Dankt dem Vater mit Freude! Er hat euch fähig gemacht, Anteil zu haben am Los der Heiligen, die im Licht sind. Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes.
Kol 1, 12–13
Dankt dem Vater mit Freude! Er hat euch fähig gemacht, Anteil zu haben am Los der Heiligen, die im Licht sind. Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes.
Kol 1, 12–13
Es gibt Szenen, die man nicht vergisst.
In der Finalfolge von »House of David« (Amazon Prime Video, Staffel 1, Episode 8) kämpft David gegen Goliath — und verliert. Eine Lanze trifft ihn, er bricht zusammen. Die Menge verstummt.
Dann erscheint der Prophet Samuel auf dem Berg. Sichtbar für alle. Er betet — still, unbeirrbar, mit einer Würde, die den Lärm des Schlachtfelds übersteigt.
Und David steht auf.
Aber wer steht hier eigentlich auf?
David ist zu diesem Zeitpunkt längst der von Samuel gesalbte König von Israel — nur noch im Verborgenen. Doch nicht er besiegt Goliath. Gott selbst tut das. David ist sein Werkzeug. Und erst als er am Boden liegt, am Ende seiner menschlichen Kraft, wirkt Gott durch ihn. Samuel auf dem Berg öffnet dafür gleichsam die Tür.
Das ist keine Heldengeschichte. Das ist Theologie.
Die Kernaussagen der ersten Staffel:
Gott wählt den Jüngsten, den Randständigen, den Unscheinbaren — nicht den Starken. Der Mensch sieht das Äußere, Gott das Herz.
Macht ohne Gottesbeziehung ist letztlich Selbstbedienung — und zerstört, was sie zu erhalten vorgibt. Königin Ahinoam ist dafür das stärkste Beispiel der Staffel: intelligent, willensstark, politisch versiert — und doch scheitert sie. Nicht an mangelnden Fähigkeiten, sondern daran, dass sie Gott durch Aberglaube ersetzt und Kontrolle nie abgeben kann.
Führung ohne echten Glauben hat keine tragfähige Mitte.
Und schließlich: Das Verborgene ist das eigentlich Wirksame. David trägt die Salbung bereits in sich — lange bevor die Welt es sieht.
Woran erkennt man Führung, die wirklich trägt? Wer steht hinter der Macht — der Mensch oder Gott? Und wohin flüchten wir, wenn wir an unsere Grenzen stoßen — zu Gott oder zu unseren eigenen Mitteln?
Diese Fragen stellt die Serie.
»House of David«, Staffel 1 — für alle, die gute Erzählkunst und tiefe Bilder schätzen. Eine der beeindruckendsten Produktionen der letzten Jahre. Auf Amazon Prime Video.
Und heute beginne ich mit der 2. Staffel…
Kann ich gemeinsam mit Gott meine Feinde lieben?
Predigt von P. Johannes Paul Abrahamowicz in der Osternacht 2026
Freuen wir uns nicht nur, dass Jesus auferweckt wurde, sondern freuen wir uns auch darüber, warum er auferweckt wurde und darüber, was das mit uns macht.
Er wurde nämlich aus Liebe auferweckt und das macht uns dazu fähig, dass auch wir gemeinsam mit ihm lieben können. Es war nämlich lieblos von Judas, dass er Jesus den Hohepriestern ausgeliefert hat, und es war lieblos von den Hohepriestern, dass sie Jesus dem Pontius Pilatus ausgeliefert haben. Es war auch lieblos von ihnen, dass sie dann die Menge aufgewiegelt haben.
Es war aber auch lieblos von Pontius Pilatus, dass er sich aus Feigheit überreden ließ, Jesus zu kreuzigen. Es war lieblos und gehässig von den römischen Soldaten, dass sie mit Jesus alles gemacht haben, was sie wollten, bis er tot war.
Aber größer als alle diese Lieblosigkeiten ist die Liebe des Vaters. Wir nennen das die Vergebung. Nicht aus Hokuspokus hat er Jesus auferweckt, sondern aus Liebe, trotz aller Lieblosigkeiten. Er hat dem Judas verziehen, den Hohepriestern, dem Pontius Pilatus und den römischen Soldaten hat er vergeben durch die Auferweckung seines Sohnes.
Wenn wir aber diese Liebe, diese Vergebung nur verstehen, ist das zwar schön. Aber dann bleibt Ostern bloß ein gesellschaftliches Freudenfest innerhalb der Kirchenmauern.
