Bei der feierlichen Urnenbestattung einer Grande Dame im Jänner 2026 am Friedhof Ober St. Veit haben Lukas Kobermann und Thomas Hillebrand den Trauerzug von der Aufbahrungshalle bis zum Grab mit Trompetenklängen begleitet.
Wenn Musik den Trauerzug trägt
Die beiden Musiker hatten auf einem Hügel Stellung genommen. Ihre Klänge waren weit über den Friedhof hörbar – wehmütig, sehnsüchtig, getragen.
Der ganze Ort wurde still. Ein Trauerzug, der nicht einfach ging, sondern von Musik gehalten wurde. Berührend. Andächtig ruhig. In einer Intensität, wie ich sie nur sehr selten erlebt habe.
Musik kann Räume öffnen. Und manchmal hält sie eine Gemeinschaft für ein paar kostbare Minuten zusammen.
Ein letztes Werk – und ein großes menschliches Zeugnis
Das Requiem in d-Moll, KV 626 von Wolfgang Amadeus Mozart gehört zu jenen Werken, die uns nicht nur als Musik begegnen, sondern als menschliche Erfahrung. Es ist Mozarts letzte große Komposition – unvollendet geblieben, fragmentarisch überliefert, und gerade deshalb von einer besonderen Dichte.
Entstanden ist das Requiem im Jahr 1791, in den letzten Monaten von Mozarts Leben. Der Auftrag kam von einem anonymen Boten; erst später stellte sich heraus, dass Graf Franz von Walsegg das Werk zum Gedenken an seine verstorbene Frau bestellt hatte. Für Mozart war es zunächst ein Broterwerb unter vielen. Doch je weiter die Arbeit fortschritt, desto mehr rückte das Requiem ins Zentrum seines Schaffens.
Ein letztes Aufleuchten mit 35
Mozart war zu dieser Zeit erst 35 Jahre alt – ein Alter, in dem heute kaum jemand an Abschied denkt. Und doch war sein Leben von Gegensätzen geprägt: großer schöpferischer Energie auf der einen Seite, gesundheitlicher Erschöpfung, finanziellen Sorgen und äußerem Druck auf der anderen. Neben dem Requiem entstanden noch die Zauberflöte, La clemenza di Tito und das Ave verum corpus. Es war kein Rückzug, sondern ein letztes, intensives Aufleuchten.
Schuld, Hoffnung, Bitte und Vertrauen.
Dass Mozart das Requiem für sich selbst geschrieben habe, gehört ins Reich der Legenden. Wahr ist jedoch: Er schrieb es als Mensch, der um die Zerbrechlichkeit des Lebens wusste. Vielleicht liegt darin die besondere Kraft dieses Werkes. Es ist keine kalte Totenmusik und kein moralisches Drohbild, sondern eine zutiefst menschliche Auseinandersetzung mit Schuld, Hoffnung, Bitte und Vertrauen.
Gottes Liebe trägt
Mozarts große Botschaft ist dabei erstaunlich klar: Nicht das Gericht hat das letzte Wort, sondern das Erbarmen. Nicht die Angst, sondern das Licht. Das Requiem führt durch Dunkelheit und Klage – und kehrt immer wieder zurück zur Bitte um Ruhe, um Frieden, um Geborgenheit in Gott.
So ist dieses Werk Vermächtnis in einem doppelten Sinn: musikalisch eines der bedeutendsten Werke der Sakralmusik – und menschlich ein stilles Zeugnis dafür, dass selbst angesichts von Tod und Unvollendung Vertrauen möglich bleibt.
Introitus – Requiem aeternam
Requiem aeternam dona eis, Domine, et lux perpetua luceat eis. Te decet hymnus, Deus, in Sion, et tibi reddetur votum in Jerusalem. Exaudi orationem meam, ad te omnis caro veniet.
Ewige Ruhe gib ihnen, Herr, und ewiges Licht leuchte ihnen. Dir gebührt der Lobgesang, Gott, auf Zion, dir erfüllt man Gelübde in Jerusalem. Höre mein Gebet, zu dir kommt alles Fleisch.
