Schlagwort: Gott

  • Te homo laudet

    Dich, hoher Schöpfer,
    lobe der Mensch mit
    Leib und Seele,
    Heil sich erhoffend.
    Klein und gering nur
    steht er im Weltall.

    Doch er allein trägt,
    Schöpfer, dein Abbild
    leuchtend im Geiste,
    wenn er im Leben
    lauteren Herzens,
    Höchster, dir huldigt.

    Gott unsrer Seele,
    Licht unsres Lebens,
    Lob unsrer Lippen:
    Fülle das Herz uns,
    dass wir dich lieben,
    Vater im Himmel.

    Nach: Te homo laudet; Alkuin, † 804

  • Lebensquell

    Manchmal find ich einen Lebensquell.
    Ich kann aus einem Brunnen schöpfen
    kann mich erfrischen und kann trinken
    vom Wasser, das die Sehnsucht stillt.

    Manchmal find ich einen Sonnenstrahl,
    kann durch die dunklen Wolken sehen,
    ich kann ins warme Licht mich stellen,
    ins Licht, das einen Weg mir zeigt.

    Manchmal find ich festes Fundament.
    Da kann ich stehen, kann drauf gehen,
    da kann mein Lebenshaus ich bauen,
    ein Haus, drin ich geborgen bin.

    Manchmal find ich meinen Herzensgrund.
    Da kann ich still sein, kann ich schweigen,
    da kann ich ruhen, kann ich bleiben,
    da find ich mich und finde Gott.

    Helmut Schlegel, © Dehm Verlag, Limburg

  • Gott ist Liebe

    Lesung aus dem ersten Johannesbrief
    1 Joh 4, 11–18

    Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben. Niemand hat Gott je geschaut; wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns und seine Liebe ist in uns vollendet.
    Daran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben und er in uns bleibt: Er hat uns von seinem Geist gegeben. Wir haben geschaut und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Retter der Welt.
    Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott und er bleibt in Gott. Wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.
    Darin ist unter uns die Liebe vollendet, dass wir am Tag des Gerichts Zuversicht haben. Denn wie er, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht gibt es in der Liebe nicht, sondern die vollkommene Liebe vertreibt die Furcht. Denn die Furcht rechnet mit Strafe, wer sich aber fürchtet, ist nicht vollendet in der Liebe.


    Was sagt uns dieser Text am offenen Grab eines geliebten Menschen?

    Dass wir uns wiedersehen werden – in Gottes Zeit.
    Dass wir bis dahin in der Liebe Gottes geborgen sein dürfen.
    Dass der geliebte Mensch nicht nur in unseren Herzen, sondern in Gottes Liebe bleiben wird – alle Zeit.

  • Jahreswechsel

    Luzernarfeier in Göttweig

    Stille.
    Die Kirche im Dunkel.
    Nur das ewige Licht.

    Die Mönche ziehen ein.
    Kerze für Kerze
    wandert das Licht.
    Die Kirche wird hell.

    Das Vergangene
    lege ich in Gottes Hände.
    Das Kommende
    nehme ich aus dem Licht.

    Dann Glocken.
    Liebe – Wünsche – Segen.
    Und wieder Ruhe.

    Ein neues Jahr.
    Der Heilige Berg im Schweigen.
    Erste Spuren im Schnee.

    HRP, 31.12.2025, Stift Göttweig

  • Bist Du es?

    Bist du es, der da kommen soll?
    Bist du’s, den wir erwarten?
    Bist du, der uns die Freiheit schenkt,
    die Seher offenbarten?
    Wir sind gefangen, sind verstrickt,
    wir brauchen Aussicht, die erquickt,
    und Glauben, der beflügelt.

    Bist du es, der da kommen soll,
    der heilt, dass Blinde sehen?
    Bist du, der satt macht und der hilft,
    dass Lahme wieder gehen?
    Wir sind gebunden, sind zu schwach,
    das Blatt zu wenden, ruf uns wach
    und schenk uns neue Hoffnung.

    Bist du es, der da kommen soll,
    der spricht, dass Taube hören?
    Bist du, der gute Nachricht bringt,
    an der sich Herrscher stören?
    Durchbrich die Mauern, hilf uns auf,
    aus Todeskampf wird Lebenslauf
    und Liebe, die nicht endet.