Und während wir und alle Christen auf der Welt feiern, dass die allmächtige Liebe Gottes über das gehässige Töten gesiegt hat, verzweifeln wir trotzdem über die Nachrichten von Toten durch Kriege. Während wir Halleluja singen, weil Gott seinen Sohn wirklich auferweckt hat, sind wir weiterhin ratlos über das Bombardieren und Töten zwischen Russland und Ukraine und zwischen Israel und Iran.
Außerdem gibt es auf der Erde noch 25 weitere Kriege, die es gar nicht in die Nachrichten schaffen. Sie schaffen es zumindest in die höchste Stufe der Reisewarnungen auf der Internetseite unseres Außenministeriums. Und ein Christ, der heute mit uns feiert, der versteht, dass die Liebe Gottes mächtiger als der Tod ist, der das immerhin versteht, aber leider nur versteht, es nur mit dem Verstand erfasst, der fragt sich mit Recht, wer hier der Sieger ist. Gott mit seiner allmächtigen Liebe, der vor 2000 Jahren den toten Jesus erweckt hat. Oder die Menschen, die heute weiterhin Krieg führen und über Leichen gehen?
Wenn wir verstehen, dass Gottes Liebe zu Judas und zu den Hohepriestern und zu Pontius Pilatus und zu den römischen Soldaten größer ist als deren Lieblosigkeiten, dann ist das schon sehr schön.
Wenn aber auch wir mit Gott gemeinsam diesen zwielichtigen Judas lieben wollen, diese heuchlerischen Hohepriester, diesen feigen Pontus Pilatus und diese brutalen römischen Soldaten mit Gott gemeinsam zumindest lieben wollen, dann ist Ostern in uns.
Dann brennt das Osterfeuer in uns. Dann brennt die Osterkerze in uns. Das heißt, dann kommt Vergebung aus uns heraus.
Nicht nur im Freundeskreis der Kirchen hier, sondern auch in den Kleinkriegen in unserer Umgebung.
Und bevor ich ratlos bin über die militärischen Konflikte in der Welt, weiß ich jetzt, dass ich die persönliche Chance habe, mit den Militanten in meinem Umfeld umzugehen. Denn einen Judas hat auch jeder von uns in seiner näheren Umgebung. Und auch frömmelnde Scheinheilige, wie die Hohepriester, hat auch jeder von uns zu Hause oder in der Schule oder am Arbeitsplatz.
Und Feiglinge, die Unheil zulassen wie Pontus Pilatus und ständig unzufriedene Menschen wie die römischen Soldaten, all diese Tücken samt all deren Lieblosigkeiten hat jeder von uns in seinem Umfeld.
Und jedes Mal, wenn ich einen von diesen Typen trotz all seiner Lieblosigkeiten gemeinsam mit Gott lieben kann, erlebe ich, dass Gottes Liebe mächtiger ist als die Menschen, die Krieg führen.
Und ich erlebe es persönlich in meiner Umgebung.
Ich freue mich also nicht nur darüber, dass vor 2000 Jahren Jesus aus Liebe auferweckt wurde, sondern auch darüber, dass die Liebe Gottes heute in mir Ostern erneuert.
Amen.

Die Auferstehung Christi ist nicht nur ein historisches Ereignis, das es intellektuell zu verstehen gilt, sondern ein aktives Prinzip der Vergebung, das in der Gegenwart umgesetzt werden muss. Der zentrale Punkt der Predigt ist, dass die Liebe Gottes, die sich in der Auferstehung manifestiert, mächtiger ist als jede menschliche Lieblosigkeit – von Judas‘ Verrat bis hin zu den heutigen Kriegen. Wenn dieses Prinzip jedoch nur als theologisches Konzept verstanden wird, bleibt es wirkungslos und führt zu einer Ratlosigkeit angesichts des weltweiten Leids. Die wahre Bedeutung von Ostern entfaltet sich erst, wenn wir die Vergebung aktiv praktizieren und lernen, die „Feinde“ in unserem persönlichen Umfeld – die Verräter, die Heuchler, die Feiglinge – bewusst mit Gott gemeinsam lieben zu wollen. Dadurch wird die Auferstehung zu einer persönlichen Erfahrung, die es uns ermöglicht, die Macht der göttlichen Liebe über die Logik des Konflikts im eigenen Leben zu erleben, anstatt nur über die Kriege in der Welt zu verzweifeln.
Die Auferstehung Jesu wird nicht als isoliertes Wunder dargestellt, sondern als direkte Antwort auf eine Kette von lieblosen Taten:
Die Auferstehung ist demnach kein Akt der Machtdemonstration, sondern ein Akt der Liebe und Vergebung gegenüber all diesen Akteuren. Gott hat nicht aus Vergeltung gehandelt, sondern trotz all dieser Lieblosigkeiten aus Liebe vergeben.