Der Tod wird von Beginn an in Ruhe und Licht eingebettet. Nicht das Ende steht im Zentrum, sondern Gottes Gegenwart, die alles Leben umfasst. Gedämpfter Anfang in Moll, schwebende Chorstimmen über ruhigem Puls – eine Klangwelt des getragenen Vertrauens, nicht der Dramatik.
Der Mensch steht ohne Rechtfertigung da. Kein Argument, kein Rückblick – nur Vertrauen auf Erbarmen. Strenge Fuge, dicht verwoben – als würde die Bitte aus vielen Stimmen zu einer einzigen Not zusammengezogen.
Sequenz – Dies irae
Dies irae
Dies irae, dies illasolvet saeclum in favilla, teste David cum Sibylla.
Tag des Zorns, jener Tag, der die Welt zu Asche auflöst, wie David und Sibylle bezeugen.
Gericht meint nicht Rache, sondern das Vergehen alles Vorläufigen. Was nicht trägt, bleibt nicht bestehen. Scharf akzentuiert, vorwärtsdrängend – ein Aufrütteln, das keinen Abstand zulässt.
Tuba mirum
Tuba mirum spargens sonumper sepulcra regionum, coget omnes ante thronum.
Wunderbar erschallt die Posaune durch die Gräber der Erde, ruft alle vor den Thron.
Niemand bleibt vergessen. Gericht ist Begegnung mit Gott, nicht Anonymität. Beginn mit Soloposaune, dann menschliche Stimmen – das Jenseitige tritt ins Menschliche ein.
Rex tremendae
Rex tremendae majestatis, qui salvandos salvas gratis, salva me, fons pietatis.
König voll Majestät, der uns umsonst rettet, rette mich, Quell des Erbarmens.
Gottes Größe zeigt sich in Gnade, nicht im Zwang. Rettung ist Geschenk. Mächtige Akkorde wechseln mit bittenden Passagen – Majestät und Demut stehen einander unmittelbar gegenüber.
Recordare
Recordare, Jesu pie, quod sum causa tuae viae: ne me perdas illa die.
Gedenke, gütiger Jesus: ich bin der Grund deines Weges. Verliere mich nicht an jenem Tag.
Christlicher Kern: Christus ist für den Menschen gegangen – nicht an ihm vorbei. Warm, fast kammermusikalisch – eine innige Zwiesprache statt öffentlicher Anklage.
Confutatis
Confutatis maledictis, flammis acribus addictis, voca me cum benedictis.
Zu den Verworfenen, dem brennenden Feuer verfallen, ruf mich mit den Gesegneten.
Angst wird nicht beschönigt. Doch sie mündet in eine klare Bitte um Zugehörigkeit. Scharfe Männerstimmen gegen flehende höhere Stimmen – Spaltung und Hoffnung im direkten Klangkontrast.
Lacrimosa
Lacrimosa dies illa, qua resurget ex favilla judicandus homo reus. Huic ergo parce, Deus: pie Jesu Domine, dona eis requiem. Amen.
Tränenreich ist jener Tag, da aus der Asche aufersteht der schuldige Mensch zum Gericht. Darum schone ihn, Gott: gütiger Herr Jesus, gib ihnen die Ruhe. Amen.
Der Mensch erscheint verwundbar und wahrhaftig. Tränen sind kein Scheitern, sondern Ausdruck der Hoffnung auf Erbarmen. Weite Bögen, fallende Linien – ein kollektives Weinen, das in Ruhe mündet.
Sanctus
Sanctus, Sanctus, Sanctus Dominus Deus Sabaoth. Pleni sunt caeli et terra gloria tua. Hosanna in excelsis.
Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott der Heerscharen. Himmel und Erde sind erfüllt von deiner Herrlichkeit. Hosanna in der Höhe.
Der Horizont weitet sich vom Tod zum Lobpreis des Ganzen. Himmel und Erde gehören zusammen. Festlich und strahlend – ein Durchbruch ins Licht nach der Schwere der Sequenz.
Benedictus
Benedictus qui venit in nomine Domini. Hosanna in excelsis.
Gesegnet sei, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe.
