Schlagwort: Nähe

  • Fürbitten

    Lasst uns beten für alle Menschen, die sich von Gott verlassen fühlen:

    V: Du unser Licht in der Nacht,   A: bleib uns nah.

    Für alle, die sich schwertun, ihren Platz im Leben zu finden;
    – lass sie Halt finden bei nahestehenden Menschen und zugewandten Seelsorgern.
    Für alle, deren Glaubensvorstellungen ins Wanken geraten sind;
    – lass sie in der Begegnung mit anderen Glaubenden neue Sicherheit gewinnen.
    Für alle, die in einer Notsituation der Verzweiflung nahe sind;
    – erweise ihnen deine Treue, wenn selbst das Gebet ihnen nicht weiterhilft.
    Für alle, die von Depression geplagt sind und keine Kraft mehr haben;
    – dass sie sich auf ihr Umfeld verlassen können und in kleinen Schritten zurück ins Leben finden.
    Für alle, denen am Ende ihres Lebens alles zu zerrinnen scheint, worum sie sich abgemüht haben;
    – lass ihnen im Tod der Sinn ihres Einsatzes aufgehen und schenke ihnen die Fülle deines Lebens.

    V: Du unser Licht in der Nacht,   A: bleib uns nah.

    Quelle: Magnificat vom 24.1.2026

  • In Not

    Lasst uns beten für alle, die sich in einer Notlage befinden:

    V: Herr, erbarme dich.   A: Christus, erbarme dich.

    – Dass sie mit deiner Hilfe finden, was ihre Not wende
    – Dass sie aus der Nähe zu dir ein starkes Selbstwertgefühl empfangen.
    – Dass sie durch die Begegnung mit Menschen, die ein Leben in Armut gewählt haben, innerlich reich werden.
    – Dass sie in der Solidarität mit anderen Menschen Halt und Lebenssinn finden.
    – Dass sie dir am Ende ihres Lebens getröstet entgegengehen.

    V: Herr, erbarme dich.   A: Christus, erbarme dich.

    Quelle: Magnificat – das Stundenbuch 2026/01

  • Credo

    Wir sehn uns wieder,
    irgendwann,
    getragen still
    von Gottes Plan.

    Dann wird, was war,
    zu Nähe weit:
    Wir sind einander
    Leib und Zeit.

    Ich glaube.



    HRP, Stift Göttweig am Fest der Heiligen Familie 2025

  • Im Paradies

    Wenn der Mensch der Zukunft eines können muss, dann dies:
    zärtlich denken, klar fühlen, wahr handeln und weite Beziehungen leben.
    Das ist die „Kompetenz des Paradieses“.

    Und zu dieser Kompetenz gehört eine Fähigkeit, die älter ist als jede Religion und tiefer als jedes Wissen: Dankbarkeit.


    Dankbarkeit ist ein Bewusstseinsakt, kein Gefühl

    Sie entsteht in dem Moment, in dem der Mensch erkennt:
    „Ich habe nicht alles verdient. Vieles wurde mir geschenkt.“
    Es ist die Sanftheit der Demut.
    Eine KI kann berechnen, aber sie kann nicht danken.
    Denn Dankbarkeit braucht ein „Ich“ und ein „Du“.

    Dankbarkeit macht Beziehungen weit

    Ein dankbarer Mensch wird weicher, offener, wärmer.
    Dankbarkeit löst die Enge in uns, die Anspruch und Erwartung erzeugt.
    Sie schützt vor Verbitterung und Überforderung.
    Dankbare Menschen atmen tiefer — und lassen andere tiefer atmen.

    Dankbarkeit heilt das Herz

    Psychologisch gilt:
    Dankbare Menschen sind widerstandsfähiger, friedvoller, stabiler.
    Dankbarkeit ist die Innenseite von Frieden.
    Sie macht uns nicht blind für das Schwere,
    aber fähig, es zu tragen.

    Dankbarkeit ist ein spiritueller Sinnakt

    In der Dankbarkeit erkennt der Mensch:
    „Ich bin getragen.“
    Nicht allein, nicht zufällig, nicht verloren.
    Es ist das stille Vertrauen, dass Leben nicht nur Last ist,
    sondern auch Geschenk.

    Dankbarkeit ist die Basis jeder Liebe

    Ohne Dankbarkeit entstehen Besitz, Anspruch, Kontrolle.
    Mit Dankbarkeit werden sie zu Nähe, Freiheit, Beziehung.
    Dankbarkeit öffnet das Herz, bevor Liebe einziehen kann.
    Sie ist die Wärme im Hintergrund jeder echten Begegnung.

    Nur der Mensch kann danken.
    Deshalb bleibt er — bei aller KI, bei aller Technik, bei allem Fortschritt —
    ein Wesen von unvergleichlicher Tiefe.

    Und vielleicht ist das die schönste Wahrheit:
    Das Paradies beginnt dort,
    wo ein Mensch dankbar wird.

  • ein Freund

    Du kommst uns als ein Freund zugegen
    unsagbar nah bist du bei uns.
    Du führst uns auf gerade Wege
    mit deinen Flügeln schützt du uns.


    Du bist nicht fern, wenn wir zu dir beten,
    nicht in der Höhe, himmelweit.
    Du bist so menschlich in der Nähe,
    dass dieses Lied dich wohl erreicht.


    Unsichtbar bist du für unsre Augen
    und niemand hat dich je gesehn.
    Wir aber ahnen und vertrauen,
    dass du uns dienst, dass du uns trägst.


    Du bist in allem tief verborgen,
    allem, was lebt und sprießt und blüht
    Doch in den Menschen willst du wohnen,
    mit ganzer Kraft um uns bemüht.


    So bist du als ein Freund zugegen,
    allüberall, wo Menschen sind.
    Bleibe uns nah auf unsren Wegen,
    bis wir in dir vollendet sind.

    Huub Oosterhuis

    Du Freund Gott. Lieder – Gebete – Essays. Topos Taschenbuch 838, © 2013 Lahn-Verlag GmbH, Kevelaer, www.lahn-verlag.de