Informationen für Bestatter

„Wir arbeiten mit einem Begräbnisleiter zusammen, der auch Trauerredner und Lektor im Wiener Stephansdom ist. Er war Radiosprecher während seines Studiums. Sein Name ist Harald Preyer. Er macht sehr persönliche Trauerfeiern. Wir bekommen nur gute Rückmeldungen. Das Honorar können Sie mit ihm ausmachen. Er arbeitet auf Spendenbasis. Soll ich Herrn Preyer bitten, Sie anzurufen? Wenn er Zeit hat, sind Sie bei ihm in besten Händen.“

Mit dieser einfachen und kurzen Formel empfiehlt mich die Kollegin eines großen kommunalen Anbieters weiter. Sie hat heuer die höchste gemessene Kundenzufriedenheit in ihrem Team erreicht.

Wissen, was dahinter steckt

Das Sterben ist nach meinem Verständnis der heiligste Augenblick des Lebens“ sagt mein Freund, der Göttweiger Benediktiner Pater Johannes Paul Abrahamowicz OSB. Mit ihm beginnt ein neues Sein. Am Ende steht die Auferstehung – in Gottes Zeit.

Der Umgang mit dem Tod ist unterschiedlich – je nachdem, ob ein religiöser oder ein konfessionsloser Mensch gebeten wird, das Begräbnis zu begleiten. Diese Haltungen sind schnell erkennbar – sowohl an den Worten als auch an der Kleidung.

Priester und Diakone tragen zu Begräbnissen liturgische Kleidung: eine besondere Form des Messgewandes oder Anzug mit Stola. Mönche tragen meist ihren Habit (i.e. Mönchskutte) mit Stola. Trauerredner kommen in der Regel im dunklen Anzug.

Ich trage gerne einen schwarzen Anzug mit grünem Stecktuch oder die weiße Albe des getauften Christen, weil mit der Einsegnung das irdische Leben endet, das mit der Taufe begonnen hat.

Religiös

„Am Karfreitag feiern wir die Liebe, die bis zum Tod führt. In der Osternacht die Liebe, die über den Tod hinausgeht.
Wir sehen uns wieder – in Gottes Zeit.“

Konfessionslos

„Mit dem Tod ist das Leben zu Ende. Uns bleiben für immer die Erinnerungen an den lieben verstorbenen Menschen.
In unseren Herzen bist Du lebendig. Lebe wohl!“

Neben der Kleidung wird dieser Unterschied sehr schnell in den verwendeten Worten und in der inhaltlichen Ausrichtung spürbar.

In einer religiösen Abschiedsfeier haben beide Wort-Welten Platz.


Ablauf einer religiösen Abschiedsfeier

Bei einer christlichen Einsegnungsfeier ist die Trauerrede Teil der Liturgie. Sie würdigt ausführlich und möglichst persönlich den lieben Verstorbenen.

Musik

Ähnlich wie bei einer Oper ist auch bei einem Begräbnis Musik ein wesentliches Gestaltungselement der Feier. Dabei empfehle ich den Angehörigen, sich bei der Auswahl der Musikstücke von zwei Fragen leiten zu lassen:

  • Welche Musik verbinden Sie mit dem lieben verstorbenen Menschen?
  • Was hören Sie gerne, wenn Sie an Auferstehung – an das Leben nach dem Tod denken?

Oft kommen Angehörige mit konkreten Musikwünschen zum Bestatter. Zu diesem Zeitpunkt ist meist noch nicht klar, welche Texte in der Liturgie verwendet werden. Ich empfehle daher meinen Auftraggebern, die Musikauswahl bei der Besprechung des Ablaufs der Trauerfeier mit mir festzulegen.

Die meisten Bestatter verfügen über eine hochwertige Tonanlage und über gute Kontakte zu Musikern. Manchmal übernehmen auch Freunde der Angehörigen – oft sehr berührend und stimmungsvoll – die musikalische Gestaltung.

Trauerrede

Die Seele eines Menschen ist das, was ihn einzigartig macht. Sie ist auch das Bleibende – über den Tod hinaus, bis wir uns in Gottes Zeit wiedersehen.

Die Trauerrede würdigt liebevoll möglichst die ganze Persönlichkeit des verstorbenen Menschen. Aus meiner Erfahrung erzählen Angehörige gerne, was sie zu Lebzeiten an ihr oder ihm geliebt haben. Anfangs vielleicht unter Tränen und stockend, dann immer flüssiger und oft mit großer Freude, Liebe und Begeisterung. Ich nehme mir gerne die Zeit, die es braucht, um aufmerksam zuzuhören.

Schon das Erzählen tut den Hinterbliebenen gut und ist oft wertvoller als die Trauerrede selbst. Manchmal entscheiden wir gemeinsam, dass die Angehörigen selbst die Trauerrede halten. Das gibt dem Begräbnis eine sehr persönliche Form und wirkt wohltuend. Wenn die Stimme zeitweise versagt, ist das ein Zeichen von Liebe. Wenn es gar nicht mehr geht, übernehme ich, was jedoch erst zweimal vorgekommen ist.

Die Trauerrede dauert zwischen acht und zwölf Minuten und nimmt damit rund ein Drittel der Feier in der Aufbahrungshalle.