Christus ist der Kommende – auch über den Tod hinaus. Zarter, beweglicher Charakter – Erwartung statt Triumph.
Agnus Dei
Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, dona eis requiem, dona eis requiem sempiter nam.
Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinweg nimmt, gib ihnen Ruhe, gib ihnen ewige Ruhe.
Die letzte Last liegt nicht beim Menschen, sondern bei Christus. Rückkehr zur Schwere des Anfangs – Klage verwandelt sich in Bitte.
Communio – Lux aeterna
Lux aeterna luceat eis, Domine, cum sanctis tuis in aeternum, quia pius es.
Ewiges Licht leuchte ihnen, Herr, mit deinen Heiligen in Ewigkeit, denn du bist gütig.
Das Requiem schließt, wie es begonnen hat: Licht – Gemeinschaft – Güte Gottes. Beruhigte Wiederaufnahme des Anfangs – ein Kreis schließt sich, ohne hartes Ende.
Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht und das Wort, das wir sprechen, als Lied erklingt,
dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut, dann wohnt er schon in unserer Welt. Ja, dann schauen wir heut schon sein Angesicht in der Liebe, die alles umfängt.
Wenn das Leid jedes Armen uns Christus zeigt, und die Not, die wir lindern, zur Freude wird, dann hat Gott unter uns …
Wenn die Hand, die wir halten, uns selber hält, und das Kleid, das wir schenken, auch uns bedeckt, dann hat Gott unter uns …
Wenn der Trost, den wir geben, uns weiterträgt, und der Schmerz, den wir teilen, zur Hoffnung wird, dann hat Gott unter uns …
Wenn das Leid, das wir tragen, den Weg uns weist, und der Tod, den wir sterben, vom Leben singt, dann hat Gott unter uns …
„Wir wissen, dass die Seele etwas Feinstoffliches, Besonderes, Transzendentes ist und sich nicht mit den Gesetzen der Physik erfassen lässt.“
(Aus: 365 Tao – Meditationen für jeden Tag des Jahres, Tag 308)
Für mich ist die Seele eines Menschen das, was ihn oder sie einzigartig macht. Sie ist die leise Kraft, die uns berührt, wenn Worte fehlen. Sie lebt weiter, wenn ein geliebter Mensch stirbt – in unseren Herzen. Und sie wird wieder „Körper“ – in Gottes Zeit.
Kaum ein Lied hat in den letzten Jahrzehnten so viele Herzen berührt wie Leonard Cohens „Hallelujah“. Die Melodie ist zart und ergreifend, die Stimmung voller Tiefe, Sehnsucht und Wärme. Unzählige Künstlerinnen und Künstler – von Jeff Buckley bis Rufus Wainwright – haben es interpretiert. Bei Hochzeiten, in Filmen, ja sogar bei Begräbnissen erklingt es und entfaltet seine Kraft.
Es ist verständlich, dass Angehörige bei einer Trauerfeier zu diesem Lied greifen. Die Schönheit der Musik ist unbestritten. Sie kann Menschen sammeln, Emotionen tragen und in der schwersten Stunde ein Stück Geborgenheit schenken.
Ich habe allerdings auch schon Menschen erlebt, die sich die Ohren zuhalten und schockiert den Kopf schütteln, wenn das Lied im englischen Original erklingt. Warum? Irgendwann haben sie irgendwo gehört, dass dieses Lied nicht christlich sei. Stimmt das?
Beim Blick auf den Text zeigt sich: Dieses Hallelujah ist kein kirchlicher Lobgesang, sondern eine sehr persönliche, gebrochene Meditation über Liebe, Sexualität und Scheitern.
Cover von Leonard Cohen – Live In London, 2008, Sony. Am 31.3.2009 veröffentlichte Leonard Cohen Live In London, seine erste Aufnahme seit Dear Heather aus 2004. Hallelujah ist Titel Nr. 15 des Albums.
Die Ursprungsidee von Leonard Cohen
Leonard Cohen arbeitete viele Jahre an diesem Lied. Über 80 Strophen hat er entworfen, bevor er eine Auswahl veröffentlichte. 1984 erschien das Stück erstmals auf dem Album Various Positions.
