Schlagwort: Beistand

  • Veni, Creator Spiritus

    Komm, Heil’ger Geist, der Leben schafft,
    erfülle uns mit deiner Kraft.
    Dein Schöpferwort rief uns zum Sein:
    Nun hauch uns Gottes Odem ein.

    Komm, Tröster, der die Herzen lenkt,
    du Beistand, den der Vater schenkt;
    aus dir strömt Leben, Licht und Glut,
    du gibst uns Schwachen Kraft und Mut.

    Dich sendet Gottes Allmacht aus
    im Feuer und in Sturmes Braus;
    du öffnest uns den stummen Mund
    und machst der Welt die Wahrheit kund.

    Entflamme Sinne und Gemüt,
    dass Liebe unser Herz durchglüht
    und unser schwaches Fleisch und Blut
    in deiner Kraft das Gute tut.

    Die Macht des Bösen banne weit,
    schenk deinen Frieden allezeit.
    Erhalte uns auf rechter Bahn,
    dass Unheil uns nicht schaden kann.

    Lass gläubig uns den Vater sehn,
    sein Ebenbild, den Sohn, verstehn
    und dir vertraun, der uns durchdringt
    und uns das Leben Gottes bringt.

    Den Vater auf dem ew’gen Thron
    und seinen auferstandnen Sohn,
    dich, Odem Gottes, Heil’ger Geist,
    auf ewig Erd und Himmel preist. Amen.

    Nach: Veni, Creator Spiritus; Rabanus Maurus, † 856
    Melodie: GL 342 · GL 1975 241 · KG 481

  • Veni, redemptor gentium

    Du Heiland aller Völker, komm
    und zeig dich als der Jungfrau Sohn,
    dass Staunen fasse alle Welt
    ob solchem Wunder der Geburt.

    Der Sonne gleich tritt nun hervor
    aus dem Gemach der reinen Braut
    und eile strahlend deine Bahn
    als Held, der Gott und Mensch zugleich.

    Von deinem Vater gehst du aus,
    gehst siegreich wieder zu ihm ein;
    bis in die Hölle dringst du vor
    und kehrst zu Gottes Thron zurück.

    Ruhm, Ehre, Macht und Herrlichkeit
    sei Gott dem Vater und dem Sohn,
    dem Geiste, der uns Beistand ist,
    durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.


    Nach: Veni, redemptor gentium (Intende qui regis Israel); Ambrosius, † 397 – Melodie: GL 230 · GL 1975 116 · KG 309 · EG 3

    Quelle: Magnificat – das Stundenbuch 12/2025

  • voller Hoffnung

    Du allwissendes Wort
    des himmlischen Vaters,
    du König des Weltalls,
    der durch sein Bild
    das sterbliche Volk ehrte,
    gib uns Gnade
    und schenke uns
    segenspendenden Beistand!
    Auf dich schauen alle Augen
    voller Hoffnung.

    Anonymes griechisches Gedicht an den Erlöser, Übersetzung: Kyriakos Savvidis,
    aus: Anthologia Graeca, Band 1 (= Bibliothek der griechischen Literatur, Band 72), © Anton Hiersemann KG Verlag, Stuttgart 2011, gefunden in Magnificat – das Stundenbuch, Morgengebet vom 15.11.2025


    vergleiche dazu den Beginn des Evangeliums nach Johannes („Johannes-Prolog“)

    DER PROLOG: 1,1–18 1 1 

    Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. 2 Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne es wurde nichts, was geworden ist. 4 In ihm war Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst.

    6 Ein Mensch trat auf, von Gott gesandt; sein Name war Johannes. 7 Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. 8 Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht. 9 Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. 10 Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. 11 Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. 12 Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, 13 die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.

    14 Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit geschaut, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. 15 Johannes legt Zeugnis für ihn ab und ruft: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war. 16 Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade. 17 Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus. 18 Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.

    Die Bibel: Revidierte Einheitsübersetzung 2017

  • Der Beistand

    Wir sind nicht allein. Der Beistand ist schon da. Der Heilige Geist ist nicht bloß ein Symbol für Kraft oder Trost – er ist Beziehung. Ein Teil Gottes. Und Gott ist die Liebe.

    Christus sendet den Geist, Ingeborg-Psalter, Nordost-Frankreich um 1200, Chantilly, Musée Condé, Ms. 9 olim 1695, fol. 32v, © BPK / RMN

    In dieser Miniatur, entstanden um 1200, strömen dreizehn Feuerzungen über die Köpfe der Urgemeinde. Maria sitzt in der Mitte, gekrönt, mit einem blauen Buch in den Händen – der Kirche gleich, empfängt sie das Geschenk von oben. Über allem: Christus, der Herr, der segnet und sendet.

    Es ist kein ferner Mythos. Es ist eine Einladung:

    Der Geist des Herrn fällt nicht vom Himmel – er ist schon da. Wir können ihm vertrauen. Der Gegenwart Gottes in uns.
    (Heinz Detlef Stäps)

    Wer geliebt hat, weiß: Die Liebe bleibt.
    Wer trauert, ahnt: Der Geist weht, wenn alles still steht.
    Wer betet, spürt: In der Zärtlichkeit Gottes lebt auch die Kraft, die uns aufrichtet.

    Lassen wir uns stärken.
    Lassen wir uns senden.
    Lassen wir uns lieben.

    Das Bild ist die Titelseite von Magnificat – das Stundenbuch vom Juni 2025.