Schlagwort: Tod

  • Lazarus

    Bitten

    Christus Jesus, noch bevor du Lazarus wiedererwecktest, bekannte Marta dich als den König des Lebens. Dich bitten wir:

    A: Lass uns auf deine Hilfe vertrauen.

    Wenn wir uns in der Betrachtung deines Erlösungswerkes gesammelt und mit dir zum Vater gebetet haben,
    – hilf uns, in deinem Sinn zu handeln.

    Wenn ein lieber Mensch nicht mehr bei uns ist,
    – sei du uns nah mit deinem Trost.

    Wenn wir Trauernden begegnen,
    – gib, dass wir sie nicht vertrösten, sondern durch unser Dasein stärken.

    A: Lass uns auf deine Hilfe vertrauen.

    Vaterunser

    Oration

    Herr, unser Gott, dein Sohn hat sich aus Liebe zur Welt dem Tod überliefert. Lass uns in seiner Liebe bleiben und mit deiner Gnade aus ihr leben. Darum bitten wir durch Jesus Christus.
    Der Herr lasse uns wachsen
    und reich werden an Liebe zueinander und mache unser Herz stark und untadelig in Heiligkeit vor unserem Gott und Vater.“

    Quelle: aus dem Morgengebet zum 5. Fastensonntag in Magnificat – das Stundenbuch vom März 2026

  • Todesfrucht

    Leben, das keinen Tod zu fürchten braucht,
    Leben, das auch im Kreuz sich nicht verbraucht
    Liebe, die ohne Grund sich andern schenkt,
    Liebe, die allen Streit zum Frieden lenkt.

    Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt,
    bringt es keine Frucht, und es verdirbt.

    Glaube, der auch im Menschen Gott entdeckt,
    Glaube, der sich im Alltag nicht versteckt.
    Christus, der uns zum Himmel Brücken baut,
    Christus, durch den uns Gott wird ganz vertraut.

    Er ist Gottes Weizenkorn, das in der Erde liegt,
    für uns stirbt und so den Tod besiegt.

    Manfred Henkes: Todesfrucht, aus: ders., Auf-Brüche. Wege zu Gott und den Menschen, Stuttgart 1982, S. 26

  • Fürbitten

    Gepriesen sei Jesus Christus, der uns die Macht seiner Liebe erwiesen hat:

    A: Sende uns deinen Geist.

    Wer zu lieben vermag wie du, verändert die Welt;
    – schenke auch unserer Zeit heilige Menschen.
    Deine Menschenliebe gründete in der Barmherzigkeit des Vaters;
    – lass die Menschen erfahren, dass sie von Gott vorbehaltlos angenommen sind.
    Vollkommenheit erscheint vielen wie ein unerreichbarer Gipfel, der unendliche Anstrengung erfordert;
    – befreie uns durch die Einsicht, dass wir zur Vollkommenheit zuallererst auf deine Stimme achten müssen.
    Wen deine Liebe erfüllt, der vermag den Tod trotz seiner Schrecken vertrauend anzunehmen;
    – erweise an unseren Verstorbenen deine rettende Macht.

    A: Sende uns deinen Geist.

    Quelle: Abendgebet vom 13.3.2026 in Magnificat – das Stundenbuch

  • Alles, was stärker ist als der Tod, ist Teil der ewigen Freuden.

    Diese Predigt zum 2. Sonntag der Fastenzeit (Verklärung Jesu) im Stift Göttweig 2026, gehalten von P. Johannes Paul Abrahamowicz OSB, kreist um eine einzige Bewegung: vom Chaos der Welt zur Hoffnung, die den Tod übersteigt.

    Ausgangspunkt ist die irritierende Weltlage: Kriege, Machtspiele, moralische Doppelstandards. Doch die Frage bleibt nicht bei der „Weltpolitik“, sondern wird persönlich: Wohin führt unsere Wohnzimmerpolitik? Wo tragen wir selbst Streit, Angst und Verhärtung weiter?