Cohen selbst erklärte dazu:
„Es gibt viele Arten von Halleluja – das erleuchtete, das spirituelle, das zerbrochene Halleluja. Es ist ein Versuch, die vielen Gesichter des Lebens und der Liebe in diesem einen Wort einzufangen.“ (The Guardian, Interview 2009)
Cohen wollte zeigen: Auch im Scheitern, in der gebrochenen Liebe, in der Spannung von Körper und Seele kann ein Halleluja erklingen. Das macht das Lied so einzigartig – aber auch schwierig für einen religiösen oder tröstenden Kontext.
Wenn wir daraus lesen wollen, dass Gott uns in jeder Situation liebt, dann ist dieses Lied ein zutiefst christliches. Wenn wir verstehen, dass Gott auch Sünder liebt und gerade in der Not für sie da ist, aber die Sünde verurteilt, dann verstehen wir besser, warum dieses Lied so oft bei Begräbnissen gespielt wird.
Was bedeutet „Hallelujah“?
Das Wort selbst ist hebräisch: „הללויה“ (halelujah) – „Preiset Gott“ oder „Lobt den Herrn“. In der Bibel ist es ein Jubelruf, besonders in den Psalmen.
Cohen hingegen setzt das Wort in einen weltlich-erotischen Zusammenhang: König David, Bathseba, Samson und Delila tauchen als Metaphern für Liebe, Verführung und Verrat auf. Aus dem biblischen Lobpreis wird ein Spiegel zerbrochener menschlicher Beziehungen.
Die Psalmen
Gerade die Psalmen sind ein Spiegel vor allem für die Gefühls- und Glaubenswelt von König David, dem viele davon zugeschrieben werden. Sie sind oft sehr menschlich, erzählen von Leid, Schuld, Sünde, Tod aber auch von Hoffnung, Freude, Treue und Liebe.
Eine tröstliche Lösung?
Die „Wiener Version“ des Hallelujah hat bei weitem nicht die Kraft des Originals von Leonhard Cohen. Dafür schenkt sie wirklich Trost – vor allem Menschen, die an Engel und an einen Gott glauben, der uns an der Hand nimmt. Die Musik bleibt der gleiche Ohrwurm und wer unbedingt an die Spannung des Originals denken will, möge das tun.
Mein persönlicher Gedanke bei allen Hallelujah Versionen ist mein Credo: Amor vincit – Am Ende siegt die Liebe. Und Gott ist diese Liebe.
Wiener Version
Die Version, die auf Friedhöfen in Wien am meisten gesungen wird, hat einen sentimentalen und berührenden Text. Hier wird sie kurz von Festklang, einer Vereinigung von Musikern mit langer Tradition angespielt.
Gott schließt dir die Augen zu, begleitet dich zur ew‘gen Ruh, hab keine Angst, denn du bist nicht alleine, Die Nacht ist nicht mehr dunkel hier, ein Engel steht ganz nah bei dir, er lächelt und er singt das Hallelujah.
Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah
Für immer wolln wir bei dir sein, Jetzt steh’n wir hier, sind ganz allein Müssen Abschied nehmen, doch es fällt so schwer. In Frieden kannst du von uns geh’n, denn unsere Liebe bleibt besteh‘n, Wir werden dich nie vergessen – Hallelujah.
Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah
Doch letztlich gehst du nur voraus und lebst bei Gott im Himmelshaus. Ich weiß wir sehn‘ uns wieder – Hallelujah. Wir zünden eine Kerze an und denken immer wieder dran wie schön es war zusammen – Hallelujah.
Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah
In Liebe bleiben wir vereint für jetzt und alle Ewigkeit Der Tod kann uns nicht trennen – Halleluja. Denn Gott nahm dich an seiner Hand und zeigte dir ein neues Land Du bist jetzt unser Engel – Hallelujah.
Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah,
Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah
Anhang
Wer tiefer ins Detail gehen möchte, findet hier die biblischen Bezüge, den Originaltext von 1984 und einen Vergleich mit der freieren Version von 2008.
