Schlagwort: Sinn

  • Sinn – Fürbitten

    Gott, unser Leben, viele Menschen suchen nach Sinn und finden ihn nicht. Wir bitten dich:

    A: Weise uns deine Wege.

    – Dass sie Menschen finden, die sie bei ihrer Suche begleiten.
    – Dass sie deine Stimme hören und deine Spuren erkennen lernen.
    – Dass sie deiner Fülle begegnen und innerlich fühlen, wie nah du ihnen bist.
    – Dass sie Mut finden, sich ganz auf dich zu verlassen.

    A: Weise uns deine Wege.

    Quelle: Fürbitten am 19.2.2026 aus dem Abendgebet in Magnificat – das Stundenbuch.

  • Wer hat, dem wird gegeben

    Aus dem hl. Evangelium nach Markus    
    Mk 4, 21–25

    In jener Zeit sprach Jesus: Zündet man etwa eine Leuchte an und stellt sie unter den Scheffel oder unter das Bett? Stellt man sie nicht auf den Leuchter? Denn es gibt nichts Verborgenes, das nicht bekannt werden soll, und nichts Geheimes, das nicht an den Tag kommen soll. Wenn einer Ohren hat zum Hören, so höre er!
    Weiter sagte er: Achtet auf das, was ihr hört! Nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden, ja, es wird euch noch mehr gegeben. Denn wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.

    Impuls zum Evangelium

    Licht, das wissen wir, macht nur Sinn, wenn es sichtbar ist. Licht im Verborgenen, dort wo es niemandem nützt, wo es nichts erhellt, ist nutzlos. Im heutigen Evangelium erinnert Jesus daran, dass alle Menschen etwas in sich haben, das leuchten und ausstrahlen kann – Mitgefühl, Achtsamkeit, Gaben und Fähigkeiten. Warum lassen wir sie so oft nicht strahlen, hinausstrahlen zu den Mitmenschen und in die Welt? Warum verstecken wir – gleich dem Licht unterm Bett –, was Gott in uns gelegt hat und was eigentlich zu leuchten bestimmt ist? Aus Bequemlichkeit, Angst, Vorsicht oder anderen Gründen?
    Jesus erinnert daran, das (eigene) Licht ausstrahlen zu lassen, und ermahnt zugleich, aufs Hören, auf Maßstäbe und den mitmenschlichen Umgang zu achten. Er traut jedem und jeder von uns zu, zu leuchten, sichtbar zu sein, wahrhaftig, mutig und einmalig. Nicht perfekt, aber echt. Und unsere Zeit braucht Menschen, die Licht machen, die Licht sind – nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.

    Quelle: Magnificat – das Stundenbuch vom 29.1.2026

  • Nicht die Zeit, die vergeht – sondern die Zeit, die sich erfüllt

    Ein paulinischer Gedanke zum Jahresende über Reife, Sinn und Dankbarkeit

    „Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn.“
    (Galaterbrief 4,4)

    Am Übergang eines Jahres zählen wir gern das, was verrinnt:
    Sekunden, Minuten, Kalenderblätter.

    Paulus schlägt eine andere Zählweise vor.
    Nicht die Zeit, die vergeht, ist entscheidend, sondern die Zeit, die sich erfüllt.

    Wir neigen dazu, Verluste zu zählen, Brüche, das, was nicht gelungen ist.
    Gott aber zählt das, was gereift ist – auch dann, wenn es durch Umwege, Scheitern und lange Durststrecken hindurch wachsen musste.

    Diese Perspektive verändert den Blick auf das eigene Leben.
    Sinn entsteht selten im Moment selbst. Er zeigt sich im Rückblick.
    Manches, was sich wie Scheitern anfühlt, erweist sich später als notwendiger Durchgang.
    Und manches, was lange schwer war, trägt irgendwann Frucht – leise, unspektakulär, aber tragfähig.

    Ein neues Jahr ist daher kein leeres Blatt.
    Es ist eine Einladung, die innere Uhr neu zu stellen:
    nicht nach der Zeit, die rennt, sondern nach der Zeit, die reift.

    Dankbarkeit wächst dort, wo wir erkennen, dass unsere Zeit – trotz allem – erfüllt ist.

  • Reichtum und Trauer

    „Milliardärinnen mehren ihr Vermögen zum vierten Mal in Folge schneller als ihre männlichen Kollegen.“
    (UBS-Studie, zitiert nach Benjamin Cavalli)

    Finanzen, Geld, Vermögen – sie strukturieren unsere Welt, verschieben Machtachsen und eröffnen Möglichkeiten. Doch im Trauerfall verlieren diese Größen ihre vermeintliche Schwerkraft.

