Du lässt den Tag, o Gott, nun enden
und breitest Dunkel übers Land.
Wir waren heut in deinen Händen,
nimm uns auch jetzt in deine Hand.
Die Erde kreist dem Licht entgegen,
indes die Kirche Tag und Nacht
dir dankt für deinen Schutz und Segen
mit jedem, der da betend wacht.
Wenn uns der Schein der Sonne schwindet
und Licht den fernen Ländern bringt,
wird dein Erbarmen dort verkündet,
viel tausendfach dein Lob erklingt.
Denn wie der Morgen ohne Halten
als Leuchten um die Erde geht,
scheint auf in wechselnden Gestalten
ein unaufhörliches Gebet.
Dein Reich, o Gott, ist ohne Grenzen.
Auch da, wo Menschenmacht regiert,
wird neu der große Tag erglänzen,
zu dem du alle Menschen führst.
Wir wissen weder Tag noch Stunde,
wann du uns heimführst in dein Licht,
vertrauen deinem Neuen Bunde,
der uns verheißt dein Angesicht.
Am Abend unsrer Lebenswende
geleite uns aus Raum und Zeit,
geborgen fest in deine Hände,
ins Morgenlicht der Ewigkeit.
Text: Raymund Weber 1989/2009, nach „The day thou gavest, Lord, is ended“ von John Ellerton 1870, © beim Autor – GL 96