    Eugen Eckert (zu Mt 11, 1 ff.), © Dehm Verlag, Limburg

  • Veni, redemptor gentium

    Du Heiland aller Völker, komm
    und zeig dich als der Jungfrau Sohn,
    dass Staunen fasse alle Welt
    ob solchem Wunder der Geburt.

    Der Sonne gleich tritt nun hervor
    aus dem Gemach der reinen Braut
    und eile strahlend deine Bahn
    als Held, der Gott und Mensch zugleich.

    Von deinem Vater gehst du aus,
    gehst siegreich wieder zu ihm ein;
    bis in die Hölle dringst du vor
    und kehrst zu Gottes Thron zurück.

    Ruhm, Ehre, Macht und Herrlichkeit
    sei Gott dem Vater und dem Sohn,
    dem Geiste, der uns Beistand ist,
    durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.


    Nach: Veni, redemptor gentium (Intende qui regis Israel); Ambrosius, † 397 – Melodie: GL 230 · GL 1975 116 · KG 309 · EG 3

    Quelle: Magnificat – das Stundenbuch 12/2025

  • Festmahl mit feinsten Speisen

    Jes 25, 6–10a


    Impuls zur Lesung

    Quelle: Magnificat – das Stundenbuch vom 3.12.2025

  • In der Liebe, die alles umfängt

    Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht
    und das Wort, das wir sprechen, als Lied erklingt,

    dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut,
    dann wohnt er schon in unserer Welt.
    Ja, dann schauen wir heut schon sein Angesicht
    in der Liebe, die alles umfängt.

    Wenn das Leid jedes Armen uns Christus zeigt,
    und die Not, die wir lindern, zur Freude wird,
    dann hat Gott unter uns …

    Wenn die Hand, die wir halten, uns selber hält,
    und das Kleid, das wir schenken, auch uns bedeckt,
    dann hat Gott unter uns …

    Wenn der Trost, den wir geben, uns weiterträgt,
    und der Schmerz, den wir teilen, zur Hoffnung wird,
    dann hat Gott unter uns …

    Wenn das Leid, das wir tragen, den Weg uns weist,
    und der Tod, den wir sterben, vom Leben singt,
    dann hat Gott unter uns …

    Claus Peter März (1947 – 1921), © Rechtenachfolge – GL 470


    Screenshot von Magnificat – das Stundenbuch
    Ausgabe November 2025
    Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer

  • Abba – Vater


    Seht, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat: Wir heißen Kinder Gottes, und wir sind es. Liebe Brüder, jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.


    1 Joh 3, la.2


    Wir wissen nicht mit Sicherheit, ob Jesus von Nazareth vor etwa zweitausend Jahren diese Worte genau so gesagt hat. Wir spüren aber, dass die meisten Eltern ihre Kinder lieben. Auch heute noch. Und wir sagen zu GOTT: „Abba – Vater“.

  • Geborgen in dir

    Geborgen in dir, Gott, atme ich ein,
    schöpfe ich Hoffnung aus Brot und Wein.
    Geborgen in dir, Gott, lasse ich los
    und liege sicher in Mutters Schoß.
    Geborgen in dir, Gott, ruhe ich aus,
    bin ich zufrieden, bei dir zu Haus.

    Gerufen von dir, Gott, horche ich hin,
    frage ich staunend, wer ich wohl bin.
    Gerufen von dir, Gott, bin ich genannt
    bei meinem Namen in deiner Hand.
    Gerufen von dir, Gott, sage ich ja,
    mit dir verbunden, so bin ich da.

    Gehalten von dir, Gott, wache ich auf,
    wage ich tastend den Tageslauf.
    Gehalten von dir Gott, stehe ich fest,
    gehe und lebe, weil du mich lässt.
    Gehalten von dir, Gott, schlafe ich ein
    an jedem Abend, denn ich bin dein.

    Text: 1. Str.: Eckart Bücken, 2.–3. Str.: Raymund Weber; Musik: Christoph Lehmann, © Text (Bücken): Strube-Verlag, München, © Text (Weber) und Musik: tvd-Verlag Düsseldorf


    Dieser Hymnus „Geborgen in Dir“ ist für mich gleichermaßen Begleiter durch einen frohen Tag im Vertrauen auf Gottes mütterliche Güte und Heilszusage für alle, die uns vorausgegangen sind.