    Meine Erfahrung ist eine andere: Je größer das äußere Vermögen, desto sichtbarer wird oft die innere Leerstelle. Nähe zu Gott, Beziehung, Versöhnung, gelebte Liebe – all das lässt sich weder erben noch vermehren.

    Wenn Geld im Abschied überhaupt wirkt, dann oft umgekehrt proportional: Es kann ablenken, verzögern, betäuben. Trost aber entsteht nicht aus Zahlen, sondern aus Sinn.

    Umso aufmerksamer gilt es den Fokus der Gespräche und Zeremonien auf das Wesentliche zu lenken – auf das Begleiten mit der Zusage, dass nie alleine ist, wer auf Gott vertraut.

  • Liebe, dir ergeb ich mich

    Liebe, die du mich zum Bilde
    deiner Gottheit hast gemacht,
    Liebe, die du mich so milde
    nach dem Fall hast wiederbracht:
    Liebe, dir ergeb ich mich,
    dein zu bleiben ewiglich.

    Liebe, die du mich erkoren,
    eh ich noch geschaffen war,
    Liebe, die du Mensch geboren
    und mir gleich wardst ganz und gar:
    Liebe, dir ergeb ich mich,
    dein zu bleiben ewiglich.

    Liebe, die für mich gelitten
    und gestorben in der Zeit,
    Liebe, die mir hat erstritten
    ewge Lust und Seligkeit:
    Liebe, dir ergeb ich mich,
    dein zu bleiben ewiglich.

    Liebe, die mich hat gebunden
    an ihr Joch mit Leib und Sinn;
    Liebe, die mich überwunden
    und mein Herz hat ganz dahin:
    Liebe, dir ergeb ich mich,
    dein zu bleiben ewiglich.

    Liebe, die mich ewig liebet
    und für meine Seele bitt’,
    Liebe, die das Lösgeld gibet
    und mich kräftiglich vertritt:
    Liebe, dir ergeb ich mich,
    dein zu bleiben ewiglich.

    Liebe, die mich wird erwecken
    aus dem Grab der Sterblichkeit,
    Liebe, die mich wird umstecken
    mit dem Laub der Herrlichkeit:
    Liebe, dir ergeb ich mich,
    dein zu bleiben ewiglich.

    Angelus Silesius 1657 – GL 787 (Anhang Köln)

  • Suche Gott

    Suche Gott, du kannst ihn finden,
    tief im Schweigen hörst du ihn.
    Lies in deines Lebens Spuren,
    atme seine Gegenwart.

    Liebe Gott aus ganzem Herzen,
    er hat dich zuerst geliebt.
    Liebe ihn in den Geschwistern,
    öffne ihnen Herz und Sinn.

    Traue Gott, er wird dich tragen,
    birgt dich wie ein starkes Boot,
    führt dich durch der Zeiten Stürme
    sicher hin zum neuen Land.

    Helmut Schlegel 2007
    © Dehm Verlag, Limburg

  • Abendgebet

    O Gott, komm mir zu Hilfe. Herr, eile, mir zu helfen.
    Ehre sei dem Vater … Halleluja.

    Innehalten am Abend

    Heiterer Sinn stärkt das Herz und macht uns beharrlich im Guten.
    Philipp Neri (Heiliger des Tages)


    • Wie kann ich mich und andere stärken und mehr und mehr heiteren Sinnes werden?
    • Mit wem zusammen kann ich mich auf diesen Weg begeben?

    Quelle: Magnificat – das Stundenbuch vom 26.5.2025

  • Ich will dir danken

    Du schaffst meinen Schritten weiten Raum,
    du träumst mit mir meinen Lebenstraum.
    Du schenkst meiner Sehnsucht weites Land,
    nimmst mich wie ein Vater an die Hand.
    An deiner Seite ist mir nicht bang.
    Ich will dir danken mein Leben lang.

    Du gibst meinen Blicken weite Sicht,
    du bist in der Finsternis mein Licht.
    Du bist die Leuchte auf meinem Pfad
    und führst mich sicher auf schmalem Grat.
    Auf deinen Wegen ist mir nicht bang.
    Ich will dir danken mein Leben lang.

    Du gibst meinen Worten weiten Sinn,
    du redest in mir, wozu ich bin.
    Du gibst meiner Stimme Fülle und Klang.
    Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist,
    aus deinem Atem strömt mein Gesang.
    Ich will dir danken mein Leben lang.

    Ich will dir danken , Variationen zu Psalm 18,
    © Raymund Weber, 2010