Die biblischen Bezüge im Originaltext
Cohen greift in poetischer Sprache mehrere biblische Motive auf:
David als Musiker„Now I’ve heard there was a secret chord / That David played and it pleased the Lord“ (vgl. 1 Sam 16,23 – David spielt Harfe und erfreut Gott).
David und Bathseba„You saw her bathing on the roof / Her beauty in the moonlight overthrew ya“ (vgl. 2 Sam 11 – Ehebruch und Schuld Davids).
Simson und Delila„She broke your throne and she cut your hair“ (vgl. Ri 16 – Verrat, Verlust der Kraft).
Das gebrochene Hallelujah„It doesn’t matter which you heard / The holy or the broken Hallelujah“
Hier deutet Cohen an: auch zerbrochene Leben können Gott ein Halleluja entgegenrufen.
Der Originaltext
Alleine von Cohen selbst gibt es mindestens drei verschiedene Varianten. Seine Freunde und andere Interpreten haben rund 80 weitere Fassungen gesungen.
Der Originaltext von Leonard Cohen von 1984
Now I’ve heard there was a secret chord That David played and it pleased the Lord But you don’t really care for music, do ya? It goes like this, the fourth, the fifth The minor fall, the major lift The baffled king composing „Hallelujah“
Hallelujah, Hallelujah Hallelujah, Hallelujah
Your faith was strong, but you needed proof You saw her bathing on the roof Her beauty in the moonlight overthrew ya She tied you to a kitchen chair She broke your throne and she cut your hair And from your lips she drew the Hallelujah
Hallelujah, Hallelujah Hallelujah, Hallelujah
You say I took the name in vain I don’t even know the name But if I did, well, really, what’s it to ya? There’s a blaze of light in every word It doesn’t matter which you heard The holy or the broken Hallelujah
Hallelujah, Hallelujah Hallelujah, Hallelujah
I did my best, it wasn’t much I couldn’t feel, so I tried to touch I’ve told the truth, I didn’t come to fool ya And even though it all went wrong I’ll stand before the lord of song With nothing on my tongue but hallelujah
Junger Cohen, eher spröde, erzählend, minimalistisch instrumentiert
Reife Stimme, getragene Live-Performance mit Orchester, Pathos
1. Strophe
„Now I’ve heard there was a secret chord … The baffled king composing Hallelujah“
Gleichlautend, nur leichte Variationen in Betonung
2. Strophe
Bathseba: „Your faith was strong but you needed proof / You saw her bathing on the roof …“
Gleichlautend, aber: „Her beauty and the moonlight overthrew you“ statt „Her beauty in the moonlight …“
3. Strophe
„You say I took the name in vain … The holy or the broken Hallelujah“
Neu hinzugefügt: „Now maybe there’s a God above … love is not a victory march … it’s a cold and it’s a very broken Hallelujah“
4. Strophe
„I did my best, it wasn’t much … I’ll stand before the Lord of song with nothing on my tongue but Hallelujah“
Erweiterte Live-Version: autobiografische Züge („Oh, people, I’ve been here before … I used to live alone before I knew you … I’ve seen your flag on the marble arch“)
Erotisch-Mystische Passage
Fehlend
„I remember when I moved in you / And the Holy Dove was moving too / And every single breath we drew was Hallelujah“
Fokus auf David-Bathseba-Motiv, Schuld, Sünde, Reue → „Broken Hallelujah“ vor Gott
Weit gefasster: Liebe, Sexualität, Enttäuschung, Zweifel, Gottesferne und trotzdem Hallelujah – stärker existenziell als biblisch
Unterschiede zwischen den beiden Versionen
1984: biblischer Kern (David, Bathseba), stark auf Schuld & Beichte fokussiert. Lässt sich leichter christlich deuten – König David als Sinnbild des Menschen, der trotz Sünde vor Gott tritt.
2008: breiter, existenzieller Text. Enthält explizite erotische Passagen und eine eher säkular-romantische Sicht auf Liebe. In einem liturgischen Rahmen heikel, aber für weltlich-offene Trauerfeiern (Ausgetretene, Suchende) möglich, weil es die Zerbrochenheit des Lebens aufgreift.