Wir legen den Leib – zurück in die Erde.
Geschaffen aus ihr – wird er, was er war.
Die Seele geht uns voraus.
Gerufen vom Vater – getragen vom Sohn.
Wir vertrauen der Liebe.
In ihr sind wir – gemeinsam geborgen.
Harald R. Preyer, 18.1.2026
Wir legen den Leib – zurück in die Erde.
Geschaffen aus ihr – wird er, was er war.
Die Seele geht uns voraus.
Gerufen vom Vater – getragen vom Sohn.
Wir vertrauen der Liebe.
In ihr sind wir – gemeinsam geborgen.
Harald R. Preyer, 18.1.2026
Wir sehn uns wieder,
irgendwann,
getragen still
von Gottes Plan.
Dann wird, was war,
zu Nähe weit:
Wir sind einander
Leib und Zeit.
Ich glaube.
HRP, Stift Göttweig am Fest der Heiligen Familie 2025
Liebe, die du mich zum Bilde
deiner Gottheit hast gemacht,
Liebe, die du mich so milde
nach dem Fall hast wiederbracht:
Liebe, dir ergeb ich mich,
dein zu bleiben ewiglich.
Liebe, die du mich erkoren,
eh ich noch geschaffen war,
Liebe, die du Mensch geboren
und mir gleich wardst ganz und gar:
Liebe, dir ergeb ich mich,
dein zu bleiben ewiglich.
Liebe, die für mich gelitten
und gestorben in der Zeit,
Liebe, die mir hat erstritten
ewge Lust und Seligkeit:
Liebe, dir ergeb ich mich,
dein zu bleiben ewiglich.
Liebe, die mich hat gebunden
an ihr Joch mit Leib und Sinn;
Liebe, die mich überwunden
und mein Herz hat ganz dahin:
Liebe, dir ergeb ich mich,
dein zu bleiben ewiglich.
Liebe, die mich ewig liebet
und für meine Seele bitt’,
Liebe, die das Lösgeld gibet
und mich kräftiglich vertritt:
Liebe, dir ergeb ich mich,
dein zu bleiben ewiglich.
Liebe, die mich wird erwecken
aus dem Grab der Sterblichkeit,
Liebe, die mich wird umstecken
mit dem Laub der Herrlichkeit:
Liebe, dir ergeb ich mich,
dein zu bleiben ewiglich.
Angelus Silesius 1657 – GL 787 (Anhang Köln)
So jemand spricht: „Ich liebe Gott“,
und hasst doch seine Brüder,
der treibt mit Gottes Wahrheit Spott
und reißt sie ganz darnieder.
Gott ist die Lieb und will, dass ich
den Nächsten liebe gleich als mich.
Wer dieser Erde Güter hat
und sieht die Brüder leiden
und macht die Hungrigen nicht satt,
lässt Nackende nicht kleiden,
der ist ein Feind der ersten Pflicht
und hat die Liebe Gottes nicht.
Wer seines Nächsten Ehre schmäht,
und gern sie schmähen höret,
sich freut, wenn sich sein Feind vergeht,
und nichts zum Besten kehret;
nicht dem Verleumder widerspricht,
der liebt auch seinen Bruder nicht.
Wir haben einen Gott und Herrn,
sind eines Leibes Glieder;
drum diene deinem Nächsten gern;
denn wir sind alle Brüder.
Gott schuf die Welt nicht bloß für mich,
mein Nächster ist sein Kind wie ich.
Christian Fürchtegott Gellert 1757