Christus Jesus, noch bevor du Lazarus wiedererwecktest, bekannte Marta dich als den König des Lebens. Dich bitten wir:
A: Lass uns auf deine Hilfe vertrauen.
Wenn wir uns in der Betrachtung deines Erlösungswerkes gesammelt und mit dir zum Vater gebetet haben, – hilf uns, in deinem Sinn zu handeln.
Wenn ein lieber Mensch nicht mehr bei uns ist, – sei du uns nah mit deinem Trost.
Wenn wir Trauernden begegnen, – gib, dass wir sie nicht vertrösten, sondern durch unser Dasein stärken.
A: Lass uns auf deine Hilfe vertrauen.
Vaterunser
Oration
Herr, unser Gott, dein Sohn hat sich aus Liebe zur Welt dem Tod überliefert. Lass uns in seiner Liebe bleiben und mit deiner Gnade aus ihr leben. Darum bitten wir durch Jesus Christus. Der Herr lasse uns wachsen und reich werden an Liebe zueinander und mache unser Herz stark und untadelig in Heiligkeit vor unserem Gott und Vater.“
Quelle: aus dem Morgengebet zum 5. Fastensonntag in Magnificat – das Stundenbuch vom März 2026
Wir vertrauen auf die Liebe Gottes – und sind damit schon im Paradies.
Im Denken des Hinduismus erscheint die Welt als Kreislauf großer Zeitalter – Aufstieg und Verfall folgen einander. Und doch kennt auch diese Tradition die Möglichkeit der Befreiung schon im Leben: Jivanmukti, die innere Freiheit eines Menschen, der nicht mehr gebunden ist.
Das Christentum geht einen anderen Weg. Es denkt Zeit nicht als Kreis, sondern als Beziehung. Nicht das Aufgehen im Ganzen erlöst – sondern das Getragen-Sein in der Liebe Gottes.
Darum ist Paradies kein später Ort. Es beginnt dort, wo ein Mensch vertraut.
Nicht weil alles gut ist. Sondern weil er sich gehalten weiß.
Arm und gebeugt stehen wir vor dir, du unser Vater. Wir bitten dich:
A: Schenk uns Vertrauen und Trost.
– Wenn wir vor unserer Endlichkeit erschrecken, lass uns spüren, dass du uns liebst – Wenn uns Zweifel und Versagen belasten, nimm uns bei der Hand und wende unser Leben zum Guten. – Wenn wir krank oder einsam sind, komm auf uns zu und lass uns dein Angesicht schauen.
Lasst uns beten für alle, die sich in einer Notlage befinden:
V: Herr, erbarme dich. A: Christus, erbarme dich.
– Dass sie mit deiner Hilfe finden, was ihre Not wende – Dass sie aus der Nähe zu dir ein starkes Selbstwertgefühl empfangen. – Dass sie durch die Begegnung mit Menschen, die ein Leben in Armut gewählt haben, innerlich reich werden. – Dass sie in der Solidarität mit anderen Menschen Halt und Lebenssinn finden. – Dass sie dir am Ende ihres Lebens getröstet entgegengehen.
Emilie Engel (Mitgründerin der Schönstätter Marienschwestern, 1893–1955)
• Wofür brauche ich im Moment Licht und Trost? Ich darf es dem göttlichen Kind anvertrauen. • Was bedeutet für mich der Glaube, dass Gott als Kind zur Welt kam?
Lesung 1 Joh 1, 1–3
Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir geschaut und was unsere Hände angefasst haben, das verkünden wir: das Wort des Lebens. Denn das Leben wurde offenbart; wir haben gesehen und bezeugen und verkünden euch das ewige Leben, das beim Vater war und uns offenbart wurde. Was wir gesehen und gehört haben, das verkünden wir auch euch, damit auch ihr Gemeinschaft mit uns habt. Wir aber haben Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus.
Fürbitten
Jesus, du Sohn des lebendigen Gottes, du bist selbst Kind geworden. Wir bitten dich:
V: Sei unser Licht, A: bleib uns nah.