    Die Schriftlesungen antworten dreifach:

    • Abram (Gen 12,1–4a) soll aufbrechen – ohne Zielangabe, nur mit der Zusage des Segens. Loslassen des Vergänglichen.
    • Jesus (Mt 17,1–9 im Kontext der Leidensankündigung) geht bewusst nach Jerusalem. Die Verklärung ist kein Ausweichen vor dem Kreuz, sondern ein Vorgeschmack auf die Verwandlung durch den Tod hindurch.
    • Paulus an Timotheus (2 Tim 1,8b–10) bekennt: Christus hat dem Tod die Macht genommen. Wer keine Hoffnung hat, stirbt innerlich; wer hofft, dem stirbt die Angst vor dem Tod.

    Der Kern der Predigt: Wir glauben nicht an eine diffuse Hoffnung, sondern an die Liebe, die Gott selbst ist (vgl. 1 Kor 13; 1 Joh 4,8). Diese Liebe ist stärker als der Tod – und alles, was stärker ist als der Tod, gehört bereits zu den „ewigen Freuden“.

    In der Eucharistie wird diese Liebe nicht nur gedacht, sondern gesehen, gehört und empfangen.

    So ruft die Predigt dazu auf, das Vergängliche loszulassen und sich in die Wandlung Christi hineinnehmen zu lassen – mitten in einer unruhigen Welt.

    Quelle: Predigt von P. Johannes Paul Abrahamowicz OSB, 2. Sonntag der Fastenzeit (Verklärung Jesu), Stift Göttweig, 2026.
    https://www.stiftgoettweig.at/portal/de/betenarbeiten/seelsorge/predigten


  • Fürbitten

    Lasst uns beten für alle Menschen, die sich von Gott verlassen fühlen:

    V: Du unser Licht in der Nacht,   A: bleib uns nah.

    Für alle, die sich schwertun, ihren Platz im Leben zu finden;
    – lass sie Halt finden bei nahestehenden Menschen und zugewandten Seelsorgern.
    Für alle, deren Glaubensvorstellungen ins Wanken geraten sind;
    – lass sie in der Begegnung mit anderen Glaubenden neue Sicherheit gewinnen.
    Für alle, die in einer Notsituation der Verzweiflung nahe sind;
    – erweise ihnen deine Treue, wenn selbst das Gebet ihnen nicht weiterhilft.
    Für alle, die von Depression geplagt sind und keine Kraft mehr haben;
    – dass sie sich auf ihr Umfeld verlassen können und in kleinen Schritten zurück ins Leben finden.
    Für alle, denen am Ende ihres Lebens alles zu zerrinnen scheint, worum sie sich abgemüht haben;
    – lass ihnen im Tod der Sinn ihres Einsatzes aufgehen und schenke ihnen die Fülle deines Lebens.

    V: Du unser Licht in der Nacht,   A: bleib uns nah.

    Quelle: Magnificat vom 24.1.2026

  • Ach, die Helden sind gefallen – Trauer, die verbindet

    Impuls zur Lesung

    Ein geliebter Mensch stirbt, ist nicht mehr da. Der Verlust verändert plötzlich das ganze Leben. Mit dem Tod eines lieben Menschen umzugehen, fordert heraus, fällt meist schwer.

    Auch David, in vielen Situationen so souverän und vertrauend, geht das nicht anders. Beachtenswert ist jedoch der Umgang mit seiner Trauer, seiner Angst und seinem Schmerz: Er versteckt sie nicht, sondern teilt sie. Er teilt sein „Weh“ (das, was ihm wehtut) mit den Anwesenden. Zum einen zeigt er enorme Empathie mit dem nun toten Saul, trotz der Nachstellungen und Mordpläne, mit denen er zu Lebzeiten Sauls konfrontiert war. Saul bleibt für ihn – in und trotz allem – der „Gesalbte des Herrn“, sodass auch nach dessen Tod Bitterkeit und Vergeltung keinen Raum bekommen, sondern allein die guten Taten Sauls. Und er besingt die Kraft der Freundschaft (zu Jonatan), die für ihn über den Tod hinaus tragende Bedeutung hat.

    In der Trauer: geteilte Vergebung, Liebe und Verbundenheit über den Tod hinaus.

