Manchmal find ich einen Lebensquell. Ich kann aus einem Brunnen schöpfen kann mich erfrischen und kann trinken vom Wasser, das die Sehnsucht stillt.
Manchmal find ich einen Sonnenstrahl, kann durch die dunklen Wolken sehen, ich kann ins warme Licht mich stellen, ins Licht, das einen Weg mir zeigt.
Manchmal find ich festes Fundament. Da kann ich stehen, kann drauf gehen, da kann mein Lebenshaus ich bauen, ein Haus, drin ich geborgen bin.
Manchmal find ich meinen Herzensgrund. Da kann ich still sein, kann ich schweigen, da kann ich ruhen, kann ich bleiben, da find ich mich und finde Gott.
Lesung aus dem ersten Johannesbrief 1 Joh 4, 11–18
Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben. Niemand hat Gott je geschaut; wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns und seine Liebe ist in uns vollendet. Daran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben und er in uns bleibt: Er hat uns von seinem Geist gegeben. Wir haben geschaut und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Retter der Welt. Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott und er bleibt in Gott. Wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm. Darin ist unter uns die Liebe vollendet, dass wir am Tag des Gerichts Zuversicht haben. Denn wie er, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht gibt es in der Liebe nicht, sondern die vollkommene Liebe vertreibt die Furcht. Denn die Furcht rechnet mit Strafe, wer sich aber fürchtet, ist nicht vollendet in der Liebe.
Was sagt uns dieser Text am offenen Grab eines geliebten Menschen?
Dass wir uns wiedersehen werden – in Gottes Zeit. Dass wir bis dahin in der Liebe Gottes geborgen sein dürfen. Dass der geliebte Mensch nicht nur in unseren Herzen, sondern in Gottes Liebe bleiben wird – alle Zeit.
Bist du es, der da kommen soll? Bist du’s, den wir erwarten? Bist du, der uns die Freiheit schenkt, die Seher offenbarten? Wir sind gefangen, sind verstrickt, wir brauchen Aussicht, die erquickt, und Glauben, der beflügelt.
Bist du es, der da kommen soll, der heilt, dass Blinde sehen? Bist du, der satt macht und der hilft, dass Lahme wieder gehen? Wir sind gebunden, sind zu schwach, das Blatt zu wenden, ruf uns wach und schenk uns neue Hoffnung.
Bist du es, der da kommen soll, der spricht, dass Taube hören? Bist du, der gute Nachricht bringt, an der sich Herrscher stören? Durchbrich die Mauern, hilf uns auf, aus Todeskampf wird Lebenslauf und Liebe, die nicht endet.
An jenem Tag wird der HERR der Heerscharen auf diesem Berg – dem Zion – für alle Völker ein Festmahl geben mit den feinsten Speisen, ein Gelage mit erlesenen Weinen, mit den feinsten, fetten Speisen, mit erlesenen, reinen Weinen. Er verschlingt auf diesem Berg die Hülle, die alle Völker verhüllt, und die Decke, die alle Nationen bedeckt. Er hat den Tod für immer verschlungen und GOTT, der Herr, wird die Tränen von jedem Gesicht abwischen und die Schande seines Volkes entfernt er von der ganzen Erde, denn der HERR hat gesprochen. An jenem Tag wird man sagen: Siehe, das ist unser Gott, auf ihn haben wir gehofft, dass er uns rettet. Das ist der HERR, auf ihn haben wir gehofft. Wir wollen jubeln und uns freuen über seine rettende Tat. Denn die Hand des HERRN ruht auf diesem Berg.
Jes 25, 6–10a
Impuls zur Lesung
Vornehm Essengehen ist in! Kochen steht hoch im Kurs. Zahlreiche Koch-Shows und Magazine mit Kochrezepten nehmen den Trend auf. Sicher ist es wichtig, auf eine gute und ausgewogene Ernährung zu achten. Aber Essen ist immer auch eine soziale Aktion, mit der man sehr gut Unterschiede deutlich machen kann, eben wenn man sich beste Speisen leistet – während andere sehr genau auf ihre Ausgaben schauen müssen, was sich in deren Mahlzeiten widerspiegelt. Und ein Restaurant-Besuch kommt für Letztere gar nicht infrage. Durch Essen zeigen wir, wer wir sind! Die Lesung entwirft ein anderes Bild: Hier sind alle eingeladen, niemand wird ausgeschlossen. Überboten wird das Mahl auf dem Sinai mit Mose und den siebzig Ältesten (Ex 23, 9–11) durch das verheißene Festmahl auf dem Gottesberg Zion. Hier wird nicht nur Israel, sondern werden alle Völker teilnehmen. So gut dort das Essen auch sein mag, die entscheidende Speise ist die Gottes selbst: Er verzehrt „die Hülle, die alle Völker verhüllt, und die Decke, die alle Nationen bedeckt“. Das Essen wird zur Rettungstat, denn „er hat den Tod für immer verschlungen“, der alle Völker bedroht. Entscheidend ist Gott allein, der uns zu retten vermag.
Quelle: Magnificat – das Stundenbuch vom 3.12.2025
Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht und das Wort, das wir sprechen, als Lied erklingt,
dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut, dann wohnt er schon in unserer Welt. Ja, dann schauen wir heut schon sein Angesicht in der Liebe, die alles umfängt.
Wenn das Leid jedes Armen uns Christus zeigt, und die Not, die wir lindern, zur Freude wird, dann hat Gott unter uns …
Wenn die Hand, die wir halten, uns selber hält, und das Kleid, das wir schenken, auch uns bedeckt, dann hat Gott unter uns …
Wenn der Trost, den wir geben, uns weiterträgt, und der Schmerz, den wir teilen, zur Hoffnung wird, dann hat Gott unter uns …
Wenn das Leid, das wir tragen, den Weg uns weist, und der Tod, den wir sterben, vom Leben singt, dann hat Gott unter uns …
Seht, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat: Wir heißen Kinder Gottes, und wir sind es. Liebe Brüder, jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.
1 Joh 3, la.2
Wir wissen nicht mit Sicherheit, ob Jesus von Nazareth vor etwa zweitausend Jahren diese Worte genau so gesagt hat. Wir spüren aber, dass die meisten Eltern ihre Kinder lieben. Auch heute noch. Und wir sagen zu GOTT: „Abba – Vater“.
Geborgen in dir, Gott, atme ich ein, schöpfe ich Hoffnung aus Brot und Wein. Geborgen in dir, Gott, lasse ich los und liege sicher in Mutters Schoß. Geborgen in dir, Gott, ruhe ich aus, bin ich zufrieden, bei dir zu Haus.
Gerufen von dir, Gott, horche ich hin, frage ich staunend, wer ich wohl bin. Gerufen von dir, Gott, bin ich genannt bei meinem Namen in deiner Hand. Gerufen von dir, Gott, sage ich ja, mit dir verbunden, so bin ich da.
Gehalten von dir, Gott, wache ich auf, wage ich tastend den Tageslauf. Gehalten von dir Gott, stehe ich fest, gehe und lebe, weil du mich lässt. Gehalten von dir, Gott, schlafe ich ein an jedem Abend, denn ich bin dein.
Dieser Hymnus „Geborgen in Dir“ ist für mich gleichermaßen Begleiter durch einen frohen Tag im Vertrauen auf Gottes mütterliche Güte und Heilszusage für alle, die uns vorausgegangen sind.