Segne alle Kinder, die heute geboren werden; – lass sie gesund heranwachsen und spüren, dass sie Kinder deines Vaters sind. Sei mit allen, die heute Weihnachten feiern; – lass dein Licht sie erfüllen und von ihnen ausstrahlen auf die Menschen in ihrer Umgebung. Sieh gütig auf jene, die dich nicht kennen, – und lass sie deine Liebe und deinen Segen spüren. Gedenke der Kinder im Heiligen Land; – hilf den Mächtigen, sie besonders zu schützen und im Frieden heranwachsen zu lassen. Komm auf alle zu, die heute sterben; – lass sie sich ewig mit dir freuen.
V: Sei unser Licht, A: bleib uns nah.
Quelle: Magnificat – das Stundenbuch, 12-2025, Abendgebet am 25.12.205
Es gibt Kolleginnen und Kollegen, die ich sehr schätze, obwohl sie eigentlich auch Mitbewerber sein könnten.
Hannes Benedetto Pircher ist für mich ein solcher Mensch.
Wir kommen beide aus Tirol und begegnen einander an den Rändern des Unaussprechlichen – dort, wo Worte verletzen können, aber manchmal auch heilen. Hannes ist ein Meister der behutsamen Sprache und ein feiner Zuhörer. Viele Familien, die auch ich begleite, kennen ihn als jemanden, der Trost schenken kann, ohne je zu vereinfachen.
Ich empfehle Hannes von Herzen weiter – und wüßte meine eigenen Familien bei ihm in guten Händen, wenn ich verhindert bin und Menschen in ihren schwersten Stunden einen verlässlichen Begleiter brauchen.
Trost ist kein Produkt unserer Sprache, sondern unserer Haltung. Bevor ein einziges Wort gesprochen wird, spüren Trauernde, ob jemand erreichbar ist. Der erste Anruf, die erste Stimme nach einem Verlust, kann ein ganzes inneres System beruhigen. Trost beginnt dort, wo jemand den Mut hat, zuzuhören, ohne zu erklären oder zu korrigieren.
Das Interview mit meinem Tiroler Kollegen Hannes Benedetto Pircher erinnert daran, dass Trost auf drei Pfeilern ruht: Präsenz. Vertrauen. Wahrhaftigkeit.
Wir sprechen nicht, um Stille zu füllen, sondern um einen Raum zu öffnen, in dem Tränen, Dankbarkeit, Liebe und Fragen ihren Platz finden dürfen. Worte kommen erst später – und dann nur jene, die die Angehörigen selbst tragen können.
Trost geschieht im Ankommen. Die Trauerrede ist erst die sichtbare Form eines viel früheren, viel stilleren Dienstes.
Gedanken zum Evangelium vom 1. Adventsonntag (Mt 24,37–44)
… „Dahinter steht aber nicht so sehr eine Droh- und Angstbotschaft, wie es vielleicht manche empfinden, sondern vielmehr eine große Trostbotschaft. Zwar gibt es im Leben Zeichen und Zeiten, die darauf hinweisen, dass alles einmal ein Ende haben kann und wird. Und es gibt auch Zeiten und Ereignisse, wo uns persönliche Tragödien und Schicksalsschläge tief treffen. Aber als Christen wissen wir, dass bei all den ‚Zeichen der Zeit‘, hinter all den Schicksalsschlägen uns ein letztlich immer treuer, naher, liebender und barmherziger Gott zur Seite steht.
Wir glauben als Christen auch, dass er es sein wird, der all das Bruchstückhafte, all das Halbfertige, all das Ungerechte, all die Sehnsüchte wenden und erfüllen wird. Das ist kein billiger Trost, sondern eine Grundaussage der Heiligen Schrift.
Auf diese Botschaft der Hoffnung auf Heil dürfen wir im Leben und durch den Tod hindurch vertrauen.“
Quelle: Pastoralassistentin Christine Gruber-Reichinger in „Die Woche in St. Stephan“, Dompfarre Wien, Ausgabe 1440 vom 28.11.2025
Der erste Advent lädt uns ein, die Zeit nicht als Ablauf, sondern als Beziehung zu verstehen. Hoffnung entsteht nicht durch Verdrängung, sondern durch die Erfahrung, dass unser Leben – gerade in seinen Brüchen – gehalten bleibt. Der Text erinnert daran, dass Trost nicht laut sein muss. Er kann leise kommen, wie ein Grundton. Wer wach bleibt, entdeckt inmitten der Unsicherheit eine stille Nähe, die trägt.