Rituale der Hoffnung

Die Formeln für Weihwasser und Weihrauch (wenn gewünscht) können auch während der Aufbahrung am Ende der Feier gesprochen werden. Ein langsames, feierliches Musikstück unterstützt beim Aufsteigen des Weihrauchs die frohe Hoffnung auf die Auferstehung.

Segnungsformeln

Am offenen Grab spreche ich alle vier Einsegnungsformeln. Der Sarg wird nach der Beweihräucherung (wenn gewünscht) langsam versenkt. Dabei lege ich behutsam eine Schaufel Erde auf den Rand des Sargdeckels. Wenn es passt, bringe ich gerne selbst eine weiße Rose oder Lilie mit und lege sie dazu.

Vater unser

Am Ende der Feier beten wir meist jenes Gebet, das der Herr seinen Aposteln gelehrt hat. Die Ansprache Gottes als Vater vermittelt eine Vertrautheit, die Trost und Hoffnung spendet.

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name,
dein Reich komme, dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott NN in das Reich seines Friedens führen wird. Wir sind dazu eingeladen, einander diesen Frieden schon hier auf Erden zu schenken.

Der Friede Gottes und seines auferstandenen Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, sei allezeit mit uns!

Wir können einander nun ein Zeichen des Friedens schenken, wie wir das tun, wenn wir einander die Hände reichen. Dazu können wir sagen: „Der Friede sei mit Dir.“ Die Antwort lautet gleich: „Der Friede sei mit Dir.

Friedensgruß

Damit endet die Feier am Grab mit einem Händedruck. Oft werden daraus herzliche, mitfühlende Umarmungen, die den Trauernden gerade in dieser Stunde so gut tun und echtes Mitleiden zeigen.


Albe, Aspergil und Weihrauch

Als religiöser Begräbnisleiter trage ich gerne die weiße Albe des getauften Christen oder einen dunklen Anzug – ganz wie es von den Trauernden gewünscht wird und zur Gestaltung der Feier passt. Bei einer Baumbestattung passt besser legere Kleidung, in eine Kirche eher feierliche Adjustierung.

Zur Einsegnung verwende ich ein Reise-Aspergil (Wasserspender) mit Weihwasser aus dem Stephansdom, einen kleinen Weihrauchkessel, Kohlen und Weihrauch aus dem Heiligen Land, den mir ein befreundeter Mönch geschenkt hat.

Harald in der weißen Albe des getauften Christen mit Aspergil

Für die Gäste ist kein wesentlicher Unterschied zur kirchlichen Begräbnisfeier erkennbar. Da die Einsegnung keines der sieben Sakramente der katholischen Kirche ist, darf ich sie auch als Laie begleiten.

Zum Vergleich hier die typischen Abläufe einer Trauerfeier nach der römisch-katholischen Liturgie und einer weltlichen Verabschiedung.

römisch-katholisch

weltlich-konfessionslos

In der kirchlichen Begräbnisfeier wird die Trauerrede meist vor oder nach dem liturgischen Teil von Angehörigen, Ehrengästen oder einem Trauerredner gehalten. Der Priester leitet die Liturgie und predigt zur Bibelstelle und zur Auferstehungslehre.

Die weltliche Abschiedsfeier kann im Rahmen der Friedhofsordnung frei gestaltet werden. Sie kann auch religiöse Teile enthalten, wenn das gewünscht wird.


Kontakt zum Einsegnungsdienst der EDW

Zu den Mitarbeitenden des Einsegnungsdienstes (ED) der Erzdiözese Wien am Zentralfriedhof pflege ich ein herzlich-professionelles, kollegiales Verhältnis.

Gabriele Kessler, die Büroleiterin, besuche ich regelmäßig, wenn ich am Zentralfriedhof ein Begräbnis leite.

Der Einsegnungsdienst (ED) koordiniert Priester, Diakone, römisch-katholische Begräbnisleiter und Kreuzträger. Wenn die Angehörigen die Einsegnung durch einen Geistlichen wünschen, dann stimme ich mich mit dem zugeteilten Kollegen gerne ab.

Pfarrer Giovanni mit Harald in der Sakristei nach einem gemeinsam gefeierten Requiem, bei dem ich statt der Predigt des Priesters die Trauerrede halten durfte.

Auf Wunsch mache ich die Angehörigen gerne mit einem Priester aus meinem Freundeskreis bekannt, der auch eine Totenmesse (Requiem) mit uns feiern kann.

Wenn die oder der Verstorbene Mitglied der römisch-katholischen Kirche war und Sie mit mir eine christliche Abschiedsfeier gestalten wollen, teilen Sie bitte dem Einsegnungsdienst mit, dass kein Priester benötigt wird.

Wenn ein Priester aus meinem Freundeskreis die Einsegnung zelebriert, sage ich Ihnen seinen Namen und teile das auch dem ED per Mail mit.


Mein persönliches Ziel

Mein persönliches Ziel bei jeder Abschiedsfeier ist, dass sich Trauernde gerne an den Tag erinnern, weil sie Hoffnung und Liebe gespürt haben, die stärker sind als der Tod.

BW-Mitarbeiter-Mitteilung vom 2.11.2025:
Beim größten kommunalen Bestatter des Landes erzielte jene Betreuerin die höchste gemessene Kundenzufriedenheit, die am meisten mit mir arbeitet. Dafür bin ich dankbar.

Amor vincit – die Liebe siegt.