Es wird eine scharfe Dissonanz zwischen dem österlichen Jubel der Christen und der ungelösten Gewalt in der Welt aufgezeigt.
Die Lösung dieser Dissonanz liegt in der Verlagerung des Fokus vom abstrakten globalen Leid auf das konkrete persönliche Umfeld. Wir sind aufgefordert, die Prinzipien der Vergebung und Liebe dort anzuwenden, wo wir unmittelbaren Einfluss haben.
Wie seltsam hat sich dies gewendet,
dass aller Wege wirrer Sinn
vor dieser schmalen Tür geendet
und ich dabei so selig bin!
Der stummen Sterne reine Nähe
weht mich mit ihrem Zauber an
und hat der Erde Lust und Wehe
von meinen Stunden abgetan.
Der süße Atem meiner Geige
füllt nun mit Gnade mein Gemach,
und so ich mich dem Abend neige,
wird Gottes Stimme in mir wach.
Wie seltsam hat sich dies gewendet,
dass aller Wege wirrer Sinn
vor dieser schmalen Tür geendet
und ich dabei so selig bin,
und von der Welt nur dies begehre,
die weißen Wolken anzusehn,
die lächelnd, über Schmerz und Schwere,
von Gott hin zu den Menschen gehn.
Stefan Zweig (1881–1942)
Lasst uns, erfreut und ehrfurchtsvoll, für ihn
singen dies Lied, für ihn, der lebt. Auf dass wir
aufrichtig Liebe haben zueinander:
Wo Freundschaft ist und Liebe, da ist Gott.
An diesem Ort versammelt, lasst uns sein
einig im Geiste, Herzen ungeteilt.
Weg alle harten Worte, Groll und Zwiespalt.
Dass Liebe wohne unter uns, Gott selbst.
Wo Freundschaft ist und Liebe, da ist Gott.
Mögen wir mit allen, die schon dort sind,
im Licht verherrlicht, sehn dein Angesicht –
Freude, die unermesslich ist, Sicherheit,
die in Ewigkeit kein Ende findet.
Wo Freundschaft ist und Liebe, da ist Gott.
Huub Oosterhuis, nach „Ubi caritas et amor“, aus: Huub Oosterhuis, Du Freund Gott. Lieder – Gebete – Essays. Topos Taschenbuch 838, © 2013 Lahn-Verlag in der Butzon & Bercker GmbH, Kevelaer, www.lahn-verlag.de
Dich, hoher Schöpfer,
lobe der Mensch mit
Leib und Seele,
Heil sich erhoffend.
Klein und gering nur
steht er im Weltall.
Doch er allein trägt,
Schöpfer, dein Abbild
leuchtend im Geiste,
wenn er im Leben
lauteren Herzens,
Höchster, dir huldigt.
Gott unsrer Seele,
Licht unsres Lebens,
Lob unsrer Lippen:
Fülle das Herz uns,
dass wir dich lieben,
Vater im Himmel.
Nach: Te homo laudet; Alkuin, † 804
Manchmal find ich einen Lebensquell.
Ich kann aus einem Brunnen schöpfen
kann mich erfrischen und kann trinken
vom Wasser, das die Sehnsucht stillt.
Manchmal find ich einen Sonnenstrahl,
kann durch die dunklen Wolken sehen,
ich kann ins warme Licht mich stellen,
ins Licht, das einen Weg mir zeigt.
Manchmal find ich festes Fundament.
Da kann ich stehen, kann drauf gehen,
da kann mein Lebenshaus ich bauen,
ein Haus, drin ich geborgen bin.
Manchmal find ich meinen Herzensgrund.
Da kann ich still sein, kann ich schweigen,
da kann ich ruhen, kann ich bleiben,
da find ich mich und finde Gott.
Helmut Schlegel, © Dehm Verlag, Limburg
Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben. Niemand hat Gott je geschaut; wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns und seine Liebe ist in uns vollendet.
Daran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben und er in uns bleibt: Er hat uns von seinem Geist gegeben. Wir haben geschaut und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Retter der Welt.
Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott und er bleibt in Gott. Wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.
Darin ist unter uns die Liebe vollendet, dass wir am Tag des Gerichts Zuversicht haben. Denn wie er, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht gibt es in der Liebe nicht, sondern die vollkommene Liebe vertreibt die Furcht. Denn die Furcht rechnet mit Strafe, wer sich aber fürchtet, ist nicht vollendet in der Liebe.
Dass wir uns wiedersehen werden – in Gottes Zeit.
Dass wir bis dahin in der Liebe Gottes geborgen sein dürfen.
Dass der geliebte Mensch nicht nur in unseren Herzen, sondern in Gottes Liebe bleiben wird – alle Zeit.