe zu Gott, der Augustinus zu einem der großen Lehrer des Glaubens gemacht hat. Für ihn ist der Glaube kein Besitz, sondern ein Weg – ein Rufen, ein Suchen, ein Antworten.

    Seine Spiritualität bleibt aktuell: Sie lädt ein, den Blick weg von bloßem Klagen hin zur eigenen Verantwortung zu richten. In seinen Worten heißt das:

    „Die Menschen klagen darüber, dass die Zeiten böse sind. Hört auf mit dem Klagen. Bessert euch selber.“

    Augustinus’ Einsicht: Nicht die Umstände entscheiden über unser Heil, sondern unsere Bereitschaft, uns verändern zu lassen. So wird Glauben zum Weg der Umkehr – zu Gott und zueinander.

    Seine Worte sind getragen von Vertrauen, dass Gott sich nicht fernhält, sondern Nähe schenkt – gerade in der Dunkelheit. Auch wenn die Zeiten unsicher sind, bleibt der Kern seiner Botschaft: Wir sind gerufen, das eigene Leben in den Dienst der Liebe zu stellen.

    Für mich persönlich ist Augustinus ein Heiliger mit besonderer Resonanz – nicht zuletzt seit der Taufe meines Patenkindes Augustin. Seine Stimme begleitet mich, wenn ich Menschen in Trauer und Hoffnung begleite.

    Mein Gebet mit dem Hl. Augustinus

    Herr, unser Herz bleibt unruhig,
    bis es Ruhe findet in dir.

    Du bist uns nahe, wenn wir dich suchen,
    du lässt dich finden, wenn wir rufen.

    Hilf uns, nicht zu klagen über die Zeit,
    sondern zu fragen, was wir tun können.
    Dann ist das Heil nicht mehr weit.

    Sei uns Licht in der Dunkelheit,
    Halt in der Bedrängnis,
    und Freude, die bleibt.

    Amen.


    Quellen:
    Magnificat – das Stundenbuch
    Bild aus: Vatican News vom 28.8.2025

  • Im Lichte stehen

    Im Jubel ernten, die mit Tränen säen.
    Im Lichte stehen, die noch trauernd sind.

    Wie Träumende werden wir sein,
    als Menschen füreinander
    Wege suchen, Wege wagen
    ins neue Land.

    Wie Träumende werden wir sein,
    als Menschen zueinander
    Schritte finden, Schritte gehen
    ins neue Land.

    Wie Träumende werden wir sein,
    als Menschen miteinander
    Hoffnung schöpfen, Hoffnung schenken
    im neuen Land.

    Im Jubel ernten, die mit Tränen säen.
    Im Lichte stehen, die noch trauernd sind.

    Text: Thomas Laubach (nach Ps 126);
    Musik: Thomas Quast,
    aus: Das Schweigen bricht, 1987,
    alle Rechte im tvd-Verlag Düsseldorf

  • ihn sehen, wie er ist

    Seht, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat: Wir heißen Kinder Gottes, und wir sind es. Liebe Brüder, jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.

    1 Joh 3, 1a.2

    Wir alle sind Kinder der Liebe. Und Gott ist die Liebe. Also sind wir Kinder Gottes. Es ist dabei gar nicht so wesentlich, ob wir an Gott glauben. Wir brauchen nur aus Liebe zu handeln, dann sind wir erlöste Kinder Gottes.

  • Der zerbrechliche Körper

    „Dieser zerbrechliche Körper ist Matrix für Geist und Seele.“

    Wir können es uns nicht leisten, unseren Körper zu vernachlässigen – auch wenn er nicht unser wahres Selbst ist. Unser Leib ist das Gefäß, das uns trägt, solange wir hier auf Erden sind. Wenn wir ihn achten, gesund bleiben und frei von Schmerzen leben, finden wir leichter Zugang zu unserem inneren Selbst.

    Gerade in der Trauer erfahren wir, wie zerbrechlich der Körper ist – und zugleich, wie unzerstörbar Seele und Geist bleiben. Der Leib darf weder abgelehnt noch verachtet werden. Er ist heilig, weil er für eine Zeitlang die Wohnung unseres Geistes war.

    Als Christ finde ich in den Worten des Apostels Paulus Trost und Orientierung:

    „Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den ihr von Gott habt?“
    (1 Kor 6,19)

    Der Weise pflegt seinen Körper auch aus Ehrfurcht und Dankbarkeit gegenüber Gott, der nach dem Tod seine Seele bei sich aufnimmt.


    Originaltext aus 365 Tao

    Dieser zerbrechliche Körper
    Ist Matrix
    Für Geist und Seele.

    Wir können es uns nicht leisten, unseren Körper zu vernachlässigen, auch wenn wir erkennen, dass wir uns nicht ausschließlich mit ihm identifizieren dürfen. Auf unserer Suche nach unserem wahren Selbst ist unsere körperliche Existenz der beste Ausgangspunkt. Wir können unser Leben durch die Art und Weise verändern, wie wir essen und uns bewegen und wir können unsere Suche beschleunigen, indem wir gesund bleiben. Wenn wir frei von körperlichen Blockaden und Schmerzen sind, können wir unser inneres Selbst viel besser identifizieren.

    Auf der Suche nach dem Geist und der Seele ist es weise zu verstehen, dass der Körper zwar nicht das wahre Selbst ist, man ihn aber trotzdem pflegen sollte. Das Fleisch darf weder abgelehnt noch kasteit werden. Aber nur der Weise ist in der Lage, den Körper zu pflegen und gleichzeitig über ihn hinauszuschauen.

    Quelle

    Deng Ming-Dao: 365 Tao. Meditationen für jeden Tag des Jahres.

    Übers. Kimiko Leibnitz. 1. Auflage, München 2023, FinanzBuch Verlag (Münchner Verlagsgruppe). ISBN 978-3-95972-658-0. Englische Originalausgabe: 365 Tao: Daily Meditations. Harper San Francisco (HarperCollins Publishers), New York 1992.

  • Führ uns ins Licht

    Nimm gnädig, guter Herr und Gott,
    uns diese Nacht in deine Hut;
    lass uns in dir geborgen sein:
    In deinem Frieden ruht sich’s gut.

    Dieweil die müden Glieder ruhn,
    bleib unser Herz dir zugewandt.
    Wir sind dein Volk, das dir vertraut:
    Beschütze uns mit starker Hand.

    Dir sei, Gott Vater, Sohn und Geist,
    die Ruhe dieser Nacht geweiht.
    Umfängt uns einst des Todes Nacht,
    führ uns ins Licht der Herrlichkeit. Amen.

    Nach: Christe, qui lux es et dies (Christe, qui splendor et dies); 5.–6. Jahrhundert – Melodie: GL 663 · GL 1975 696 · KG 284 – alternative Melodie: EG 469