Schlagwort: Augustinus

  • Miteinander reden und lachen

    Miteinander reden und lachen,
    sich gegenseitig Gefälligkeiten erweisen,
    zusammen schöne Bücher lesen,
    sich necken,
    dabei aber auch einander Achtung erweisen,
    mitunter sich auch streiten – ohne Hass –,
    manchmal auch in den Meinungen auseinandergehen
    und damit die Eintracht würzen,
    einander belehren und voneinander lernen,
    die Abwesenden schmerzlich vermissen
    und die Ankommenden freudig begrüßen –
    lauter Zeichen der Liebe und Gegenliebe,
    die aus dem Herzen kommen,
    sich äußern in Miene, Wort
    und tausend freundlichen Gesten
    und wie Zündstoff
    den Geist in Gemeinsamkeit entflammen,
    sodass aus Vielheit Einheit wird.

    Augustinus

    Quelle: sinngemäß aus den Confessiones des Augustinuns zitiert und auf der Homepage des Kloster Regina Martyrum der Schwestern unserer lieben Frau vom Berge Karmel e. V., Berlin gefunden.

    https://www.karmel-berlin.de/impulse/miteinander-reden-und-lachen.html

  • Heiliger Augustinus (28.8.)

    – ein Herz brennt für Gott und sucht Ruhe

    Augustinus von Hippo (354–430) gehört zu den prägendsten Gestalten der Kirchengeschichte. Sein Leben ist ein Weg von der rastlosen Suche hin zur tiefen Begegnung mit Gott. Seine Worte klingen bis heute wie ein Gebet, das auch uns in unserer Unruhe und Sehnsucht berührt.

    Schon am Anfang seiner Bekenntnisse bekennt er:

    „Ich will dich suchen, Herr, dich anrufend, und will dich anrufen an dich glaubend; denn du bist uns verkündet.“

    Es ist dieser unstillbare Hunger nach Wahrheit und Nähe zu Gott, der Augustinus zu einem der großen Lehrer des Glaubens gemacht hat. Für ihn ist der Glaube kein Besitz, sondern ein Weg – ein Rufen, ein Suchen, ein Antworten.

    Seine Spiritualität bleibt aktuell: Sie lädt ein, den Blick weg von bloßem Klagen hin zur eigenen Verantwortung zu richten. In seinen Worten heißt das:

    „Die Menschen klagen darüber, dass die Zeiten böse sind. Hört auf mit dem Klagen. Bessert euch selber.“

    Augustinus’ Einsicht: Nicht die Umstände entscheiden über unser Heil, sondern unsere Bereitschaft, uns verändern zu lassen. So wird Glauben zum Weg der Umkehr – zu Gott und zueinander.

    Seine Worte sind getragen von Vertrauen, dass Gott sich nicht fernhält, sondern Nähe schenkt – gerade in der Dunkelheit. Auch wenn die Zeiten unsicher sind, bleibt der Kern seiner Botschaft: Wir sind gerufen, das eigene Leben in den Dienst der Liebe zu stellen.

    Für mich persönlich ist Augustinus ein Heiliger mit besonderer Resonanz – nicht zuletzt seit der Taufe meines Patenkindes Augustin. Seine Stimme begleitet mich, wenn ich Menschen in Trauer und Hoffnung begleite.

    Mein Gebet mit dem Hl. Augustinus

    Herr, unser Herz bleibt unruhig,
    bis es Ruhe findet in dir.

    Du bist uns nahe, wenn wir dich suchen,
    du lässt dich finden, wenn wir rufen.

    Hilf uns, nicht zu klagen über die Zeit,
    sondern zu fragen, was wir tun können.
    Dann ist das Heil nicht mehr weit.

    Sei uns Licht in der Dunkelheit,
    Halt in der Bedrängnis,
    und Freude, die bleibt.

    Amen.


    Quellen:
    Magnificat – das Stundenbuch
    Bild aus: Vatican News vom 28.8.2025