Alma redemptoris mater ist die marianische Antiphon, die im Stundengebet der katholischen Kirche in der Advents- und Weihnachtszeit entweder zum Abschluss der Vesper oder der Komplet gesungen wird, je nachdem, welche dieser beiden Horen die letzte ist, die in Gemeinschaft gefeiert wird.
Alma Redemptoris Mater, quae pervia caeli | porta manes et stella maris, succurre cadenti, | surgere qui curat, populo: tu quae genuisti, | natura mirante, tuum sanctum Genitorem, | Virgo prius ac posterius, Gabrielis ab ore | sumens illud Ave, peccatorum miserere.
Erhabne Mutter des Erlösers, du allzeit offene Pforte des Himmels und Stern des Meeres, komm, hilf deinem Volke, das sich müht, vom Falle aufzustehn. Du hast geboren, der Natur zum Staunen, deinen heiligen Schöpfer. die du, Jungfrau davor und danach, aus Gabriels Mund vernahmst das selige Ave, o erbarme dich der Sünder.
Großer, heiliger Tag, der du uns Freude bringst und mit heiterem Lied unsere Herzen füllst, du sahst Christus, den Herrn, wie er zum Throne schritt hoch im Reich seiner neuen Macht.
Jubelnd in seiner Kraft steigt er zum Himmelszelt, und das heilige Volk rühmt den Erstandenen, mit den Engeln im Chor stimmt es ein Preislied an auf des herrlichen Siegers Huld.
Der auf steigender Bahn Fessel in Fesseln schlug und der irdischen Schar reiche Geschenke ließ, kehrt als Richter zurück, streng in Gerechtigkeit, er, der strahlend jetzt aufwärts fuhr.
Herr, wir flehen zu dir, der du als König herrschst, nimm in gnädigen Schutz deine Getreuen auf. Wenn als Richter du kommst, Heimliches offenbarst, lass des Lohnes uns würdig sein.
Vater, Schöpfer des Alls, dir gebührt Lobgesang und dem Sohne, der jetzt zu deiner Rechten thront, auch dem Geiste, dem Band, das euch in Liebe eint, Preis und Ehre in Ewigkeit. Amen.
Nach: Festum nunc celebre magnaque gaudia; Hrabanus Maurus, † 856
Der junge Hrabanus Maurus (links), unterstützt von seinem Lehrer Alkuin, dem Abt des Stifts St. Martin zu Tours(Mitte), überreicht dem Heiligen Martin, Erzbischof von Tours, sein Werk De laudibus sanctae crucis. Darstellung in einem Manuskript aus Fulda um 830/40 (Wien, ÖNB cod. 652, fol. 2v)