    Quelle: Magnificat – das Stundenbuch, 24.1.2026

    Lesung aus dem zweiten Buch Samuel

    2 Sam 1, 1–4.11–12.17.19.23–27

    Als David nach dem Tod Sauls von seinem Sieg über die Amalekiter zurückgekehrt war und sich zwei Tage lang in Ziklag aufgehalten hatte, kam am dritten Tag ein Mann aus dem Lager Sauls, mit zerrissenen Kleidern und Staub auf dem Haupt. Als er bei David angelangt war, warf er sich auf den Boden nieder und huldigte ihm. David fragte ihn: Woher kommst du? Er antwortete ihm: Ich habe mich aus dem Lager Israels gerettet. David sagte zu ihm: Wie stehen die Dinge? Berichte mir! Er erwiderte: Das Volk ist aus dem Kampf geflohen, viele von den Männern sind gefallen und umgekommen; auch Saul und sein Sohn Jonatan sind tot.

    Da fasste David sein Gewand und zerriss es und mit ihm alle Männer um ihn. Sie klagten, weinten und fasteten bis zum Abend wegen Saul, seines Sohnes Jonatan, des Volkes des HERRN und des Hauses Israel, die unter dem Schwert gefallen waren.

    Und David sang die folgende Totenklage auf Saul und seinen Sohn Jonatan:
    Israel, dein Stolz liegt erschlagen auf deinen Höhen.
    Ach, die Helden sind gefallen!

    Saul und Jonatan, die Geliebten und Teuren,
    im Leben und Tod sind sie nicht getrennt.
    Sie waren schneller als Adler,
    waren stärker als Löwen.

    Ihr Töchter Israels, weint um Saul;
    er hat euch in köstlichen Purpur gekleidet,
    hat goldenen Schmuck auf eure Gewänder geheftet.

    Ach, die Helden sind gefallen mitten im Kampf.
    Jonatan liegt erschlagen auf deinen Höhen.
    Weh ist mir um dich, mein Bruder Jonatan.
    Du warst mir sehr lieb.
    Wunderbarer war deine Liebe für mich
    als die Liebe der Frauen.
    Ach, die Helden sind gefallen,
    die Waffen des Kampfes verloren.


  • Festmahl mit feinsten Speisen

    Jes 25, 6–10a


    Impuls zur Lesung

    Quelle: Magnificat – das Stundenbuch vom 3.12.2025

  • Frei gemacht

    Jetzt gibt es keine Verurteilung mehr für die, welche in Christus Jesus sind. Denn das Gesetz des Geistes, des Lebens in Christus Jesus, hat dich frei gemacht vom Gesetz der Sünde und des Todes.

    Röm 8, 1–2

  • Gesundheit und Tod – neu gedacht

    »Der besondere Wert von Gesundheit wird uns meist erst dann schmerzlich bewusst, wenn sie fehlt.«

    — Barbara Schmitz

    Impuls
    Gesundheit ist nicht einfach das Fehlen von Krankheit, sondern ein empfindliches Gleichgewicht, das erst im Bruch seine Tiefe offenbart. Barbara Schmitz erinnert uns daran, dass Krankheit nicht nur Verlust, sondern auch Erkenntnisquelle sein kann – ein Riss, durch den neues Licht ins Leben fällt.

    Vielleicht gilt das Gleiche auch für den Tod: Er zwingt die Lebenden, neu zu beginnen, die Grenzen des Selbst zu überschreiten und Freiheit zu finden inmitten des Endlichen. So wird aus der Verwundung ein Zugang zur Wahrheit des Menschseins – verletzlich, aber wach.


    Barbara Schmitz (*1968) ist eine deutsche Philosophin. Sie lehrt und forscht an der Universität Basel, wo sie sich mit Fragen des guten und lebenswerten Lebens, mit Gerechtigkeit, Behinderung und den ethischen Dimensionen menschlicher Existenz auseinandersetzt. In ihrer Arbeit verbindet sie theoretische Schärfe mit einer lebensnahen Perspektive, die Philosophie als praktische Orientierung im Alltag begreift.

  • Tod für die Sünde

    Sind wir mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden. Wir wissen, dass Christus, von den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod hat keine Macht mehr über ihn. Denn durch sein Sterben ist er ein für alle Mal gestorben für die Sünde, sein Leben aber lebt er für Gott. So sollt auch ihr euch als Menschen begreifen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus.

    Röm 6, 8–11