Kirche

Religionsgemeinschaften sind von jeher kompetente Begleiter in Zeiten der Trauer. Sie haben Antworten auf die großen Fragen des Lebens. Woher komme ich? Wohin gehe ich? Werden wir uns wiedersehen?

Viele Menschen haben in unserer Zeit allerdings den direkten Kontakt zu ihrer Kirche verloren. Sie kennen keinen Priester persönlich und stehen der Kirche distanziert gegenüber obwohl sie gläubige Menschen sind.

Ich bin selbst ein gläubiger Katholik und ehrenamtlicher Lektor im Stephansdom. Mit dieser Erfahrung und Haltung begleite ich trauernde Menschen – in keiner offiziellen Funktion der Kirche aber voller Liebe.

Abschiedsfeiern mit christlicher Prägung gestalte ich mit den Hinterbliebenen würdevoll, hoffnungsfroh und nach ihren Vorstellungen.

In Heiligen Messen, beim Requiem oder einer Totenandacht werde ich von Priestern eingeladen, die Trauerrede eingepaßt in die liturgische Feier zu halten.

Regelmäßig führe ich Trauernde nach Absprache mit dem Sakristeidirektor von St. Stephan im Dom hinauf zur Orgelempore wo wir in der Weite des gotischen Doms dem geliebten verstorbenen Menschen nahe sind.

So wird Kirche als tröstender Raum und als liebevolle Gemeinschaft erlebbar.

Kommentare

2 Antworten zu „Kirche“

  1. Avatar von Charlotte Sengthaler

    Danke, lieber Harald! Als wir auf der Empore standen, die Weite des Stephansdoms vor uns, war mir ganz klar, dass Herbert lebt und seine neue Dimension erkundet. Auch wenn ich ihn nicht mehr angreifen kann. So kann ich ihn jetzt noch besser begreifen und spüren.🥰

  2. Avatar von Esther & Amber
    Esther & Amber

    Ich & meine Tochter die Studentin ist wurden von Harald herzlich zu einer Neujahrsführung im Januar in den Stephansdom eingeladen mit besinnlichem Rückblick auf 2025 und Vorausschau auf 2026 auf der Orgelempore. Dieses besondere Ereignis wurde von Harald begleitet mit inspirierender Fragestellung und Gebet. Harald erkennt feinsinnig und ohne Getöse die Not und das Leid mit einem stillen Blick auf die Menschen und lädt ein sich willkommen zu fühlen, um Gutes zu bewirken und leise Trost zu spenden. Es hat uns sehr gut getan das Harald während des Gebets Raum und Ruhe geschenkt hat, abseits der brodelnden Geräuschkulisse der Besucher im Dom auf der Orgelempore, um in sich kehren und sammeln zu können. Und nach einer gefühlten Weile, die es brauchte, die Herzensanliegen in mehreren Pausen während des Gebets in Worte fassen zu können. Die Geduld ohne Worte Zeit während des Gebets verstreichen zu lassen, um Gefühle und Gedanken aus den seelischen Tiefen zu erfassen war für uns bisher eine einmalige Erfahrung, die sehr tröstlich war. Harald hat uns während des Rundgangs einen Blick im Stephansdom hinter die christlich kulturellen Kulissen ermöglicht, die erquickend waren und uns mit faszinierenden Details der hunderten Jahre alten Geschichte des Stephansdom beeindruckt. Unsere Fragen und Überlegungen zu den Einblicken im christlichen Kontext der Architektur wurden geduldig und eloquent beantwortet. Wir haben erkannt wie sensibel und auf eine wohltuende stille Art Harald die Brücke bauen kann zwischen dem Diesseits und dem Jenseits, der Freude und der Trauer, zwischen Gegenwart und Vergangenheit, zwischen Kunst und Kultur im christlichen Glauben. Und Menschen mit Respekt unbeirrt entgegenkommt unabhängig davon in welcher Lebenslage sich jeder Einzelne gerade befindet und dieses durch seinen Habitus im Außen enthüllt. Wir fühlten uns berührt und gut aufgehoben.

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